International, Konflikte

In Syrien droht eine neue humanitäre Katastrophe.

14.09.2018 - 06:54:07

Krisendiplomatie in Berlin - Maas berät mit Lawrow über Syrien. Russland hat die Macht, eine Großoffensive auf Idlib zu verhindern. Die Bundesregierung hat nicht viel Einfluss auf Moskau, aber den will sie nutzen.

  • Türkische Armee - Foto: Ersin Ercan/DHA/AP

    Ein Konvoi mit Panzern der türkischen Armee auf dem Weg in Richtung Syrien. Foto: Ersin Ercan/DHA/AP

  • Flüchtlinge in Idlib - Foto: Anas Alkharboutli

    Sie sind in höchster Gefahr, wenn die Offensive kommt: Kinder spielen vor ihrem Zelt in einem provisorischen Flüchtlingslager. Foto: Anas Alkharboutli

  • Rebellenprovinz Idlib - Foto: Ugur Can/DHA via AP

    Ein Soldat der Freien Syrischen Armee ist am Rande der Stadt Dschisr asch-Schughur nahe Idlib zu sehen. Foto: Ugur Can/DHA via AP

  • Luftangriff in Syrien - Foto: Syrian Civil Defense White Helmets/Archiv

    Mitglieder der syrischen Weißhelme suchen bei Idlib Verschüttete nach einem Luftangriff. Foto: Syrian Civil Defense White Helmets/Archiv

  • Angriff auf Idlib - Foto: Abed Kontar/EPA/Archiv

    Trümmer einer Schule im von Rebellen kontrollierten Idlib. Foto: Abed Kontar/EPA/Archiv

  • Evakuierungen in Syrien - Foto: SANA/AP

    Krankenwagen bei der Evakuierung mehrerer belagerter Dörfer im Nordwesten Syriens. Foto: SANA/AP

  • Luftangriffe in Syrien - Foto: Syrian Civil Defense White Helmets/AP

    Zivilschutzarbeiter vor einem Gebäude in Hobeit bei Idlib, das durch einen Luftangriff der syrischen Regierung zersört wurde. Foto: Syrian Civil Defense White Helmets/AP

  • Zuflucht - Foto: Ugur Can/DHA via AP

    Kämpfer und Soldaten der Freien Syrischen Armee suchen in Idlib Zuflucht in einer Höhle. Foto: Ugur Can/DHA via AP

  • Freie Syrische Armee - Foto: Ugur Can/DHA via AP

    Kämpfer und Soldaten der Freien Syrischen Armee haben in einer Höhle in Idlib Zuflucht gefunden. Foto: Ugur Can/DHA via AP

  • Luftangriffe in Syrien - Foto: Syrian Civil Defense White Helmets/AP

    Zivilisten und Zivilschutzarbeiter neben einem Gebäude in Hobeit bei Idlib, das durch einen Luftangriff der syrischen Regierung zerstört wurde. Foto: Syrian Civil Defense White Helmets/AP

  • Luftangriffe in Hobeit bei Idlib - Foto: Uncredited/Syrian Civil Defense White Helmets

    Angriff in Hobeit bei Idlib. Foto: Uncredited/Syrian Civil Defense White Helmets

  • In den Fels - Foto: Anas Alkharboutli

    Syrische Kinder graben einen Unterstand, um ihre Familie vor dem Beschuss des Dorfes Maar Shurin in der Provinz Idlib zu schützen. Foto: Anas Alkharboutli

  • Idlib - Foto: Anas Alkharboutli

    Wegen der heftigen Kämpfe im Nordwesten Syriens sind in den vergangenen Tagen weitere 30.000 Menschen geflohen. Foto: Anas Alkharboutli

  • Kriegsverletzung - Foto: Ugur Can/DHA

    Muhammed in seiner Schule in Jisr al-Shughur, westlich von Idlib: Nach eigenen Angaben wurde der Fünfjährige bei einem Bombenangriff auf die Schule verletzt. Foto: Ugur Can/DHA

  • Hilfsgüter für Idlib - Foto: Lefteris Pitarakis/AP

    Ein LKW-Fahrer wartet vor seinem Wagen, um Hilfsgüter von einer türkischen regierungsnahen Hilfsorganisation nach Idlib zu bringen. Foto: Lefteris Pitarakis/AP

  • Luftangriff bei Idlib - Foto: Syrischer Zivilschutz Weißhelme

    Luftangriff der syrischen Regierung in Hobeit in der Nähe von Idlib. Foto: Syrischer Zivilschutz Weißhelme

Türkische Armee - Foto: Ersin Ercan/DHA/APFlüchtlinge in Idlib - Foto: Anas AlkharboutliRebellenprovinz Idlib - Foto: Ugur Can/DHA via APLuftangriff in Syrien - Foto: Syrian Civil Defense White Helmets/ArchivAngriff auf Idlib - Foto: Abed Kontar/EPA/ArchivEvakuierungen in Syrien - Foto: SANA/APLuftangriffe in Syrien - Foto: Syrian Civil Defense White Helmets/APZuflucht - Foto: Ugur Can/DHA via APFreie Syrische Armee - Foto: Ugur Can/DHA via APLuftangriffe in Syrien - Foto: Syrian Civil Defense White Helmets/APLuftangriffe in Hobeit bei Idlib - Foto: Uncredited/Syrian Civil Defense White HelmetsIn den Fels - Foto: Anas AlkharboutliIdlib - Foto: Anas AlkharboutliKriegsverletzung - Foto: Ugur Can/DHAHilfsgüter für Idlib - Foto: Lefteris Pitarakis/APLuftangriff bei Idlib - Foto: Syrischer Zivilschutz Weißhelme

Berlin - Außenminister Heiko Maas will sich bei seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow dafür einsetzen, dass eine Großoffensive gegen die letzte syrische Rebellenhochburg Idlib ausbleibt.

«Wir alle wissen, was auf dem Spiel steht. Es geht darum, das Schlimmste zu verhindern, nämlich eine neue humanitäre Katastrophe», sagte Maas vor seinem Treffen mit Lawrow am Freitag in Berlin in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. «Russland spielt da eine Schlüsselrolle und wir haben da Erwartungen. Das werden wir ganz offen miteinander besprechen.»

In dem Gebiet um Idlib an der türkischen Grenze sind etwa drei Millionen Einwohner eingeschlossen. Bei einer Großoffensive der Regierungstruppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad wird eine humanitäre Katastrophe mit hunderttausenden Flüchtlingen befürchtet. Russland gilt als Schutzmacht Assads.

Den russischen Forderungen nach schneller Wiederaufbauhilfe für das kriegszerstörte Syrien will Deutschland zunächst nicht nachgeben. Maas bekräftigte, dass es solche Unterstützungsleistungen nur unter bestimmten Bedingungen geben werde. «Wenn es eine politische Lösung in Syrien gibt, die am Ende zu freien Wahlen führt, sind wir bereit, Verantwortung beim Wiederaufbau zu übernehmen», sagte der SPD-Politiker. «Das werden weder die Russen noch die Iraner oder die Türkei alleine stemmen können. Da kommt uns eine wichtige Rolle zu.»

Maas fügte hinzu, dass sich die Bundesregierung eine dauerhafte politische Lösung mit Assad nicht vorstellen könne. Er nannte eine Absetzung des Präsidenten aber auch nicht als Voraussetzung für Wiederaufbauhilfe. «Mit dem Prozess der Vereinten Nationen, an dessen Ende Wahlen stehen sollen, wird die letzte Entscheidung in die Hände aller Syrer gelegt. Dazu gehören auch diejenigen, die aus ihrer Heimat geflohen sind und wieder zurück wollen.»

Lawrow hatte am Donnerstag vor seiner Abreise nach Berlin die deutsche Zurückhaltung bei einem Wiederaufbau Syriens kritisiert. «Hilfe für die Syrer könnte ein wichtiges Gebiet internationaler Kooperation sein. Leider haben wir mit Deutschland noch nicht zu dieser Kooperation gefunden», sagte er in einem dpa-Interview.

Maas begrüßte zwar grundsätzlich die Bestrebungen Russlands, Flüchtlinge nach Syrien zurückzuführen. «Das wird aber nicht funktionieren, wenn die Menschen diese Möglichkeit gar nicht wahrnehmen wollen, weil sie in Syrien Verfolgung, Verhaftung und Enteignung ausgesetzt sind», betonte er. «Insofern ist die Rückführungsinitiative Russlands zum jetzigen Zeitpunkt nicht erfolgversprechend.»

Offizieller Anlass des Besuchs Lawrows in Berlin ist der Abschluss des Jahres der deutsch-russischen Städtepartnerschaften. Die beiden Politiker wollen zudem ein gemeinsames Themenjahr zur Hochschul- und Wissenschaftskooperation auf den Weg bringen.

Die deutsch-russischen Beziehungen sind seit Beginn der Ukraine-Krise vor vier Jahren massiv angespannt. Die Bundesregierung strebt aber einen verstärkten Dialog mit Moskau an, gerade um bei den Bemühungen um eine Lösung von Krisen wie in Syrien voranzukommen.

@ dpa.de

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