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Regierung, Militär

In Myanmar sieht sich die entmachtete und festgesetzte Regierungschefin Aung San Suu Kyi neuen Vorw√ľrfen ausgesetzt.

18.03.2021 - 10:38:09

Myanmar - Junta erhebt neue Korruptionsvorw√ľrfe gegen Suu Kyi. Ihr Anwalt findet sehr deutliche Worte, was er davon h√§lt.

Yangon - Die Milit√§rjunta in Myanmar hat neue Korruptionsvorw√ľrfe gegen die entmachtete und festgesetzte Regierungschefin Aung San Suu Kyi erhoben.

Ein bekannter Gesch√§ftsmann sagte im von der Armee kontrollierten Sender Myawaddy, er habe der 75-J√§hrigen seit 2017 √ľber mehrere Jahre insgesamt 550.000 Dollar (460.000 Euro) gegeben. Dadurch habe er sich Vorteile f√ľr sein Unternehmen erhofft, erkl√§rte der 48-j√§hrige Maung Weik. Es seien Ermittlungen wegen m√∂glicher Bestechung und Korruption eingeleitet worden, so der Sender.

Bereits in der vergangenen Woche hatte ein Sprecher der Junta Korruptionsvorw√ľrfe gegen Suu Kyi angedeutet. Dabei ging es um 600.000 Dollar (500.000 Euro) und Goldbarren, die ein Regionalminister der Politikerin gegeben haben soll. Wenn sie in beiden Punkten schuldig gesprochen w√ľrde, drohten ihr bis zu 30 Jahre Haft, schrieb die Zeitung ¬ęThe Irrawaddy¬Ľ am Donnerstag. ¬ęDas bedeutet, dass sie den Rest ihres Lebens hinter Gittern verbringen w√ľrde.¬Ľ

Suu Kyis Anwalt Khin Maung Zaw sagte am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur, man k√∂nne die fr√ľhere Freiheitsikone wegen vieler Dinge kritisieren, aber ihr Korruption vorzuwerfen, sei l√§cherlich. ¬ęWir kennen alle ihren Charakter. Niemand glaubt, dass sie korrupt ist.¬Ľ

Die Justiz beschuldigt die Politikerin bereits mehrerer Vergehen, darunter Verst√∂√üe gegen die Au√üenhandelsgesetze im Zusammenhang mit in ihrem Haus gefundenen Funkger√§ten. Zudem wird ihr vorgeworfen, gegen die Corona-Bestimmungen versto√üen zu haben. Am schwersten wiegt bislang der Vorwurf, ¬ęAnstiftung zum Aufruhr¬Ľ betrieben zu haben.

Das Milit√§r hatte Suu Kyi nach dem Putsch vom 1. Februar in Gewahrsam genommen und einen einj√§hrigen Ausnahmezustand verh√§ngt. Seither gibt es immer wieder Massenproteste, gegen die die Junta mittlerweile brutal vorgeht. Die Demonstranten fordern die R√ľckkehr zu demokratischen Reformen und die Wiedereinsetzung von Suu Kyis ziviler Regierung. Die beliebte Politikerin hatte die Parlamentswahl im November klar gewonnen.

© dpa-infocom, dpa:210318-99-871223/2

@ dpa.de