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Kriminalität, Migration

In einer Anlaufstelle für Geflüchtete haben Wachleute Asylbewerber attackiert.

09.08.2019 - 16:18:06

Sachsen-Anhalt - Übergriffe auf Flüchtlinge durch Wachpersonal. Das zeigen zwei Videosequenzen. Das Innenministerium in Sachsen-Anhalt will den Fall nun lückenlos aufarbeiten.

Halberstadt/Magdeburg - In einer Zentralen Anlaufstelle für Geflüchtete (Zast) in Sachsen-Anhalt ist es zu Übergriffen von Mitarbeitern des privaten Wachdienstes auf Asylsuchende gekommen. Das teilte das Landesinnenministerium in Magdeburg mit.

Auf zwei bei Youtube hochgeladenen kurzen Videos ist demnach zu sehen, wie vier Wachleute in Halberstadt zwei streitende Flüchtlinge erst trennen und später einen von ihnen zu Boden stoßen, treten und drangsalieren. Die Videosequenzen sind mit dem Datum des 14. April versehen. Das Ministerium hat von dem Vorgang nach eigenen Angaben am Freitagvormittag erfahren.

Die vier beteiligten Wachleute sind nach Angaben des Innenministers von Sachsen-Anhalt, Holger Stahlknecht (CDU), sofort suspendiert worden. Gegen weitere Wachmänner, die das Geschehen laut Video tatenlos verfolgt haben, werde ebenfalls ermittelt. Laut Stahlknecht wurde damit begonnen, eine Ermittlungsgruppe einzurichten, um den Vorgang lückenlos aufzuklären. «Es gibt Dinge, die gehen überhaupt nicht. Punkt», sagte Stahlknecht. Die beiden Sequenzen müssten nun gesichert, ausgewertet und bewertet werden. Außerdem sei zu prüfen, ob es in der Vergangenheit zu ähnlich gelagerten Vorfällen in der Zast gekommen sein könnte.

Wer die Sequenzen auf der Videoplattform Youtube hochgeladen hat, war zunächst unklar. Aufgenommen wurde das Video laut Ministerium aus dem Obergeschoss eines Hauses der Einrichtung, wo es Unterkünfte für Geflüchtete gibt.

Aktuell befinden sich laut Ministerium weniger als 1000 Asylsuchende in der Erstaufnahmestelle. Pro Schicht seien zehn Wachmänner anwesend - rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Die betroffene Sicherheitsfirma ist den Angaben zufolge seit Dezember 2017 in der Zast im Einsatz, nachdem sich in einem europaweiten Vergabeverfahren durchgesetzt hatte.

@ dpa.de