Tarife, Gewerkschaften

In Deutschlands Krankenhäusern spitzt sich die Corona-Lage zu - und nun sollen die Unikliniken auch noch bestreikt werden.

13.11.2021 - 11:00:07

Tarife - Verdi weitet Warnstreiks an Unikliniken aus. Das Argument von Verdi: Anders sorgten die Arbeitgeber nicht für Verbesserungen.

Werneke versicherte, die Arbeitskampfmaßnahmen würden «mit sehr großem Verantwortungsbewusstsein und auf die regionale Lage jeweils abgestimmt» organisiert. «Wenn die Beschäftigten auf die ignorante Haltung der Arbeitgeber nicht reagieren, würden diese ihnen diese bei der dritten Verhandlungsrunde wieder vorhalten», sagte Werneke. «Das Schändliche ist, dass die Arbeitgeber sagen: Es gibt kein Problem.» Sie ignorierten den Fachkräftemangel und die dramatische Situation auf vielen Stationen. Dabei sei zum Beispiel ein Drittel der Intensivbetten nicht belegt, weil viele Beschäftigte ihren Beruf erschöpft und frustriert aufgegeben hätten.

Silberbach meinte: «Die Verantwortung für alle Folgen der Streikmaßnahmen tragen die Arbeitgeber ? es ist an ihnen, den Konflikt jetzt zügig mit uns zu lösen.»

Auch in anderen Bereichen wollen die Gewerkschaften die Warnstreiks ausweiten. Die Aktivitäten sollen laut Werneke hin zur dritten Verhandlungsrunde breiter werden. «Das betrifft die gesamte Bandbreite des öffentlichen Dienstes der Länder, von der Verwaltung über Kitas und dem Gesundheitswesen bis hin zu den Schulen.»

Silberbach sagte, tausende Beschäftigte der Schulen, der Polizei, der Justiz, der Finanzverwaltung, des technischen und des Straßen- und Verkehrsdienstes hätten bereits in den vergangenen Tagen ihrem Unmut Luft gemacht. «Auch in der kommenden Woche werden sich diese und weitere Branchen, auch der Gesundheitsdienst, hör- und sichtbar mit Warnstreiks und Protesten zu Wort melden.»

Werneke bezeichnete die bisherigen Verhandlungen als «absolut frustrierend». Die Arbeitgeber leugneten, dass die Beschäftigten wie alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland mit starken Preissteigerungen konfrontiert würden. «Mit abenteuerlichen Rechentricks, die Finanzministern unwürdig sind, rechnen die Länderarbeitgeber die Inflationsrate auf 2 Prozent herunter», sagte der Verdi-Chef. «Das widerspricht nicht nur den offiziellen Zahlen, sondern vor allem auch der Lebenswirklichkeit der Menschen.»

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