Demonstrationen, Energie

In der Republik Kasachstan gehen die Straßenschlachten mit Sicherheitskräften weiter.

06.01.2022 - 08:08:10

Massenunruhen - Schüsse in kasachischer Stadt Almaty. In Almaty liefern sich bewaffnete Demonstranten und das Militär einen «heftigen Schusswechsel».

  • Almaty - Foto: Valery Sharifulin/TASS/dpa

    Sicherheitskr?fte w?hrend einer sogenannten Antiterroroperation im Einsatz, um die Massenunruhen zu beenden. Foto: Valery Sharifulin/TASS/dpa

  • Soldaten - Foto: Valery Sharifulin/TASS/dpa

    300 Soldaten haben sind wegen der Unruhen in gepanzerten Mannschaftswagen anger?ckt. Foto: Valery Sharifulin/TASS/dpa

Almaty - Foto: Valery Sharifulin/TASS/dpaSoldaten - Foto: Valery Sharifulin/TASS/dpa

Almaty - Die schweren Ausschreitungen in der Republik Kasachstan dauern an.

In der Millionenstadt Almaty habe es vor dem Rathaus einen «heftigen Schusswechsel» zwischen Dutzenden bewaffneten Menschen und dem Militär gegeben, meldete die russische Staatsagentur Tass unter Berufung ihres Korrespondenten vor Ort. 300 Soldaten seien etwa in gepanzerten Mannschaftswagen angerückt. Sie hätten den Platz umstellt.

Zu Opferzahlen gab es zunächst keine Angaben. Internetseiten kasachischer Medien waren auch am Morgen nicht vom Ausland aus zu erreichen. Die genaue Lage war deshalb unklar.

Im Zentrum Almatys gebe es keine Demonstranten und Soldaten mehr, berichtete das kasachische Medium Vlast im Nachrichtenkanal Telegram. Viele Supermärkte und Geschäfte seien geplündert worden, darunter der Laden eines Waffenhändlers. Zudem seien viele Geldautomaten gesprengt worden. «In der Stadt riecht es stark nach Feuer.»

Dagegen zeigten Videos aus der Hauptstadt Nur-Sultan (früher Astana), wie das öffentliche Leben in den neuen Tag startete. Zu sehen sind Autos und Linienbusse auf den Straßen, aber auch ein großes Aufgebot an Sicherheitskräfte, das Regierungsgebäude abgeriegelt hat. Am Flughafen der Stadt fielen Berichten zufolge zunächst bis zum Mittag alle Flüge aus. Im gesamten Land gilt der Ausnahmezustand. Vor einigen Banken bildeten sich lange Warteschlangen.

Auslöser der größten Protestwelle seit Jahren war Unmut über deutlich gestiegene Treibstoffpreise an den Tankstellen der öl- und gasreichen Ex-Sowjetrepublik. Als Reaktion auf die teils gewaltsamen Proteste entließ Präsident Kassym-Jomart Tokajew die Regierung, bevor in der Nacht zu Donnerstag das Militär in Almaty einschritt.

© dpa-infocom, dpa:220105-99-593821/22

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