Konflikte, Syrien

In der Rebellenhochburg Ost-Ghuta in Syrien rückt die syrische Armee weiter vor.

08.04.2018 - 08:30:06

Krieg in Syrien - Dutzende Tote bei mutmaßlichem Giftgasangriff auf Ost-Ghuta. Nun sorgen Berichte über den Einsatz von Chemiewaffen international für Entsetzen. Die Vereinigten Staaten sind alarmiert.

  • Rauchwolken - Foto: Ammar Safarjalani/XinHua

    Rauch steigt nach dem Einschlag einer Rakete der syrischen Armee über Duma auf. Foto: Ammar Safarjalani/XinHua

  • Beobachter - Foto: Ammar Safarjalani/XinHua

    Ein Soldat der syrischen Armee beobachtet die Kampfhandlungen in Duma. Foto: Ammar Safarjalani/XinHua

  • Konflikt in Syrien - Foto: Ammar Safarjalani/XinHua

    Erneut ist eine Rakete der syrischen Armee in Duma eingeschlagen. Foto: Ammar Safarjalani/XinHua

  • Rakete - Foto: Ammar Safarjalani/XinHua

    Eine Rakete der syrischen Armee steigt in Ost-Ghuta in den Himmel. Foto: Ammar Safarjalani/XinHua

Rauchwolken - Foto: Ammar Safarjalani/XinHuaBeobachter - Foto: Ammar Safarjalani/XinHuaKonflikt in Syrien - Foto: Ammar Safarjalani/XinHuaRakete - Foto: Ammar Safarjalani/XinHua

Damaskus - Bei Angriffen der syrischen Armee auf die letzte verbliebene Rebellenhochburg in Ost-Ghuta sind Dutzende Menschen getötet worden. Hilfsorganisationen berichteten in der Nacht zum Sonntag von einem mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen.

Nach Angaben der Weißhelme hatte ein Hubschrauber am Samstagabend eine Fassbombe mit Chemikalien über der Stadt Duma abgeworfen. Dabei seien mindestens 150 Menschen getötet und mehr als 1000 verletzt worden. Ganze Familien seien in ihren Schutzunterkünften erstickt. Die Zahl der Opfer steige beständig. Auf ihrem Twitter-Konto veröffentlichten die Helfer schockierende Fotos der mutmaßlichen Opfer.

Auch die Hilfsorganisation UOSSM geht von einem Giftgasangriff aus. Sier bezifferte die Zahl der Toten am Sonntag mit «weit über 100». Es sei über den Geruch von Chlor berichtet worden, Retter glaubten jedoch an die Verwendung von Sarin-Gas, sagte ein Sprecher. «Das ist eine der schlimmsten chemischen Attacken in der syrischen Geschichte», erklärte der UOSSM-Vorsitzende Ghanem Tayara am Samstag. Die Berichte konnten zunächst nicht unabhängig verifiziert werden.

Die US-Regierung prüft Berichte über einen möglichen Giftgasangriff und sieht möglicherweise Handlungsbedarf. Man folge den beunruhigenden Nachrichten über einen weiteren mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen in Syrien genau, teilte Außenministeriumssprecherin Heather Nauert in der Nacht zum Sonntag in Washington mit. Sollten sich die Berichte bestätigen, sei eine sofortige Antwort der internationalen Gemeinschaft gefordert. «Die Vereinigten Staaten bemühen sich weiterhin, mit allen verfügbaren Kräften diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die Chemiewaffen einsetzen - in Syrien oder anderswo», so Nauert.

Die syrische Nachrichtenagentur Sana verwarf die Berichte unterdessen als unwahr. «Einige Medien, die für ihre Unterstützung der Terroristen bekannt sind, haben behauptet, dass die Armee chemische Waffen in der Stadt Duma benutzt habe», hieß es da. Derartige Berichte dienten nur dazu, das Vorrücken der syrischen Armee zu hindern. Die syrische Armee war zuvor begleitet von schweren Luftangriffen auf Duma vorgerückt. Dabei waren zahlreiche Zivilisten getötet worden.

Die syrische Armee hatte in den vergangenen Wochen einen massiven Militäreinsatz auf das Rebellengebiet Ost-Ghuta durchgeführt. Das Gebiet, das an die Hauptstadt Damaskus angrenzt, war jahrelang belagert. Ein Großteil der Rebellen hat sich nach Absprachen mit der syrischen Führung aus dem Gebiet zurückgezogen. Lediglich die Stadt Duma wird noch von Kämpfern der Gruppe Dschaisch al-Islam gehalten.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Entmilitarisierter Streifen - Radikale syrische Milizen lehnen Pufferzone in Idlib ab Idlib - Zahlreiche radikal-islamische Regierungsgegner lehnen eine Pufferzone für die syrische Rebellenhochburg Idlib ab. (Politik, 19.09.2018 - 18:08) weiterlesen...

Putin und Merkel sprechen über Syrien-Konflikt. Der russische Präsident Wladimir Putin habe Kanzlerin Angela Merkel bei einem Telefonat über die Einigung mit der Türkei zur Einrichtung einer entmilitarisierten Zone in der Rebellenhochburg Idlib in Syrien informiert, teilte der Kreml mit. Sie soll eine Großoffensive der syrischen Regierung auf das letzte große Rebellengebiet des Landes verhindern. Die Initiative für das Telefonat ging laut Kreml von deutscher Seite aus. Berlin - Deutschland und Russland haben erneut über eine Friedenslösung für Syrien beraten. (Politik, 19.09.2018 - 16:54) weiterlesen...

Vereinte Nationen loben Pufferzone um Idlib unter Vorbehalt. Die Einigung würde einen «umfassenden Militäreinsatz abwenden und Millionen Zivilisten eine Atempause» verschaffen, teilte UN-Generalsekretär António Guterres mit und rief die beteiligten Parteien auf, sich an die Vereinbarung zu halten. Russland und die Türkei hatten sich darauf geeinigt, rund um die Region Idlib einen entmilitarisierte Streifen einzurichten. Damit soll dort eine Großoffensive der syrischen Regierungstruppen verhindert werden. New York - Die Vereinten Nationen haben die Einigung auf eine Pufferzone um die syrische Rebellenprovinz Idlib unter Vorbehalt begrüßt. (Politik, 18.09.2018 - 21:52) weiterlesen...

Abschuss von Militärmaschine - Krise zwischen Russland und Israel. Israel greift dort regelmäßig Ziele an - Syriens Raketenabwehr schießt zurück. Diesmal wird eine russische Aufklärungsmaschine Opfer eines fatalen Fehlers. Im syrischen Bürgerkrieg mischen viele Kräfte mit. (Politik, 18.09.2018 - 16:22) weiterlesen...

Israel sieht Verantwortung für Flugzeugabschuss bei Syrien. Die Armee wies damit russische Vorwürfe zurück, der Abschuss sei Israels Schuld. «Israel hält zudem Iran und die Hisbollah-Terrororganisation für diesen unglücklichen Vorfall für verantwortlich», hieß es in einer Stellungnahme. Das russische Aufklärungsflugzeug mit 15 Soldaten war in der Nacht zu Dienstag über dem Mittelmeer abgeschossen worden. Es fiel einem Fehltreffer der syrischen Luftabwehr zum Opfer. Tel Aviv - Die israelische Armee sieht die Verantwortung für den Abschuss eines russischen Militärflugzeuges über dem Mittelmeer bei der syrischen Regierung. (Politik, 18.09.2018 - 14:56) weiterlesen...

Wrackteile des abgeschossenen russischen Flugzeugs gefunden. Auch Leichenteile der 15 getöteten Soldaten an Bord seien geborgen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Das russische Aufklärungsflugzeug war am späten Montagabend versehentlich von der syrischen Armee abgeschossen worden. Das Feuer aus dem Luftabwehrsystem S-200 russischer Bauart hätte eigentlich Raketen angreifender israelischer Kampfjets abfangen sollen. Moskau - Russische Suchschiffe haben im Mittelmeer Wrackteile der versehentlich von syrischen Truppen abgeschossenen Militärmaschine Il-20 gefunden. (Politik, 18.09.2018 - 13:42) weiterlesen...