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Demonstrationen, Polizei

In den USA gehen die Proteste nach dem Tod von George Floyd weiter.

01.06.2020 - 15:43:26

Nach Tod von George Floyd - USA: Weiter Proteste und Gewalt - Tanklaster fährt in Menge. Trotz der vielerorts geltenden Ausgangssperren gehen die Menschen landesweit wieder auf die Straßen. Auch die Gewalt hält an.

  • US-Präsident - Foto: Patrick Semansky/AP/dpa

    US-Präsident Donald Trump fordert von Gouverneuren eine härtere Gangart. Foto: Patrick Semansky/AP/dpa

  • Proteste in St. Paul - Foto: Julio Cortez/AP/dpa

    Ein Demonstrant fordert mit einem Plakat «Gerechtigkeit für George Floyd» vor dem Minnesota Statehouse. Foto: Julio Cortez/AP/dpa

  • Gedenken in Minneapolis - Foto: Bebeto Matthews/AP/dpa

    Ein Wandgemälde in der Nähe der Stelle, an der Floyd von der Polizei so brutal festgehalten wurde. Foto: Bebeto Matthews/AP/dpa

  • Polizeieinsatz - Foto: Elizabeth Flores/Star Tribune/AP/dpa

    Polizzisten sprühen aus kurzer Distanz Pfefferspray auf Demonstranten in Minneapolis. Foto: Elizabeth Flores/Star Tribune/AP/dpa

  • Demonstration in Manhattan - Foto: Wang Ying/XinHua/dpa

    Demonstranten versammeln sich in New York auf dem Times Square. Foto: Wang Ying/XinHua/dpa

  • Geschäft geplündert - Foto: Marcio Jose Sanchez/AP/dpa

    Plünderungen in Santa Monica in Kalifornien. Foto: Marcio Jose Sanchez/AP/dpa

  • Protest in Washington - Foto: Can Merey/dpa

    Demonstranten knien als Zeichen des Protests in der Hauptstadt Washington auf einer Straße. Foto: Can Merey/dpa

  • Ausschreitungen in der Hauptstadt - Foto: Evan Vucci/AP/dpa

    Demonstranten in Washington kippen ein parkendes Auto um und zertrümmern die Scheiben. Foto: Evan Vucci/AP/dpa

  • Festgesetzt - Foto: John Minchillo/AP/dpa

    Polizisten umstellen Demonstranten in Minneapolis. Foto: John Minchillo/AP/dpa

  • Handgemenge - Foto: Wong Maye-E/AP/dpa

    Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Demonstranten in New York. Foto: Wong Maye-E/AP/dpa

  • Protest gegen die Politik - Foto: Liu Jie/XinHua/dpa

    Demonstranten versammeln sich vor dem Weißen Haus in Washington. Foto: Liu Jie/XinHua/dpa

  • Hartes Durchgreifen - Foto: Dan Pelle/The Spokesman-Review/AP/dpa

    Polizisten verschießen Tränengasgranaten in Spokane im Bundesstaat Washington. Foto: Dan Pelle/The Spokesman-Review/AP/dpa

  • Protest gegen Rassismus - Foto: Carolyn Kaster/AP/dpa

    Demonstranten sitzen vor dem Lincoln-Denkmal in Washington. Foto: Carolyn Kaster/AP/dpa

  • Protest in Kanada - Foto: Liang Sen/Xinhua/dpa

    Eine Frau im kanadischen Vancouver hat das Flehen von George Floyd - «I can't breathe» («Ich kann nicht atmen») - auf ein Schild geschrieben. Foto: Liang Sen/Xinhua/dpa

US-Präsident - Foto: Patrick Semansky/AP/dpaProteste in St. Paul - Foto: Julio Cortez/AP/dpaGedenken in Minneapolis - Foto: Bebeto Matthews/AP/dpaPolizeieinsatz - Foto: Elizabeth Flores/Star Tribune/AP/dpaDemonstration in Manhattan - Foto: Wang Ying/XinHua/dpaGeschäft geplündert - Foto: Marcio Jose Sanchez/AP/dpaProtest in Washington - Foto: Can Merey/dpaAusschreitungen in der Hauptstadt - Foto: Evan Vucci/AP/dpaFestgesetzt - Foto: John Minchillo/AP/dpaHandgemenge - Foto: Wong Maye-E/AP/dpaProtest gegen die Politik - Foto: Liu Jie/XinHua/dpaHartes Durchgreifen - Foto: Dan Pelle/The Spokesman-Review/AP/dpaProtest gegen Rassismus - Foto: Carolyn Kaster/AP/dpaProtest in Kanada - Foto: Liang Sen/Xinhua/dpa

Washington - Die USA kommen nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz nicht zur Ruhe. In der Großstadt Minneapolis, wo der 46-Jährige zuhause war, gab es die sechste Nacht in Folge Proteste. Wieder schlugen sie in Gewalt um.

Zu ähnlichen Szenen kam es am Wochenende auch in anderen Metropolen wie Los Angeles, San Francisco und New York. Mindestens 40 Städte verhängten nächtliche Ausgangssperren, darunter auch Washington.

In Minneapolis, wo der 46-Jährige Floyd vor einer Woche nach seiner Festnahme starb, fuhr ein Tankwagen auf einer Autobahn mit Tausenden Demonstranten in eine Menschenmenge. Der Fahrer sei festgenommen worden, teilten die Behörden mit. Die Hintergründe waren zunächst unklar. Verletzt wurde offenbar niemand. In Minneapolis selbst scheine die Gewalt am Sonntag etwas abzuebben, hieß es bei CNN.

US-Präsident Donald Trump suchte zeitweise in einem unterirdischen Bunker des Weißen Hauses Schutz vor Protesten an der Regierungszentrale. Das berichteten mehrere US-Medien am Sonntagabend (Ortszeit) übereinstimmend aus Trumps Umfeld. Demonstranten hatten sich am Freitagabend vor dem Weißen Haus versammelt, einige von ihnen stießen Barrikaden um, Flaschen und Steine flogen. Nach etwas weniger als einer Stunde habe Trump den Bunker wieder verlassen können, berichtete der Fernsehsender CNN.

Der Schutzraum ist für außergewöhnliche Gefahrensituationen vorgesehen, wie etwa Terroranschläge. Sehen die Sicherheitskräfte im Weißen Haus eine größere Bedrohung, bringen sie den Präsidenten dorthin - was selten vorkommt. Während der Terroranschläge vom 11. September 2001 wurden beispielsweise der damalige Vizepräsident Dick Cheney und andere hochrangige Regierungsmitglieder in Sicherheit gebracht, der damalige Präsident George W. Bush hielt sich in Florida auf.

Trump meldete sich am Samstag, am Tag nach seinem kurzzeitigen Bunker-Aufenthalt mit einer Serie von - teils martialischen - Tweets zu Wort. Darin lobte er die Arbeit des Secret Service mit Blick auf die Proteste am Vorabend.

«Sie waren nicht nur total professionell, sondern auch sehr cool», schrieb Trump. «Ich war drinnen, beobachtete jede Bewegung und hätte mich nicht sicherer fühlen können.» Niemand habe auch nur annähernd den Zaun des Weißen Hauses durchbrechen können. «Wenn sie es getan hätten, wären sie von den bösartigsten Hunden und den bedrohlichsten Waffen begrüßt worden, die ich je gesehen habe», drohte Trump nachträglich. «Dann wären Leute zumindest wirklich schwer verletzt worden.»

Nach einer Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt in New York kam es zu Plünderungen und zahlreichen Festnahmen. Unter den Festgenommenen war eine Tochter von Bürgermeister Bill de Blasio. Auf Fernsehbildern waren brennende Fahrzeuge etwa in Boston und Plünderungen in Philadelphia zu sehen. In Boston wurden nach Angaben der Polizei sieben Einsatzkräfte verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Es habe etwa 40 Festnahmen gegeben.

In anderen Städten hätten Polizisten Gespräche mit den Demonstranten gesucht, berichtete CNN. In Houston habe Polizeichef Art Acevedo die als eine Art Kniefall bekannt gewordene Geste der Solidarität mit den Opfern rassistischer Gewalt gezeigt, so der Sender weiter. Floyd war am Montagabend vor einer Woche nach einem Polizeieinsatz gestorben. Einer der vier Beamten hatte ihm minutenlang sein Knie in den Nacken gedrückt. Bitten des Schwarzen, ihn atmen zu lassen, ignorierte er.

In der Hauptstadt Washington zogen Demonstranten am Sonntagabend (Ortszeit) erneut vor das Weiße Haus. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei. Demonstranten skandierten «Kein Frieden ohne Gerechtigkeit», wie ein dpa-Reporter berichtete. Sie trugen auch Schilder mit Floyds letzten Worten: «Ich kann nicht atmen». Der weiße Polizist, der für Floyds Tod verantwortlich gemacht wird, soll am 8. Juni vor Gericht für eine Anhörung vorgeführt werden, wie CNN berichtete. Ursprünglich sei der Termin für diesen Montag vorgesehen gewesen, dann aber aus unbekannten Gründen verschoben worden.

Ein Sohn des Getöteten rief am Sonntag dazu auf, bei den Protesten Gewalt zu vermeiden. In einem TV-Interview mit dem CNN-Tochtersender KBTX appellierte Quincy Mason Floyd an die Demonstranten, friedlich zu bleiben. Zugleich äußerte er sich bewegt über die große Anteilnahme am Tod seines Vaters. «Jeder kommt und zeigt ihm Liebe. Mein Herz ist sehr berührt von all dem.»

Mindestens 15 der 50 US-Bundesstaaten und der Hauptstadtbezirk Washington mobilisierten die Nationalgarde, wie CNN berichtete. Die Nationalgarde gehört zur Reserve der US-Streitkräfte und kann in Bundesstaaten in Ausnahmesituationen zu Hilfe gerufen werden.

Präsident Trump kündigte an, die sogenannte Antifa solle als Terrororganisation eingestuft werden. Details ließ er offen. Die Antifa hat keine zentrale Führungs- oder Organisationsstruktur. Zum Antifaschismus bekennen sich zahlreiche unterschiedliche linke oder auch linksradikale Gruppen in den USA.

Nach den Ausschreitungen rief Trump demokratische Bürgermeister und Gouverneure zum Durchgreifen auf. «Legen Sie eine härtere Gangart ein», schrieb Trump am Sonntag auf Twitter. «Diese Menschen sind Anarchisten. Rufen Sie jetzt unsere Nationalgarde. Die Welt schaut zu und lacht Sie und den Schläfrigen Joe aus.» Der Republikaner verunglimpft seinen voraussichtlichen Herausforderer bei der Präsidentenwahl im November, den demokratischen Ex-Vizepräsidenten Joe Biden, regelmäßig als «Schläfrigen Joe».

@ dpa.de