Wahlen, Präsident

In dem südamerikanischen Land öffnen die Wahllokale ihre Türen, die Beteiligung an der Abstimmung läuft zunächst schleppend.

20.05.2018 - 21:54:05

Sieg Maduros gilt als sicher - Umstrittene Präsidentenwahl in Venezuela hat begonnen. Amtsinhaber Maduro gibt seine Stimme ab - einige Venezolaner folgen dem Aufruf zum Boykott der Wahl. In anderen Ländern kommt es zu Protesten.

  • Vor Präsidentenwahl - Foto: Ricardo Mazalan, AP

    Nicolas Maduro (M), seine Frau Cilia Flores und Vizepräsident Tareck El Aissami stehen auf der Baustelle eines Baseballstadions. Foto: Ricardo Mazalan, AP

  • Straßenszene - Foto: Rayner Pena

    Menschen versuchen, in einen überladenen Wagen zu steigen. Solche Wagen funktionieren in Caracas als öffentliche Verkehrsmittel. Foto: Rayner Pena

  • Alltagsleben - Foto: Rayner Pena

    Straßenverkäufer bieten Kaffee- und Zuckerpäckchen zum Verkauf an. Foto: Rayner Pena

  • Straßenfrisuer - Foto: Rayner Pena

    Ein Straßenfriseur in Caracas mit einem Kunden. Das Land befindet sich in einer tiefen Krise. Foto: Rayner Pena

  • Caracas - Foto: Rayner Pena

    Eine Mauer in Caracas mit Propaganda für den Staatschef Maduro. Foto: Rayner Pena

  • Maduro - Foto: Rainer Pena

    Bürger überprüfen auf Listen, wo sie ihre Stimme zur Präsidentenwahl abgeben können. In Venezuela sind rund 20,5 Millionen Menschen stimmberechtigt. Im ganzen Land hatten rund 34 000 Wahllokale geöffnet. Foto: Rainer Pena

Vor Präsidentenwahl - Foto: Ricardo Mazalan, APStraßenszene - Foto: Rayner PenaAlltagsleben - Foto: Rayner PenaStraßenfrisuer - Foto: Rayner PenaCaracas - Foto: Rayner PenaMaduro - Foto: Rainer Pena

Caracas - Inmitten der politischen und wirtschaftlichen Krise hat in Venezuela die umstrittene Präsidentenwahl begonnen. Der sozialistische Amtsinhaber Nicolás Maduro gab kurz nach Eröffnung der Wahllokale um 6.00 Uhr (Ortszeit) seine Stimme ab.

«Ich rufe alle Venezolaner auf: Deine Stimme entscheidet», sagte Maduro im Wahllokal in Caracas. Es gehe um «Heimatland oder Kolonie, Frieden oder Gewalt», so Maduro.

Die Wahl lief in Caracas eher schleppend an. Das wichtigste Oppositionsbündnis des lateinamerikanischen Landes, MUD, fürchtete Wahlbetrug und hatte vorab zum Boykott der Abstimmung aufgerufen. «Nicht wählen ist keine Lösung», sagte Bernardino Gonzalez in Caracas. Der 45-Jährige gab seine Stimme nach eigener Aussage dem Oppositionskandidaten Henri Falcón.

Auch María Justo hat ihre Stimme abgegeben: «Ich bin zur Wahl gekommen, weil ich möchte, dass dieser Mann von hier verschwindet. Wir können so nicht weitermachen. Wir brauchen etwas anderes», sagt die 65-Jährige aus Petare, dem größten Slum Venezuelas in der Nähe der Hauptstadt. Auch sie gab ihr Votum an Falcón. Andere Venezolaner sehe die Wahl als vergebene Mühe: «Ich wähle nicht, weil ich dem Wahlrat nicht vertraue, es wird Betrug geben», sagte Janet Borges im Stadtteil Chacao in Caracas.

Der Sieg Maduros galt am Sonntag als so gut wie sicher. Zahlreiche Regierungsgegner sitzen im Gefängnis, wurden von der Wahl ausgeschlossen oder sind ins Ausland geflohen. In Venezuela sind rund 20,5 Millionen Menschen stimmberechtigt. Im ganzen Land hatten rund 34 000 Wahllokale geöffnet.

Oppositionskandidat Falcón prangerte nach seiner Stimmabgabe in der Stadt Barquisimeto Wahlbetrug an. Es habe Unregelmäßigkeiten und Kauf von Stimmen gegeben. Falcón kritisierte zudem, dass an den Wahllokalen die «Carnets de la Patria» (Vaterlandsausweis) kontrolliert würden. Diese sogenannten «roten Punkte» mit Kontrollen der Ausweise hätten sich in dem Land zu einem Druckmittel entwickelt, so der Kandidat.

Unter anderem in Mexiko-Stadt, in Santiago de Chile und Bogota gab es Proteste gegen die Abstimmung. Venezolaner udn weitere Unterstützer hielten Fahnen des Landes in die Höhe und nannten die Wahl einen Betrug. In Mexiko-Stadt hielt der venezolanische Exil-Politiker David Smolansky eine Rede vor der Botschaft. Er werde weiter für die Demokratie in seinem Land kämpfen, sagte Smolansky.

Zahlreiche Länder der Region, die USA und die Europäische Union kündigten bereits an, die Wahl nicht anzuerkennen. Das südamerikanische Land steckt in der schwersten Krise seiner Geschichte. Wegen Devisenmangels kann das ölreichste Land der Welt kaum noch Lebensmittel und Medikamente einführen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für das laufende Jahr mit einem Einbruch der Wirtschaftskraft um 15 Prozent und einer Inflationsrate von mehr als 13 000 Prozent. Angesichts der humanitären Krise haben bereits Millionen Venezolaner das Land verlassen.

@ dpa.de

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