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Konflikte, Verteidigung

In Berlin werden Soldatinnen und Soldaten für ihren Dienst am Hindukusch gewürdigt.

13.10.2021 - 16:16:11

Gedenkakt - Politik würdigt Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Dabei wird auch der 59 in Afghanistan gefallenenen Einsatzkräfte gedacht.

Berlin - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat beim zentralen Abschlussappell für den Einsatz in Afghanistan vor falschen Schlüssen aus der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban gewarnt.

«Für mich steht fest: Der Fall von Kabul war eine Zäsur. Wir stehen an einer Wegscheide, die uns dazu zwingt, über unsere Verantwortung in der Welt, unsere Möglichkeiten und deren Grenzen neu und selbstkritisch nachzudenken», sagte Steinmeier in Berlin. «Ich hoffe, dass wir in 20 Jahren nicht auf diese Wegscheide zurückblicken und sagen: Resignation und Rückzug war die Antwort auf Afghanistan. Es wäre die falsche Lehre!»

Steinmeier verwies auf die Rolle Deutschlands als bevölkerungsreichstes EU-Land und viertgrößte Volkswirtschaft der Welt. Vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte und auch der eigenen Interessen dürfe nicht gleichgültig sein, was in der Welt geschehe. «Deshalb darf Rückzug von der Welt nicht unsere Antwort sein», sagte Steinmeier. «Ich bin überzeugt: Deutsche Außen- und Sicherheitspolitik nach Afghanistan muss ehrlicher, klüger und stärker werden.» Er forderte auch, Deutschland müsse stärker werden in seinen Möglichkeiten, auch im Militärischen.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat an den Tod von insgesamt 59 Soldaten beim Einsatz in Afghanistan erinnert. Zugleich dankte die CDU-Politikerin den Männern und Frauen der Bundeswehr beim zentralen Abschlussappell in Berlin für den 20 Jahre lang in Afghanistan geleisteten Dienst.

«Kein Einsatz zuvor hat die Bundeswehr so sehr geprägt wie dieser Einsatz in Afghanistan. Keiner zuvor war so lange, so intensiv, so gefährlich», sagte sie.

Die Bundeswehr habe ihren vom Parlament erteilten Auftrag erfüllt, so Kramp-Karrenbauer. Sie warnte aber vor überzogenen Erwartungen an den Einsatz von Militär im Ausland. Für eine ehrliche Bilanz sei festzustellen: «Deutschlands Anspruch in Afghanistan war größer als das, was die Bundeswehr hätte leisten können.»

Kramp-Karrenbauer sagte zu den Leistungen der Bundeswehr: «Von Afghanistan ging 20 Jahre lang keine terroristische Bedrohung für das Bündnis aus. Sie alle haben quasi aus dem Nichts die afghanischen Sicherheitskräfte aufgebaut. Eine Generation Männer und Frauen konnte freier und sicherer aufwachsen.

Doch es gibt auch einiges, was die Bundeswehr als Armee nicht kann: Der Aufbau einer Zivilgesellschaft, das Errichten einer Demokratie oder der Aufbau einer Wirtschaft sind nicht der Auftrag von bewaffneten Streitkräften.»

Mit Blick auf den Sieg der militant-islamistischen Taliban sagte sie, die afghanischen Sicherheitskräfte seien gut ausgebildet worden. «Aber: Eine Armee muss wissen, wofür sie kämpft, sie braucht Rückhalt und Zusammenhalt. Beides, und das ist eine bittere Lektion, kann man von außen kaum ausbilden.»

© dpa-infocom, dpa:211013-99-575940/10

@ dpa.de