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Prozesse, Geschichte

Im womöglich letzten NS-Prozess in Deutschland sollte am Donnerstag die Hauptverhandlung beginnen.

30.09.2021 - 14:24:10

NS-Verbrechen - Prozess gegen ehemalige KZ-Sekretärin auf Oktober vertagt. Doch die 96 Jahre alte Angeklagte taucht unter. Das Landgericht Itzehoe schickt die Polizei los.

Itzehoe - Nach der Flucht der Angeklagten hat das Itzehoer Landgericht die Verhandlung im Prozess um NS-Verbrechen im Konzentrationslager Stutthof auf den 19. Oktober vertagt.

«Gegen eine ausgebliebene Angeklagte findet die Hauptverhandlung bekanntlich nicht statt», sagte der Vorsitzende Richter Dominik Groß am Donnerstag. Das Gericht gehe selbstverständlich davon aus, dass die Angeklagte beim nächsten Termin dabei sei. «Irgendwie werden wir das schon hinkriegen.» Ob die 96-Jährige noch auf der Flucht ist, sagte er nicht.

Am Vormittag hatte der Vorsitzende Richter mitgeteilt, dass die Angeklagte flüchtig sei und die Kammer einen Haftbefehl erlassen habe.

Der ehemaligen KZ-Sekretärin Irmgard F. wird Beihilfe zum Mord in mehr als 11.000 Fällen vorgeworfen. Als Stenotypistin und Schreibkraft in der Kommandantur von Stutthof soll sie zwischen Juni 1943 und April 1945 den Verantwortlichen des Lagers bei der systematischen Tötung von Gefangenen Hilfe geleistet haben.

In dem deutschen KZ bei Danzig und seinen Nebenlagern sowie auf den sogenannten Todesmärschen zu Kriegsende starben nach Angaben der für die Aufklärung von NS-Verbrechen zuständigen Zentralstelle in Ludwigsburg rund 65.000 Menschen.

© dpa-infocom, dpa:210930-99-420895/6

@ dpa.de