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Konflikte, Krieg

Hunderte weitere Menschen, die in Afghanistan festsaßen, sind über Taschkent nach Deutschland in Sicherheit geflogen worden.

19.08.2021 - 09:00:08

Afghanistan - Weitere Rettungsflüge mit Evakuierten eingetroffen. Am Flughafen in Frankfurt berichten sie von ihrer Evakuierung.

  • Lufthansa-Maschine - Foto: Sebastian Gollnow/dpa

    Ein Flugzeug der Lufthansa landet am Flughafen Frankfurt. Mit dem Flug wurden Menschen aus dem usbekischen Taschkent nach Deutschland gebracht, die zuvor aus Afghanistan evakuiert wurden. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

  • Taschkent - Foto: Marc Tessensohn/Bundeswehr/dpa

    Ein Transportflugzeug Airbus A400M der Bundeswehr landet mit aus Kabul evakuierten Personen an Bord auf dem Flughafen in Taschkent. Foto: Marc Tessensohn/Bundeswehr/dpa

  • Taschkent - Foto: Marc Tessensohn/Bundeswehr/dpa

    Aus Kabul evakuierte Personen warten nach der Landung mit einem Transportflugzeug Airbus A400M der Bundeswehr darauf, dass sie das Flugzeug in Taschkent verlassen k?nnen. Foto: Marc Tessensohn/Bundeswehr/dpa

  • Frankfurt - Foto: Michael Probst/AP/dpa

    Die Evakuierten aus Kabul verlassen in Frankfurt das Flugzeug. Foto: Michael Probst/AP/dpa

  • Ankunft Evakuierter - Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

    In Sicherheit gebrachte Menschen aus Afghanistan kommen auf dem Frankfurter Flughafen an. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Lufthansa-Maschine - Foto: Sebastian Gollnow/dpaTaschkent - Foto: Marc Tessensohn/Bundeswehr/dpaTaschkent - Foto: Marc Tessensohn/Bundeswehr/dpaFrankfurt - Foto: Michael Probst/AP/dpaAnkunft Evakuierter - Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Frankfurt - In Frankfurt sind am frühen Donnerstagmorgen weitere Maschinen mit Hunderten Menschen an Bord gelandet, die zuvor aus Afghanistan in Sicherheit gebracht worden waren.

Insgesamt befanden sich rund 500 Menschen an Bord der beiden gecharterten Flieger von Lufthansa und Uzbekistan Airways. Die Maschinen waren in der usbekischen Hauptstadt Taschkent gestartet, dorthin hatte die Bundeswehr die Menschen zuvor aus der afghanischen Hauptstadt Kabul gebracht.

Eine weitere Transportmaschine mit insgesamt 211 Bundesbürgern, afghanischen Ortskräften und weiteren Passagieren landete am Donnerstag in der usbekischen Hauptstadt Taschkent, wie das Verteidigungsministerium in Berlin mitteilte.

Damit wurden nach Angaben des Ministeriums von der Bundeswehr seit dem Machtwechsel in Afghanistan bereits mehr als 900 Menschen evakuiert.

Die Bundeswehr hatte in dieser Woche ihre Rettungsaktion für Deutsche und Afghanen begonnen, um sie nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban in Sicherheit zu bringen.

Nach ihrer Landung in Deutschland berichteten Passagiere von schlimmen Erlebnissen und chaotischen Verhältnissen am Flughafen in Kabul. Er habe Tote gesehen und Schüsse gehört. «Es ist schrecklich», sagte Mahmud Sadjadi. «Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit. Nur Chaos», beschrieb er die Zustände in Kabul.

Der Mann aus dem Westerwald war zuvor mit dem Evakuierungsflug der Lufthansa nach Frankfurt geflogen worden. Sadjadi, der sich drei Wochen in Kabul aufgehalten hatte, sagte, insbesondere am Flughafen der afghanischen Hauptstadt sei es gefährlich. «Man muss beispielsweise auch durch eine Barriere der Taliban durchgehen.» Afghanische Sicherheitskräfte hätten geschossen. Er habe mitbekommen, wie Menschen gestorben seien. Ohne Pass sei kein Durchkommen zum Flughafen möglich gewesen.

Ein anderer Passagier, der seinen Namen nicht nennen wollte, berichtete von organisatorischen Schwierigkeiten bei der Rückkehraktion. «Die Situation ist schwer und nicht leicht unter Kontrolle zu bringen», sagte er. Die Menschen in Afghanistan bräuchten aber Hilfe. «Die Welt muss den afghanischen Leuten helfen.»

Der Passagier Sadjadi dankte der Bundesregierung für die Rettung, beklagte aber auch fehlende Informationen. «Es gab keine Informationen, wo wir uns sammeln müssen, wann wir uns sammeln müssen.» Man sei allein gelassen worden, auf seine Mails habe er keine Antwort bekommen. Andere Länder hätten ihre Leute mit Bussen eingesammelt und zum Flughafen gebracht. «Gott sei Dank ist alles gut gegangen.»

Dennoch denke er an die vielen Menschen, die noch in Afghanistan seien. Die Situation sei schrecklich, sagte Sadjadi, der in Frankfurt von seinen Kindern empfangen wurde. «Das Billigste, was es gibt, ist das Leben eines Afghanen», sagte der Deutsche mit afghanischen Wurzeln. Mit dem Land würde ein schreckliches Spiel gespielt. Er selbst habe noch Familie in Afghanistan, seine Geschwister lebten dort.

© dpa-infocom, dpa:210818-99-878970/24

@ dpa.de