International, EU

Hinweise auf die Versklavung von Migranten in Libyen sorgen beim EU-Afrika-Gipfel für Entsetzen.

29.11.2017 - 16:26:06

Sklavenhandel in Libyen - Debatte über Flucht und Sklaverei prägt den EU-Afrika-Gipfel

  • Gerettet - Foto: Migranten und Flüchtlinge in einem Gummiboot mit dem Ziel Europa. Sie wurden nördlich der libyschen Stadt Sabratha aus dem Mittelmeer gerettet. Foto: Emilio Morenatti

    Migranten und Flüchtlinge in einem Gummiboot mit dem Ziel Europa. Sie wurden nördlich der libyschen Stadt Sabratha aus dem Mittelmeer gerettet. Foto: Emilio Morenatti

  • Begrüßung - Foto: Michael Kappeler

    Bundeskanzlerin Angela Merkel wird vom Präsidenten der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara am Flughafen in Abidjan begrüsst. Foto: Michael Kappeler

  • Händeschütteln - Foto: Michael Kappeler

    Das zweitägige Treffen der insgesamt rund 80 Staaten findet in Abidjan statt, der Wirtschaftsmetropole der westafrikanischen Elfenbeinküste. Foto: Michael Kappeler

  • Leben in Agadez - Foto: Migranten warten in einem Ghetto der nigrischen Stadt Agadez, einem Umschlagpunkt für Flüchtlinge, auf die Weiterreise nach Libyen. Foto: Kristin Palitza

    Migranten warten in einem Ghetto der nigrischen Stadt Agadez, einem Umschlagpunkt für Flüchtlinge, auf die Weiterreise nach Libyen. Foto: Kristin Palitza

  • Bootsflüchtlinge im Mittelmeer - Foto: Santi Palacios

    Start ins Ungewisse: Flüchtlinge verlassen in einem überfüllten Schlauchboot gerade das libysche Territorium. Foto: Santi Palacios

  • Rettungseinsatz im Mittelmeer - Foto: Lebensgefährliche Flucht aus der Armut: Libysche Flüchtlinge werden aus dem Mittelmeer gerettet. Foto: Lisa Hoffmann/Sea-Watch

    Lebensgefährliche Flucht aus der Armut: Libysche Flüchtlinge werden aus dem Mittelmeer gerettet. Foto: Lisa Hoffmann/Sea-Watch

  • Flüchtlinge auf dem Mittelmeer - Foto: Olmo Calvo

    Flüchtlinge aus Afrika in einem Schlauchboot vor der Küste von Libyen. Foto: Olmo Calvo

Gerettet - Foto: Migranten und Flüchtlinge in einem Gummiboot mit dem Ziel Europa. Sie wurden nördlich der libyschen Stadt Sabratha aus dem Mittelmeer gerettet. Foto: Emilio MorenattiBegrüßung - Foto: Michael KappelerHändeschütteln - Foto: Michael KappelerLeben in Agadez - Foto: Migranten warten in einem Ghetto der nigrischen Stadt Agadez, einem Umschlagpunkt für Flüchtlinge, auf die Weiterreise nach Libyen. Foto: Kristin PalitzaBootsflüchtlinge im Mittelmeer - Foto: Santi PalaciosRettungseinsatz im Mittelmeer - Foto: Lebensgefährliche Flucht aus der Armut: Libysche Flüchtlinge werden aus dem Mittelmeer gerettet. Foto: Lisa Hoffmann/Sea-WatchFlüchtlinge auf dem Mittelmeer - Foto: Olmo Calvo

Abidjan - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich angesichts von Hinweisen auf Sklaverei für ein europäisch-afrikanisches Vorgehen gegen den Menschenschmuggel in Libyen ausgesprochen.

Es müsse verhindert werden, dass Migranten «auf schrecklichste Weise in Lagern» gehalten oder sogar «gehandelt» würden, sagte sie zum Auftakt des EU-Afrika-Gipfels in Abidjan (Elfenbeinküste).

Wie ein zusätzliches Engagement Deutschlands aussehen könnte, ließ die Kanzlerin offen. Nicht ausgeschlossen wurde allerdings eine neue EU-Initiative. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatten bereits in den vergangenen Tagen ein Eingreifen gefordert. Macron sprach angesichts der Situation in Libyen von «Verbrechen gegen die Menschlichkeit», Juncker von einer «Hölle».

Den Berichten aus dem Land zufolge sollen afrikanische Migranten, die über das Mittelmeer nach Europa fliehen wollten, in Libyen von Menschenhändlern bei Auktionen verkauft worden sein. Bereits zuvor hatte es Hinweise auf Vergewaltigungen und Folter in Lagern gegeben. Für die EU ist das besonders brisant, weil sie über die Unterstützung der libyschen Küstenwache dafür sorgt, dass immer weniger Migranten über Libyen nach Europa kommen können.

Die dramatische Lage in Libyen ließ das Hauptthema des zweitägigen Gipfels zunächst in den Hintergrund rücken. Dieser wollte sich vor allem mit der Frage beschäftigen, wie die Zukunftsperspektiven für junge Afrikaner verbessert werden können. Bis 2050 soll sich die Bevölkerung auf rund 2,5 Milliarden Menschen verdoppeln. Das bedeutet, dass zusätzlich Hunderte Millionen junge Afrikaner Essen, Bildung und vor allem ein Einkommen brauchen.

Wenn sich die Lage nicht deutlich bessert, wird Europa nach Einschätzung von Experten auf Jahrzehnte mit nach Europa strebenden Migranten konfrontiert sein. «Wir reden hier nicht über Tausende, Hunderttausende, die migrieren wollen, sondern über Millionen oder zehn Millionen oder noch mehr», sagte der Afrika-Beauftragte der Kanzlerin, Günter Nooke, in Abidjan.

Um die afrikanischen Staaten zu einem stärkeren Engagement im Kampf gegen die Migration nach Europa zu bewegen, will die EU in den kommenden Jahren vor allem weitere finanzielle Anreize setzten. Ein Beispiel ist die jüngst gestartete «Investitionsoffensive» für Afrika und die Nachbarschaft der EU. In sie sollen 4,1 Milliarden Euro aus dem EU-Haushalt fließen.

Zugleich sollen legale Einreisemöglichkeiten für junge Menschen geschaffen werden, die in der EU eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren wollen. UN-Generalsekretär António Guterres betonte, eine geregelte Zuwanderung unterstütze die Wirtschaft der Heimat- und Zielländer von Migranten. «Wir können den Tragödien im Mittelmeer kein Ende setzen, wenn wir nicht signifikante Möglichkeiten legaler Migration schaffen», sagte er laut Redetext.

Bessere Lebensbedingungen in Afrika zu schaffen, gilt als Herkulesaufgabe. Die Regierung des westafrikanischen Nigeria etwa ist bereits jetzt damit überfordert, ihre Bürger mit grundlegenden Dienstleistungen wie Bildung und Gesundheit zu versorgen. Bis 2100 soll die Bevölkerung des Landes UN-Prognosen zufolge von derzeit 185 Millionen auf rund 900 Millionen anschwellen. Um das rasante Bevölkerungswachstum in Teilen Afrikas zu verlangsamen, braucht es Experten zufolge neben mehr Familienplanung vor allem bessere Schulbildung für Mädchen. Je länger Mädchen zur Schule gingen, desto weniger Kinder würden sie gebären.

Hilfsorganisationen forderten zum Gipfel eine radikale Abkehr von der bisherigen Politik Europas. Viele der aktuellen Kooperationen dienten nur der Eindämmung der illegalen Migration und der Förderung der europäischen Wirtschaft, nicht dem Aufbau nachhaltiger Strukturen in Afrika. Als Beispiel nannten Hilfsorganisationen wie Brot für die Welt, Medico International und Pro Asyl die EU-Unterstützung für das Transitland Libyen. Auch die Unterstützung für Transitländer mit fragwürdiger Menschenrechtslage wie im Tschad oder dem Sudan kritisieren sie.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Pistorius fordert Überprüfung der Russland-Sanktionen. Die deutsche Wirtschaft habe wegen der Strafmaßnahmen einen Schaden in Milliardenhöhe erlitten, und sie schienen zugleich Präsident Wladimir Putin innenpolitisch gestärkt zu haben, sagte der SPD-Politiker der «Süddeutschen Zeitung». «Dies sollte Anlass sein, die Sanktionen zu überprüfen. Berlin - Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hat eine Überprüfung der gegen Russland verhängten Sanktionen gefordert. (Politik, 26.05.2018 - 03:42) weiterlesen...

Neuer EU-Datenschutz - Beschwerden gegen Facebook und Google. Durch die Datenschutzgrundverordnung sollen künftig alle EU-Bürger die Hoheit über ihre Daten zurückgewinnen. Sie setze «einen weltweiten Datenschutz-Standard», sagte EU-Justizkommissarin Vera Jourovà. Aus Wirtschaft und Politik hatte es allerdings viel Kritik an dem Regelwerk gegeben. Wenige Stunden nach Inkrafttreten gingen erste Verbraucher-Beschwerden über Facebook und Google bei den Aufsichtsbehörden ein. Brüssel - Nach zweijähriger Übergangsfrist, viel Anerkennung, aber auch Sorge und Kritik gelten nun einheitliche Datenschutz-Regeln in Europa. (Politik, 25.05.2018 - 19:22) weiterlesen...

Druck auf Tech-Firmen steigt - Neuer EU-Datenschutz: Beschwerden gegen Facebook und Google. Was die einen als Meilenstein feiern, bereitet anderen große Sorge. Die ersten Beschwerden sind schon bei den Behörden eingegangen. 500 Millionen EU-Bürger genießen künftig einen deutlich strengeren Datenschutz. (Politik, 25.05.2018 - 15:52) weiterlesen...

Neue Datenschutzregeln - Beschwerden gegen Facebook und Co.. Die Konzerne zwingen Nutzer Datenschutzbestimmungen zuzustimmen, hieß es in einer Mitteilung des von ihm gegründeten Vereins «Noyb». Das sei ein klarer Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung. Die Beschwerden seien «eine erste Nagelprobe» für die neuen Regeln, sagte Schrems. Brüssel - Wenige Stunden nach Inkrafttreten der neuen Datenschutzgrundverordnung hat der österreichische Jurist Max Schrems Beschwerden gegen Facebook, Google, WhatsApp und Instagram bei den Aufsichtsbehörden eingereicht. (Politik, 25.05.2018 - 12:40) weiterlesen...

Mehr Rechte für Verbraucher - Neue Datenschutzregeln: Erste Beschwerden gegen Tech-Firmen. Die einen feiern die Regeln als «Meilenstein für den Datenschutz», andere sind verunsichert. Unmittelbar nach Inkrafttreten gibt es erste Beschwerden gegen Online-Giganten wie Google und Facebook. Ab sofort gilt in Europa die neue Datenschutzgrundverordnung. (Politik, 25.05.2018 - 12:30) weiterlesen...

Mehr Rechte für Verbraucher - «Neue Ära des Datenschutzes»: Ab sofort gelten die EU-Regeln. Die ersten Beschwerden über Verstöße könnten nach Einschätzung eine EU-Datenschützerin ziemlich schnell kommen. Die Aufregung war ziemlich groß, von nun an gilt die sogenannte Datenschutzgrundverordnung. (Politik, 25.05.2018 - 06:44) weiterlesen...