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Hinter dem pfälzischen Kallstadt liegt ein seltenes Jahr ohne Spekulationen über einen möglichen Besuch von Donald Trump.

26.12.2021 - 03:48:11

Trumps Vorfahren - Kallstadt-Bürgermeister: Ohne Trump ist mir nicht langweilig. Die meisten Menschen im Weinort dürften das Thema nicht vermisst haben.

Kallstadt - Der Bürgermeister der pfälzischen Gemeinde Kallstadt, aus der Donald Trumps Vorfahren väterlicherseits stammen, genießt die Ruhe seit der Abwahl des US-Präsidenten vor gut einem Jahr. «Mir ist in den vergangenen Monaten jedenfalls nicht langweilig gewesen», sagte Thomas Jaworek der Deutschen Presse-Agentur.

Als «deutsche Heimat von Donald Trump» stand der Weinort Kallstadt seit dem Sieg des Republikaners bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 im Fokus internationaler Medien. Während Trumps Amtszeit war immer wieder darüber spekuliert worden, ob das Staatsoberhaupt den Herkunftsort seiner Ahnen in Deutschland besucht.

«Das waren Spekulationen außerhalb von Kallstadt und weniger im Dorf», betonte Jaworek. Wäre Trump gekommen, hätte man ihn «wie jeden anderen Nachfahren von Auswanderern» auf den Spuren seiner Familie begleitet. «Für ihn wäre aber nicht wirklich viel zu sehen, was noch an seine Familie erinnert», sagte der CDU-Politiker. Es habe nie Bestrebungen gegeben, etwa Hinweistafeln an die Geburtshäuser seiner Großeltern zu hängen. «Für die heutigen Bewohner mag trotzdem jeder Tourist, der ein Foto macht, eine Belastung darstellen.»

Auch der Vater des Ketchup-Herstellers Henry John Heinz stammt ursprünglich aus Kallstadt. «Der US-Politiker John Kerry ist mit einer geborenen Heinz verheiratet und Sondergesandter des Präsidenten für das Klima. Trump und Kerry: Größer könnte der Kontrast in Sachen Klimaschutz nicht sein», sagte Jaworek. Ein Austausch zum Beispiel über die Nachhaltigkeitsstrategie von Kallstadt würde ihn mit Kerry jedenfalls mehr reizen als mit Trump.

Dass Trump Chancen auf eine erneute Amtszeit zugerechnet werden, habe man in Kallstadt registriert, sagte der Bürgermeister. Er fügte augenzwinkernd hinzu: «Dann haben wir ja noch drei Jahre Zeit, bis er wieder im Amt ist - beziehungsweise drei Jahre mit regelmäßigen Nachfragen, wie ich die Sache sehe. Damit habe ich ja Erfahrung.»

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