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Klima, UN

«Handelt jetzt!»: Tausende demonstrieren in Glasgow für mehr Tempo beim Klimaschutz.

05.11.2021 - 17:40:10

UN-Weltklimakonferenz - COP26: Umweltstaatssekretär sieht schwierige Verhandlungen. Derweil ringen Vertreter von 200 Staaten weiter um einen Weg zur Begrenzung der Klimaerwärmung.

  • Protest - Foto: Alberto Pezzali/AP/dpa

    Demonstrierende ziehen mit Bannern durch die Stra?en von Glasgow. Foto: Alberto Pezzali/AP/dpa

  • Demo - Foto: Jon Super/AP/dpa

    Klima-Aktivisten bei einer Demo im schottischen Glasgow. Foto: Jon Super/AP/dpa

  • Greta Thunberg - Foto: Andrew Milligan/PA Wire/dpa

    Klimaaktivistin Greta Thunberg (M) bei einer Demonstrationam Rande der UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow. Foto: Andrew Milligan/PA Wire/dpa

  • Proteste - Foto: Danny Lawson/PA/dpa

    Tausende Demonstranten zogen durch die Stra?en von Glasgow. Foto: Danny Lawson/PA/dpa

Protest - Foto: Alberto Pezzali/AP/dpaDemo - Foto: Jon Super/AP/dpaGreta Thunberg - Foto: Andrew Milligan/PA Wire/dpaProteste - Foto: Danny Lawson/PA/dpa

Berlin - Knapp eine Woche nach Beginn der Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow sieht Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth noch schwierige Verhandlungen auf die Delegationen zukommen.

Vor allem mit Blick auf die finanziellen Mittel für ärmere Staaten oder den umstrittenen Artikel 6 des Pariser Klimaschutzabkommens gebe es noch Klärungsbedarf, erläuterte Flasbarth am Freitag.

Beim Artikel 6 geht es um den Handel mit Emissionsminderungen zwischen den Staaten und unter anderem darum, wie die Staaten sich eingesparte Treibhausgase auf ihre Klimabilanz anrechnen lassen können, ohne dass es zu Doppelanrechnungen kommt. Die Verhandler in Glasgow müssen laut Flasbarth auch noch klären, in welchem Zeitrahmen die nationalen Klimaschutz-Ziele überprüft werden sollen - etwa in Fünf-Jahres-Abständen oder alle zehn Jahre. Hier stehe eine Lösung noch aus.

Auch die transparente Berichterstattung über die Emissionsentwicklungen in den jeweiligen Staaten sei ein schwieriger Punkt. Vor allem für ärmere Staaten sei die zusätzliche Bürokratie, die mit Transparenzregeln einhergehe, eine Belastung, sagte Flasbarth. Hier würden die Staatenvertreter darum ringen, wie viel Flexibilität es geben könne und ob etwa besonders belasteten Staaten eine etwas weniger aufwendige Art der Berichterstattung zugestanden werden könne.

Ein weiterer Verhandlungsschwerpunkt ist demnach die Klima-Finanzierung, also das Geld, das Industriestaaten ärmeren Staaten jährlich zur Verfügung stellen wollen, um sie bei der Anpassung an den Klimawandel und dem Klimaschutz zu unterstützen. Bis 2025 wollen die Staaten diese Mittel auf 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr hochgeschraubt haben. Verhandelt wird unter anderem über die Zukunft dieser Mittel nach 2025 und darüber, welcher Anteil künftig in die Anpassung an Klimawandel-Folgen wie Extremwettereignissen fließen soll. Die Staaten des globalen Südens und Umweltverbände fordern einen Anteil von 50 Prozent, bislang sind es laut OECD nur etwa 25 Prozent.

Knapp eine Woche nach dem Start der Konferenz haben in Glasgow derweil Tausende Menschen für mehr Tempo beim Klimaschutz demonstriert. Die Teilnehmer forderten in Sprechchören einen «Systemwechsel» und mehr Klimagerechtigkeit - vor allem für ärmere Staaten. Auf Plakaten waren Slogans zu lesen wie «Kapitalismus killt den Planeten», «Handelt jetzt!» oder «Die Dinosaurier dachten auch, sie hätten Zeit». Auch die Gründerin der Klimaschutzbewegung Fridays for Future, die Schwedin Greta Thunberg, nahm an der Demo teil.

Solidarisch mit den Demonstranten äußerte sich der frühere US-Vizepräsident Al Gore. «An alle in den Hallen der COP26: Jetzt ist die Zeit auf sie zu hören und zu handeln», schrieb er auf Twitter.

Eine Klimaaktivistin aus dem Amazonas-Gebiet hat nach eigenen Angaben nach ihrer Rede bei der Eröffnungszeremonie der Weltklimakonferenz COP26 etliche Todesdrohungen erhalten. «Ich denke, ich habe die richtigen Worte gesagt, weil sie mich attackiert haben», sagte Txai Suruí, die zum indigenen Volk der Paiter Suruí gehört, der BBC am Freitag.

Suruí hatte den Teilnehmern der Konferenz davon berichtet, wie der Klimawandel das Leben ihrer Gemeinschaft bedroht und sie zum Handeln aufgerufen. Brasiliens Präsident Jair Bolsanaro bezichtigte sie daraufhin, das Land zu attackieren. Suruí wurde zum Ziel von Anfeindungen und Drohungen in sozialen Medien. «Ich bin nicht hier, um Brasilien zu attackieren, ich bin hier, um die Realität zu bringen», verteidigte sich Suruí in dem BBC-Interview.

In Schottland ringen rund 200 Staaten darum, wie das Ziel noch erreicht werden kann, die Erderwärmung auf ein erträgliches Maß von maximal 1,5 Grad zu begrenzen. Geplantes Ende der Konferenz ist der 12. November.

© dpa-infocom, dpa:211105-99-873911/7

@ dpa.de