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Mitteldeutsche Zeitung

Halle - Natürlich gibt es zwischen den Sicherheitsbehörden des Bundes und der Länder das, was man neudeutsch "blame game" nennt: Die Verantwortung dafür, dass der Tunesier Anis Amri trotz zahlreicher Hinweise auf seine Gefährlichkeit morden konnte, wird hin- und hergeschoben.

15.11.2019 - 21:11:24

Mitteldeutsche Zeitung: zum Amri-Untersuchungsausschuss

Halle - Natürlich gibt es zwischen den Sicherheitsbehörden des Bundes und der Länder das, was man neudeutsch "blame game" nennt: Die Verantwortung dafür, dass der Tunesier Anis Amri trotz zahlreicher Hinweise auf seine Gefährlichkeit morden konnte, wird hin- und hergeschoben. Ähnliches gab es beim "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) auch schon. Gleichwohl scheint es hier um mehr zu gehen. Es steht der Vorwurf der Vertuschung im Raum. Ohnehin ist es nicht das erste Mal, dass der Untersuchungsausschuss Neues zu Tage fördert. Erst kürzlich tauchte ein bisher unbekanntes Video auf. Nicht zuletzt mit Rücksicht auf die Hinterbliebenen, die nicht zum ersten Mal Klage erheben, sollte der Untersuchungsausschuss nun reagieren. Dazu gehört, den in Verdacht geratenen Ex-Innenminister Thomas de Maizière (CDU) zu hören. Dies ist auch in seinem eigenen Interesse.

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