Demonstrationen, Energie

Gewaltsame Proteste - Tote bei Unruhen in Kasachstan - Moskau verlegt Truppen

06.01.2022 - 09:16:43

Gewaltsame Proteste - Tote bei Unruhen in Kasachstan - Moskau verlegt Truppen. Bei landesweiten Protesten in der autoritär geführten Ex-Sowjetrepublik Kasachstan gibt es Tote und Verletzte. Präsident Kassym-Jomar Tokajew bittet das Ausland um Hilfe. Und Moskau reagiert schnell.

  • Almaty - Foto: Valery Sharifulin/TASS/dpa

    Sicherheitskr?fte w?hrend einer sogenannten Antiterroroperation im Einsatz, um die Massenunruhen zu beenden. Foto: Valery Sharifulin/TASS/dpa

  • Soldaten - Foto: Valery Sharifulin/TASS/dpa

    300 Soldaten haben sind wegen der Unruhen in gepanzerten Mannschaftswagen anger?ckt. Foto: Valery Sharifulin/TASS/dpa

Almaty - Foto: Valery Sharifulin/TASS/dpaSoldaten - Foto: Valery Sharifulin/TASS/dpa

Almaty/Moskau - Angesichts der Unruhen in Kasachstan hat Russland Soldaten in das zentralasiatische Land verlegt.

Es seien Fallschirmjäger als Teil einer Friedenstruppe entsandt worden, teilte die Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit mit. Kasachstan hatte das von Russland geführte Militärbündnis um Hilfe gebeten. Dem Bündnis gehören neben Russland und Kasachstan auch Armenien, Belarus, Kirgistan und Tadschikistan an.

Bereits in der Nacht hatte Militärbündnis erklärt, einem Hilfegesuch Kasachstans nachkommen zu wollen. Der armenische Premierminister Nikol Paschinjan schrieb bei Facebook, die Soldaten sollten für einen begrenzten Zeitraum entsandt werden, «um die Lage in dem Land zu stabilisieren und zu normalisieren».

Gestiegene Treibstoffpreise Protest-Auslöser

Das autoritär geführte Kasachstan erlebt seit Tagen beispiellose Proteste. Auslöser der am Wochenende ausgebrochenen Unruhen war Unmut über deutlich gestiegene Treibstoffpreise an den Tankstellen der öl- und gasreichen Ex-Sowjetrepublik mit mehr als 18 Millionen Einwohnern. Sie schlugen in teils gewaltsame regierungskritische Proteste um. Als Reaktion entließ Präsident Kassym-Jomart Tokajew die Regierung, bevor in der Nacht zu Donnerstag das Militär in der Millionenstadt Almaty einschritt. Tokajew nannte die Unruhen «eine Untergrabung der Integrität des Staates».

«Dutzende Angreifer eliminiert»

Bei den schweren Ausschreitungen sind mehr als 1000 Menschen verletzt worden. Das teilte das Gesundheitsministerium des Landes kasachischen Medien zufolge mit. 400 Menschen seien in Krankenhäuser gebracht worden. Davon müssten 62 auf Intensivstationen behandelt werden.

Keine Angaben wurden zu zivilen Todesopfern gemacht. Es wird befürchtet, dass bei den seit Dienstag andauernden Ausschreitungen viele Menschen getötet wurden. Bislang haben die Behörden den Tod von acht Polizisten und Soldaten bestätigt. Menschen hätten in der Nacht versucht, verschiedene Polizeigebäude zu stürmen, zitierte der kasachische Fernsehsender Khabar 24 einen Sprecher des Innenministeriums, wie die russische Staatsagentur meldete. Dabei seien «Dutzende Angreifer eliminiert» worden. Das lässt darauf schließen, dass es Todesopfer gegeben haben könnte.

Internetseiten kasachischer Medien waren auch am Morgen nicht vom Ausland aus zu erreichen. Die genaue Lage war deshalb unklar. Berichte können von unabhängiger Seite nur schwer geprüft werden.

An verschiedenen Stellen in Almaty liefen Einsätze gegen Demonstranten, die Berichten zufolge auch bewaffnet sein sollen. Einwohner seien aufgerufen worden, an sicheren Orten zu bleiben.

© dpa-infocom, dpa:220105-99-593821/27

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