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junge Welt

Gesundheitsminister Jens Spahn geht gegen Berichte der jungen Welt vor

11.09.2020 - 16:22:40

Gesundheitsminister Jens Spahn geht gegen Berichte der jungen Welt vor. Berlin - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und sein Ehemann, der Journalist und Burda-Cheflobbyist Daniel Funke, fordern vom Berliner Verlag 8. Mai GmbH wegen angeblich unzul?ssiger Berichterstattung die Abgabe von Unterlassungserkl?rungen und die Entfernung von Textpassagen aus der Tageszeitung junge Welt. "Bei Nichtbefolgen drohen sie ...

Berlin - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und sein Ehemann, der Journalist und Burda-Cheflobbyist Daniel Funke, fordern vom Berliner Verlag 8. Mai GmbH wegen angeblich unzul?ssiger Berichterstattung die Abgabe von Unterlassungserkl?rungen und die Entfernung von Textpassagen aus der Tageszeitung junge Welt. "Bei Nichtbefolgen drohen sie mit weiteren juristischen Schritten", teilt Dietmar Koschmieder, Gesch?ftsf?hrer des Verlages am Freitag mit.

Spahn und Funke bestreiten dabei nicht, dass die jW-Berichterstattung wahr ist. Am 19. August berichtete die junge Welt, dass der Minister Millionen von Versichertendaten der Gesundheitsindustrie zur Verf?gung stellt. Gleichzeitig wird gemeldet, dass sich Spahn und Funke f?r ?ber vier Millionen Euro eine Villa in Berlin gekauft haben. Peinlich f?r den Bundesgesundheitsminister, bemerkt der jW-Autor, aber am Ende werde das dann doch wieder "als Privatsache abgetan", w?hrend Villenbesitzer Spahn keine R?cksicht auf die Pers?nlichkeitsrechte von 73 Millionen Versicherten genommen habe. Im zweiten angegriffenen Beitrag kommentiert ein jW-Autor den Umstand, dass die vollmundig angek?ndigten Corona-Pr?mien in Wahrheit nicht einmal einem Viertel der Pflegekr?fte zukommen werde: "F?r Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der sich k?rzlich f?r schlappe vier Millionen Euro eine Villa in Berlin-Dahlem zulegte, ist das offenbar kein Problem."

Mit diesen Texten seien ihre Pers?nlichkeitsrechte verletzt worden, meinen Spahn und Funke. Der Kaufpreis der Villa sei mit abstrakten Vermutungen zu umschreiben und d?rfe nicht konkret benannt werden, hei?t es im Schreiben ihrer Anw?lte. Die jW-Berichterstattung w?rde nur die Neugier der Leser bedienen und allenfalls eine Neiddebatte ausl?sen. Ein ?ffentliches Berichterstattungsinteresse best?nde nicht.

Redaktion und Verlag der jungen Welt unterstreichen hingegen das Interesse der Leserinnen und Leser an genauer Berichterstattung und freier Kommentierung. "Falls Herr Spahn tats?chlich versuchen sollte, der Tageszeitung junge Welt juristisch einen Maulkorb zu verpassen, werden wir uns dagegen zu wehren wissen", betont jW-Chefredakteur Stefan Huth.

In der Wochenendausgabe der jungen Welt (12./13.9.) werden wir ?ber den Fall berichten.

Pressekontakt:

F?r Nachfragen und weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Redaktion junge Welt:

Michael Merz Stellv. Chefredakteur Telefon: +49-(0)30-536355-13 mme@jungewelt.de

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