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Konflikte, Chalifa Haftar

Gespräche über eine Waffenruhe im Bürgerkriegsland Libyen sind in Moskau gescheitert.

14.01.2020 - 17:06:09

Politische Lösung gefordert - Merkel lädt für Sonntag zu Libyen-Treffen in Berlin ein. Nun soll eine prominent besetzte Konferenz in Berlin eine Lösung finden.

  • Haftar und Lawrow in Moskau - Foto: Russian Foreign Ministry /dpa

    General Chalifa Haftar (l) und Russlands Außenminister Sergej Lawrow in Moskau. Foto: Russian Foreign Ministry /dpa

  • Konflikt in Libyen - Foto: Hamza Turkia/XinHua/dpa

    Die von den Vereinten Nationen unterstützten Regierungstruppen kämpfen, hier nahe Tripolis, gegen den aufständischen General Haftar. Foto: Hamza Turkia/XinHua/dpa

  • Libyen-Gespräche in Moskau - Foto: Pavel Golovkin/AP /dpa

    Die Gespräche in Moskau hatten am Montag kein Ergebnis gebracht. Foto: Pavel Golovkin/AP /dpa

  • Türkisch-italienische Gespräche - Foto: Filippo Attili/Gov

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (r) und Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte berieten am Montag über die Lage in Libyen. Italien ist die ehemalige Kolonialmacht, die Türkei entsandte unlängst Truppen nach Libyen. Foto: Filippo Attili/Gov

  • Jahrelange Kämpfe - Foto: Hamza Turkia/XinHua/dpa

    Seit 2011 und dem Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi befindet sich Libyen im Bürgerkrieg. Foto: Hamza Turkia/XinHua/dpa

  • Verteidigung von Tripolis - Foto: Hamza Turkia/XinHua/dpa

    Regierungstruppen im Einsatz. Foto: Hamza Turkia/XinHua/dpa

Haftar und Lawrow in Moskau - Foto: Russian Foreign Ministry /dpaKonflikt in Libyen - Foto: Hamza Turkia/XinHua/dpaLibyen-Gespräche in Moskau - Foto: Pavel Golovkin/AP /dpaTürkisch-italienische Gespräche - Foto: Filippo Attili/GovJahrelange Kämpfe - Foto: Hamza Turkia/XinHua/dpaVerteidigung von Tripolis - Foto: Hamza Turkia/XinHua/dpa

Moskau/Berlin - Nach den ergebnislosen Moskauer Gesprächen über einen Waffenstillstand in Libyen soll ein Gipfeltreffen in Berlin den Weg zu einer politischen Lösung in dem Bürgerkriegsland ebnen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe für diesen Sonntag zu einem Libyen-Gipfel nach Berlin eingeladen, teilte die Bundesregierung mit. Das Treffen werde nach Absprache mit UN-Generalsekretär António Guterres auf Ebene der Staats- und Regierungschefs stattfinden. Außenminister Heiko Maas sagte, ein Abkommen zur Befriedung des Konflikts «mit allen Beteiligten» sei auf der Konferenz nach jetzigem Stand möglich.

Kurz vor der Einladung Merkels waren in Moskau geführte Unterredungen mit den Konfliktparteien über einen Waffenstillstand ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Der abtrünnige General Chalifa Haftar reiste von dort ab, ohne die Vereinbarung zu unterschreiben. Haftar habe sich eine weitere Bedenkzeit genommen, um das Dokument zwei Tage lang mit seinen Verbündeten zu diskutieren, hieß es aus dem russischem Verteidigungsministerium. Der Ministerpräsident der international anerkannten Regierung, Fajis al-Sarradsch, reiste zu Konsultationen in die Türkei.

Der Bürgerkrieg in Libyen tobt seit dem vom Westen unterstützten Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011. Die Türkei unterstützt die international anerkannte Regierung von Ministerpräsident Al-Sarradsch. Russland stärkt - wie Ägypten, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) - General Haftar. Der hat inzwischen die Kontrolle über weite Teile des Landes gewonnen. Im vergangenen Jahr begann er eine Offensive auf die Hauptstadt Tripolis.

An der Konferenz in Berlin werden nach Angaben der Bundesregierung die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Türkei, die Republik Kongo, Italien, Ägypten und Algerien teilnehmen. Ob US-Präsident Donald Trump nach Berlin reisen wird, ist unklar. Es wird erwartet, dass unter anderem der russische Präsident Wladimir Putin und dessen französischer Amtskollege Emmanuel Macron anreisen.

Zudem werden demnach die Vereinten Nationen, die Europäische Union, die Afrikanische Union und die Arabische Liga vertreten sein. Darüber hinaus würden auch Ministerpräsident Al-Sarradsch und General Haftar nach Berlin eingeladen.

In der Mitteilung der Bundesregierung wird betont, Deutschland sei seit September 2019 Gastgeber eines Konsultationsprozesses zum Libyen-Konflikt, mit dem die Arbeit von Guterres und dem UN-Sondergesandten für Libyen, Ghassan Salamé, begleitet werde. Ziel sei es, durch eine Gruppe von Staaten und internationalen Organisationen die UN-Bemühungen für ein souveränes Libyen sowie für den innerlibyschen Versöhnungsprozess zu unterstützen.

Bereits am Sonntag war eine vorläufige Waffenruhe in Libyen in Kraft getreten, die brüchig blieb. Am Dienstag schien die seit Sonntag geltende Waffenruhe aber zu halten. Es gab zunächst keine Berichte über Verstöße oder Kämpfe in der Gegend um Tripolis.

Zu einem direkten Treffen von Vertretern der Sarradsch-Regierung mit Haftar soll es in Moskau nicht gekommen sein. Nach Experteneinschätzung war dies auch ein wesentlicher Grund für das Ende der Moskauer Verhandlungen. Für Haftar sei dies eine «Demütigung» gewesen, sagte der Nahost-Experte Witali Naumkin von der Russischen Akademie der Wissenschaften. Er glaube aber nicht, dass die Verhandlungen damit insgesamt gescheitert seien. «Immerhin ist es gelungen, die beiden nach Moskau zu bringen», sagte er der Agentur Ria Novosti zufolge. «Wenn Menschen sich jahrelang bekämpft haben, kann man nicht erwartet, dass sie kommen, unterschreiben und alles geregelt wird - so einfach ist das nicht.»

Nach dem Abbruch der Gespräche in Moskau stellte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu den Sinn der Berliner Konferenz infrage. «Wenn Haftar so weitermacht, dann hat der Berliner Gipfel keinen Sinn», sagte er in einem von türkischen Medien verbreiteten Video. Präsident Recep Tayyip Erdogan ging dennoch weiter davon aus, dass die Konferenz am Sonntag stattfinden wird. Außerdem sagte er, dass die Moskauer Gespräche trotz allem positiv gewesen seien, «weil sie der internationalen Gemeinschaft das wahre Gesicht des Putschisten Haftar gezeigt haben».

Erdogan betonte, dass die Türkei in Libyen weiter militärisch aktiv sein werde. Wenn sie sich nicht eingemischt hätte, hätte Haftar ganz Libyen erobert. «Sollte er seine Angriffe auf die legitime Führung des Landes und auf unsere Brüder in Libyen fortsetzen, werden wir niemals davor zurückschrecken, dem Putschisten Haftar seine verdiente Lektion zu erteilen», sagte er. Die Türkei hatte jüngst trotz internationaler Kritik begonnen, Soldaten nach Libyen zu schicken.

@ dpa.de

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