Corona, Covid-19

Geht es nach Bundesgesundheitsminister Lauterbach werden die Corona-Infektionen noch zulegen.

24.11.2022 - 08:28:53

Lauterbach erwartet Corona-Winterwelle und rügt Bundesländer. Kritik äußert er an dem «Überbietungswettbewerb» der Bundesländer und nennt die Lockerungen «populistisch».

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rechnet mit steigenden Corona-Infektionszahlen im Winter. «Ich glaube, dass wir noch einmal eine Winterwelle bekommen werden», sagte der SPD-Politiker im Bayerischen Rundfunk. Er verstehe daher die Eile der Bundesländer bei den Lockerungen nicht.

«Jetzt gibt es hier einen Überbietungswettbewerb: Welches Land kann zuerst lockern? Das ist ein Stück weit populistisch.» Zudem gefährde es diejenigen, die sich selbst nicht gut schützen könnten, sagte Lauterbach. Er verwies auf rund 1000 Menschen, die pro Woche mit dem Coronavirus Sterben und eine unerwartet hohe Übersterblichkeit im Oktober.

«Verlieren wir jetzt bitte nicht die Geduld»

Angesichts von Aussichten auf eine baldige Entspannung der Corona-Lage warnt Lauterbach vor zu früher Sorglosigkeit. Es gebe «Hinweise auf eine Entschärfung der Situation», sagte er im Bundestag. Das hänge damit zusammen, dass die Art der Virus-Weiterverbreitung in eine Sackgasse zu geraten scheine, indem nur noch geringe Veränderungen für das Virus möglich seien, noch ansteckender zu werden. «Wenn es jetzt keine Sprunginnovationen durch das Virus mehr gibt, dann sehen wir tatsächlich im nächsten Jahr Möglichkeiten, mit dem Virus ganz anders umzugehen.»

Lauterbach weiter: «Verlieren wir jetzt bitte nicht die Geduld.» Es gelte, die Feiertage und ältere und vorerkrankte Menschen abzusichern. Er bitte um Hilfe und Geduld. «Wir haben hier noch ein paar Monate, wo es schwerer sein wird. Dann können wir anders damit umgehen. Lassen Sie uns bitte jetzt nicht im Stich und auch nicht diejenigen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind.»

Initiative für einheitliches Ende der Maskenpflicht im Nahverkehr

Aus den Ländern kommt unterdessen eine Initiative für ein koordiniertes Ende der Maskenpflicht im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Die Vorsitzende der Verkehrsministerinnen und Verkehrsminister, Bremens Senatorin Maike Schaefer (Grüne), sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: «Mein Ziel ist es, dass sich die Bundesländer hier auf ein einheitliches Vorgehen einigen.»

Für eine Sonderkonferenz der Ressortchefs am kommenden Dienstag habe Bremen daher als Vorsitzland den Antrag eingereicht, die Maskenpflicht im ÖPNV bundesweit zur Einführung des vorgesehenen «Deutschlandtickets» Anfang März abzuschaffen. «Das muss aber unter dem Vorbehalt stehen, dass es die Pandemielage zulässt.»

Über die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen des Nahverkehrs können die Länder selbst entscheiden. Für Fernzüge und Fernbusse ist dagegen laut Infektionsschutzgesetz bundesweit bis zum 7. April 2023 eine FFP2-Maskenpflicht festgeschrieben. Ein Vorstoß für ein Ende der Pflicht im ÖPNV ist bereits aus Schleswig-Holstein gekommen - mit Blick auf den Jahreswechsel.

@ dpa.de

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