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Wahlen, Parteien

Für viele Menschen ist der Freitag das Ende der Arbeitswoche.

16.04.2021 - 12:54:10

Bundestagstagswahl - Laschet oder Söder? Rätselraten um K-Frage. Im Unionspoker um die Kanzlerkandidatur scheint das aber nicht zu gelten. Hier ist kein Ende absehbar. Immerhin laufen die Gespräche.

Berlin/München - Im unionsinternen Streit um die Kanzlerkandidatur ist weiter keine Entscheidung in Sicht.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Unionskreisen sind CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder aber weiter miteinander im Gespräch. Weitere Details zum Stand der Beratungen blieben am Freitag aber zunächst offen, auch bis wann die Entscheidung fallen soll.

Am Dienstag hatten Laschet und Söder nach einer rund vierstündigen Beratung in der Unionsfraktion mitgeteilt, das sie bis Ende der Woche eine Entscheidung für die festgefahrene K-Frage präsentieren wollen. Ob sie damit den Freitag meinten oder das Wochenende, ließen sie offen. Beide hatten am vergangenen Sonntag erklärt, dass sie für die Kandidatur bereit stünden, woraufhin sich die obersten Parteigremien hinter ihrem jeweiligen Parteichef versammelten.

Während Söder - wie andere Politiker von CSU und auch CDU - auf die aktuellen, für ihn sehr positiven Umfragen verweist, betont Laschet immer wieder, Umfragen könnten sich sehr schnell ändern. Zumindest am Freitag war dies aber noch nicht der Fall. Derzeit halten 44 Prozent der Bundesbürger und 72 Prozent der Unions-Anhänger Söder für den geeigneteren Kandidaten, um die Unionsparteien in die Bundestagswahl zu führen, wie der von infratest dimap erhobene Deutschlandtrend des ARD-«Morgenmagazins» (Freitag) ergab.

Im ZDF-Politbarometer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen hat Söder ebenfalls weiter die klar besseren Werte: Den CSU-Vorsitzenden halten 63 Prozent aller Befragten und 84 Prozent der CDU/CSU-Anhänger für kanzlertauglich (nein: 31 Prozent bzw. 12 Prozent). Armin Laschet trauen das Amt nur 29 Prozent zu und in den eigenen Reihen 43 Prozent (nein: 61 Prozent bzw. 49 Prozent. Er liegt damit auch hinter SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz, dem in der Umfrage 37 Prozent aller Befragten die Eignung als Kanzler attestieren (nein: 53 Prozent) und der in den eigenen Reihen sogar auf 76 Prozent kommt.

Interessant erscheint in der ZDF-Umfrage, dass die Union trotz des Machtkampfes um die Kanzlerkandidatur in der Gunst der Befragten wieder steigt. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen CDU und CSU auf 31 Prozent (plus 3), die SPD könnte mit 14 Prozent (minus 1) rechnen, die AfD mit 11 Prozent (minus 1), die FDP mit 9 Prozent und die Linke mit 7 Prozent, beide unverändert. Die Grünen müssten mit 21 Prozent zwei Punkte abgeben.

Im nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Laschet sehen dem Deutschlandtrend zufolge nur 15 Prozent der Bundesbürger und 17 Prozent der Unions-Anhänger den geeigneteren Kandidaten. Aus einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Insa für «Bild» (Freitag) geht zudem hervor, dass die Union bei der Bundestagswahl im September mit einem Kanzlerkandidaten Laschet mit 27 Prozent der Stimmen rechnen dürfte, mit Söder seien es 38 Prozent.

Allerdings betonten diverse Spitzenpolitiker der CDU bereits wiederholt, dass auf Umfragen - zumal rund fünf Monate vor der Wahl - kein Verlass sei. CDU-Vize Jens Spahn betonte am Freitagmorgen im Deutschlandfunk, dass für ihn Laschet als CDU-Vorsitzender «der natürliche Kanzlerkandidat der Union» sei. «Wir haben ihn im Januar zu unserem Vorsitzenden gewählt und jeder, der ihn gewählt hat, wusste, dass er damit auch den Kanzlerkandidaten der CDU nominiert», führte der Gesundheitsminister aus.

Dagegen bekräftigte Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (CSU) ihre Unterstützung für den bayerischen Ministerpräsidenten Söder. Es habe in der Sitzung am Dienstag ein «ganz klares Meinungsbild in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion» für Söder gegeben. Wenn man gewinnen wolle, dürfe man «den Besten nicht auf der Bank sitzen» lassen», sagte sie. Zugleich drang auch sie auf eine schnelle Klärung.

Schon am Donnerstag hatten sich mehrere CDU-Spitzen hinter Laschet gestellt. So forderte der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther Söder zum Rückzug auf. Und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sagte dem Hessischen Rundfunk: «Es ist doch völlig klar, dass die große CDU - das hat Markus (Söder) auch immer gesagt - das erste Zugriffsrecht hat. Und genau das haben wir gemacht.» Laschet betonte, er stehe weiter hinter Laschet.

© dpa-infocom, dpa:210416-99-223351/6

@ dpa.de

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