Parteien, Regierung

Flensburgs Oberbürgermeisterin ist offen, bürgernah und beliebt in der Stadt.

13.02.2018 - 15:24:06

Flensburgs Oberbürgermeisterin - Simone Lange - offen, bürgernah und mit Ambitionen. Vielen gilt Simone Lange als Hoffnungsträgerin der Nord-SPD, die für Erneuerung steht. Jetzt will die gebürtige Thüringerin auch die Bundespartei aufmischen.

Flensburg - Mit diesem Coup hat sich Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange quasi über Nacht bundesweit in die Schlagzeilen katapultiert.

Am späten Montagabend kündigte die 41-Jährige in einem offenen Brief an die SPD-Mitglieder ihre Kandidatur für den SPD-Bundesvorsitz an. Damit könnte Lange gegen Fraktionschefin Andrea Nahles antreten, die den Parteivorsitz eigentlich vorzeitig übernehmen sollte.

Dabei hat Lange persönlich nichts gegen Nahles. «Ich halte zuvorderst den Weg für falsch», sagte Flensburgs Oberbürgermeisterin der Deutschen Presse-Agentur. Bei so einer wichtigen Frage sei es wichtig, die Mitglieder einzubeziehen, findet die Verwaltungschefin. Ihre Bewerbung sieht sie als Angebot. «Vielleicht gibt es ja noch mehr Angebote, auch das fände ich gut.»

Das Einbeziehen, der Dialog, die Beteiligung von Menschen ist Lange auch in ihrem Amt als Oberbürgermeisterin von Schleswig-Holsteins drittgrößter Stadt wichtig. Durch ihre Bürgernähe und ihre offene Art hat die verheiratete Mutter zweier Töchter auch die politische Konkurrenz in der Stadt an der dänischen Grenze von sich überzeugt. Bei der Oberbürgermeisterwahl im Sommer 2016 wurde die SPD-Politikerin auch von CDU und Grünen unterstützt. Gleich im ersten Wahlgang setzte sich Lange mit 51,4 Prozent gegen den Amtsinhaber und zwei weitere Bewerber durch. Innerhalb kürzester Zeit wurde die zierliche Frau, die gerne mal ihre Haarfarbe wechselt, zu einer beliebten Verwaltungschefin.

In die SPD trat Lange 2003 ein. Die Frage, wie man die Gesellschaft «beieinander halten» kann, sei damals ein Antrieb gewesen, sagte sie der dpa. Die Probleme von damals seien immer noch da; Kinderarmut, die Schere zwischen Arm und Reich. «Wir haben offenbar nicht die richtigen Instrumente gehabt, um dies zu ändern.» Vielleicht brauche es mutigere Ideen und Debatten darüber. «Das ist mein Antrieb, lasst uns Neues probieren.»

Respekt erwarb sich die Sozialdemokratin auch auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Herbst 2015, als sie sich gemeinsam mit anderen Helfern unermüdlich am Transitbahnhof Flensburg um gestrandete Flüchtlinge kümmerte. Dort war die damalige Landtagsabgeordnete nur die «Simone».

Lange wurde 1976 in Rudolstadt in Thüringen geboren. Wenn ihr in Flensburg Menschen von dort begegnen, verwickelt sie diese gerne mal in ein Gespräch. Nach dem Abi studierte sie an der Verwaltungsschule in Kiel-Altenholz. Von 1999 bis 2012 arbeitete Lange als Kripobeamte bei der Flensburger Polizei, zuletzt im Bereich Wirtschaftskriminalität. Zudem war sie in der Kommunalpolitik aktiv.

2012 zog sie für die SPD in den Kieler Landtag ein. Dort kümmerte sie sich um Polizeipolitik, war stellvertretende Vorsitzende des Innen- und Rechtsausschusses. Im Landesparlament machte sich Lange mit ihrer fachlichen Kompetenz schnell einen Namen. Abgeordnetenkollegen und Mitarbeiter schätzten außerdem besonders ihre Offenheit und Freundlichkeit.

In der Nord-SPD galt Lange bereits vor Ihrem Vorstoß in Richtung Bund als Hoffnungsträgerin. Im kommenden Jahr wird hier der Landeschef neu gewählt. Lange gilt als eine der potenziellen Nachfolgekandidaten von Amtsinhaber Ralf Stegner, auch wenn sie sich zu dem Thema jetzt nicht äußern will. Mit ihrem Coup am Montagabend wird sich ihr Bekanntheitsgrad deutlich erhöht haben.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Werbetour für GroKo - SPD-Spitze diskutiert weiter mit der Basis. Die rund 463.000 SPD-Mitglieder können ab Dienstag bis zum 2. März abstimmen: Soll es eine neue Koalition mit der Union geben? Die Parteiführung legt sich ins Zeug, damit die Neinsager nicht die Mehrheit bekommen. Werbetour für GroKo - SPD-Spitze diskutiert weiter mit der Basis (Politik, 18.02.2018 - 07:56) weiterlesen...

SPD-Spitze diskutiert weiter mit der Basis über große Koalition. Mainz  - Vor Beginn des Mitgliederentscheids der SPD setzt die Parteispitze ihre Diskussionen mit der Basis über eine weitere große Koalition mit der Union fort. Zu Regionalkonferenzen im nordrhein-westfälischen Kamen und in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz werden heute unter anderem die designierte SPD-Chefin Andrea Nahles und der kommissarische Parteivorsitzende Olaf Scholz erwartet. In der Partei gibt es großen Unmut gegen eine große Koalition - nicht nur unter den Jusos. Der Mitgliederentscheid startet am Dienstag, das Ergebnis wird am 4. März bekanntgegeben. SPD-Spitze diskutiert weiter mit der Basis über große Koalition (Politik, 18.02.2018 - 01:32) weiterlesen...

SPD-Basistreffen in Hannover. «Nach meiner Einschätzung gibt es eine breite Mehrheit, die zu einem Ja beim Koalitionsvertrag tendiert», sagte er am Rande einer Diskussionsrunde in Hannover. Die Parteispitze hatte erst in Hamburg und dann in Hannover um die Zustimmung der Basis geworben. Die designierte Parteichefin Andrea Nahles sagte: «Wir haben das, was wir herausgehandelt haben, auf den Tisch gelegt. Hannover - In Niedersachsen erwartet Ministerpräsident Stephan Weil eine breite Zustimmung der Basis beim SPD-Mitgliederentscheid über eine neue große Koalition. (Politik, 17.02.2018 - 20:04) weiterlesen...

Nahles und Weil werben in Hannover für große Koalition. Zuvor hatte es vormittags Diskussionsrunden in Hamburg gegeben. Die designierte neue Parteichefin Andrea Nahles sagte in Hannover, es laufe gut: «Wir haben das, was wir herausgehandelt haben, auf den Tisch gelegt. Und es hat breite Zustimmung gegeben.» Sie hoffe auf eine ähnliche Zustimmung auch in Hannover. SPD-Landeschef Stephan Weil verwies auf die positiven Erfahrungen mit der großen Koalition in Niedersachsen. Hannover - Wenige Tage vor dem SPD-Mitgliederentscheid über eine neue große Koalition wirbt die Parteispitze heute auch in Hannover um die Zustimmung der Basis. (Politik, 17.02.2018 - 17:48) weiterlesen...

SPD ringt mit der GroKo - Genosse Angst und Gabriels Zukunft. Die erste von sieben Regionalkonferenzen der SPD zeigt: Das Votum wird eng. Ab Dienstag stimmen rund 463.000 SPD-Mitglieder ab: Noch eine große Koalition? Oder lieber «NoGroKo»? Die Stimmung an der Basis in Hamburg ist angespannt. (Politik, 17.02.2018 - 17:24) weiterlesen...

SPD-Spitze startet Werbetour für Koalition. Bei der ersten von sieben Mitgliederkonferenzen warben die designierte SPD-Chefin Andrea Nahles und der kommissarische Vorsitzende Olaf Scholz in Hamburg für ein Bündnis mit CDU und CSU. Nach der Debatte mit rund 650 Teilnehmern sagte Scholz, nach seinem Eindruck fänden «die allermeisten», es liege ein sehr guter Koalitionsvertrag auf dem Tisch, der viele Chancen für Deutschland eröffne. Belastet wird die Kampagne der SPD-Spitze von miesen Umfragewerten für die Partei. Hamburg - Die SPD-Spitze hat ihre Werbeoffensive an der Parteibasis für ein Ja zu einer neuen großen Koalition begonnen. (Politik, 17.02.2018 - 16:12) weiterlesen...