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Konflikte, G7

Evakuierungen aus Kabul - G7: Biden hat kein neues Abzugsdatum aus Afghanistan genannt

24.08.2021 - 21:28:44

Evakuierungen aus Kabul - G7: Biden hat kein neues Abzugsdatum aus Afghanistan genannt. Die Taliban fordern ein Ende der Evakuierungsflüge aus Afghanistan am 31. August. Eine Verlängerung wird es nach aktuellem Stand wohl nicht geben.

  • Flugsicherung am Flughafen Kabul - Foto: Cpl. Davis Harris/U.S. Marine Corps via AP/dpa

    Ein?US-Soldat auf dem Gel?nde des Kabuler Flughafens. Foto: Cpl. Davis Harris/U.S. Marine Corps via AP/dpa

  • Angela Merkel - Foto: John Macdougall/AFP POOL/dpa

    Kanzlerin Angela Merkel gibt nach dem virtuellen G7-Gipfel eine Pressekonferenz. Foto: John Macdougall/AFP POOL/dpa

Flugsicherung am Flughafen Kabul - Foto: Cpl. Davis Harris/U.S. Marine Corps via AP/dpaAngela Merkel - Foto: John Macdougall/AFP POOL/dpa

Washington - Die USA halten vorerst an ihrem Ziel fest, ihre Truppen bis zum 31. August aus Afghanistan abzuziehen. Das erklärte US-Präsident Joe Bidens Sprecherin Jen Psaki nach einer Videoschalte der G7-Staats- und Regierungschefs.

Bereits zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel gesagt, dass Biden beim G7-Gipfel keinen neuen Zeitpunkt für den Abzug der US-Truppen aus Afghanistan genannt habe. «Es sind heute keine neuen Daten über das bekannte Datum des 31.8. (hinaus) genannt worden vom Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika», sagte Merkel in Berlin. Was das genau «im Zeitablauf» bedeute, könne sie aber noch nicht sagen.

Die europäischen Verbündeten in London, Paris und Berlin dringen auf einen späteren Abzugstermin, weil nur so die Evakuierungsaktion in der jetzigen Form fortgesetzt werden kann. Es stehen noch viele Tausende Menschen, die das Land wegen der Machtübernahme der Taliban verlassen wollen, auf den Ausreiselisten der insgesamt 26 beteiligten Nationen. Die militanten Islamisten, die nun fast alle Landesteile sowie die Hauptstadt Kabul kontrollieren, hatten aber klar gemacht, dass sie eine weitere Präsenz westlicher Streitkräfte nicht akzeptieren würden.

Zehntausende bereits evakuiert

Die Bundeswehr hat bereits fast 4000 Menschen mit mehreren Transportmaschinen ausgeflogen. Merkel betonte, dass man auch nach Ende des Militäreinsatzes versuchen wolle, Menschen aus Afghanistan außer Landes zu bringen. Deswegen gebe es jetzt «sehr intensive» Gespräche über den Weiterbetrieb des Flughafens. Außenminister Heiko Maas hatte zuvor gesagt, dass darüber auch mit den Taliban geredet werde. Merkel sagte: «Die Vorstellungen der Taliban spielen natürlich eine Rolle, weil sie Kabul kontrollieren.»

Seit der Machtübernahme vor einer Woche sind westliche Staaten unter Hochdruck dabei, ihre Staatsbürger, afghanische Ortskräfte, die für ihre Truppen gearbeitet haben, und weitere Schutzbedürftige auszufliegen. Zehntausende haben es bereits aus dem Land geschafft. Ein Rückzug der westlichen Truppen in wenigen Tagen dürfte bedeuten, dass unzählige Menschen zurückgelassen werden, die unter der Taliban-Herrschaft um ihr Leben fürchten.

«Wir wollen, dass alle Ausländer bis zum 31. August evakuiert werden», sagte der Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid in einer Pressekonferenz. Der Sprecher wandte sich zugleich dagegen, dass nun viele gebildete Afghanen und Fachkräfte das Land verließen. Man brauche diese, um Afghanistan wieder aufzubauen.

Drohungen bleiben aus

Drohungen für den Fall, dass die USA oder andere Länder ihre Evakuierungen nicht bis Ende August abschließen sollten, sprach Mudschahid allerdings nicht aus. Für das Chaos am Flughafen machte er die USA verantwortlich. Das Gedränge sei gefährlich und Menschen könnten ihr Leben verlieren.

Auf Berichte angesprochen, der Vize-Chef der Taliban Mullah Abdul Ghani Baradar habe CIA-Chef William Burns getroffen, sagte Mudschahid, er könne dies nicht bestätigen. Er könne nur sagen, dass die politische Führung der Taliban Treffen mit Repräsentanten verschiedener Botschaften abgehalten habe, darunter auch Vertretern der US-Botschaft.

Versprechen an Bevölkerung

Der afghanischen Bevölkerung versprach Mudschahid, dass Banken, Regierungsinstitutionen, Schulen und Universitäten demnächst wieder öffnen würden. Man garantiere den Beamten der Ministerien ihre Sicherheit, sie hätten nichts zu befürchten. Für weibliche Angestellte der Behörden arbeite man noch an genauen Regeln. Sie könnten erst an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, wenn diese Regeln stünden, würden aber bis dahin weiter bezahlt.

Zuletzt hatten sich Frauen im öffentlichen wie im privaten Sektor darüber beschwert, dass Taliban-Kämpfer sie nicht mehr zu ihren Arbeitsstellen ließen und sie nach Hause schickten.

Mudschahid erklärte zudem, Medien im Land könnten weiter frei arbeiten. Die meisten würden ihre Arbeit bereits normal weiterführen, andere hätten ihre Aktivitäten noch nicht wieder aufgenommen. Man werde Kämpfer in der Nähe von Medieneinrichtungen abziehen. Allerdings gibt es auch von Journalisten Berichte, sie seien von Taliban-Kämpfern bei ihrer Arbeit gestört oder belästigt worden.

Die Pandschir-Frage - die Provinz Pandschir ist die einzige, die bisher nicht unter Kontrolle der Taliban steht - sei zu 80 Prozent gelöst, sagte Mudschahid. Man wolle nicht kämpfen, sondern sich politisch einigen.

© dpa-infocom, dpa:210824-99-952649/9

@ dpa.de