Konflikte, Irak

Es wird schon vom Sieg geredet: In Mossul wird die Befreiung der Stadt vom IS gefeiert.

10.07.2017 - 10:39:25

IS-Hochburg - Iraker feiern schon «großen Sieg» über IS in Mossul. Doch noch soll es Kämpfe geben.

Mossul - Nach der nahezu kompletten Eroberung der ehemaligen IS-Hochburg Mossul sind Menschenrechtlern zufolge noch immer Zehntausende Zivilisten in der zerstörten Stadt.

Sie hätten während der Kämpfe in Mossul ausgeharrt, auch weil die Flucht für sie zu gefährlich gewesen sei, sagte eine Sprecherin des Norwegischen Flüchtlingsrates (NRC) der Deutschen Presse-Agentur.

Bei den Gefechten um Mossul wurden insgesamt etwa 900 000 Menschen aus der Stadt vertrieben. Um die 200 000 von ihnen konnten zurück in ihre Häuser.

Der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi war am Sonntag zum Ende der knapp neunmonatigen Militäroperation nach Mossul gereist, um Kämpfer und Einwohner zu ihrem Sieg über die Terrormiliz IS zu beglückwünschen. Eine zunächst angekündigte Rede an die Nation fiel aber offenbar aus, weil es noch immer Kämpfe in der Stadt und ein kleines Gebiet unter IS-Kontrolle gibt. Das irakische Staatsfernsehen berichtete von andauernden Gefechten, um die letzten Kämpfer der Terrormiliz auszuschalten.

Wann das zum Teil stark zerstörte Stadtzentrum Westmossuls wieder bewohnbar ist, ist nach Angaben des NRC ungewiss. Zunächst müsse untersucht werden, wie stark die Infrastruktur wie zum Beispiel die Wasserversorgung beschädigt sei. Teile der Stadt seien für die Spezialisten aber noch nicht zugänglich.

Drei Jahre nach der Einnahme Mossuls durch die Dschihadisten brach die irakische Armee am Sonntag in den letzten Zufluchtsort des IS im Westteil am Rande der Altstadt ein. Sie hisste die irakische Flagge am Ufer des Flusses Tigris und in der Altstadt, in der nach Angaben der Armee in den vergangenen Wochen 1000 IS-Kämpfer getötet worden sein sollen. Das Staatsfernsehen zeigte feiernde und tanzende Soldaten. Die irakische Nationalhymne wurde gespielt.

Der US-Sonderbeauftragte für die Bekämpfung des Islamischen Staats (IS), Brett McGurk, sprach von einem «Sieg». Auch der französische Präsident Emmanuel Macron twitterte: «Mossul von Daesch befreit: Hommage Frankreichs an alle, die mit unseren Truppen zu diesem Sieg beigetragen haben». Frankreich fliegt im Rahmen der internationalen Anti-IS-Koalition Angriff auf IS-Stellungen und hatte den Kampf der irakischen Streitkräfte um Mossul auch mit Artillerie unterstützt.

Mit Mossul verliert der IS seine letzte Hochburg im Irak und die größte Stadt, die er je unter Kontrolle hatte. Die Extremisten waren im Juni 2014 überraschend in Mossul eingefallen und hatten die Millionenmetropole innerhalb kürzester Zeit überrannt. Demoralisierte irakische Truppen leisteten damals praktisch keinen Widerstand. Von Mossul aus eroberten die IS-Extremisten große Gebiete im Irak. IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi zeigte sich hier erstmals öffentlich.

Mit dem Verlust der Stadt ist die Terrormiliz im Irak militärisch weitgehend geschlagen. Sie kontrolliert nur noch kleinere Gebiete, etwa an der Grenze zu Syrien. Experten rechnen jedoch damit, dass sich die IS-Anhänger in die großen Wüstengebiete im Westen des Iraks zurückziehen und dort Guerilla-Angriffe planen. Zudem ist die Miliz noch immer in der Lage zu Attentaten. Dabei nehmen die sunnitischen Extremisten vor allem Schiiten ins Visier, um die Spannungen zwischen den beiden Konfessionen zu verschärfen.

Die Offensive der irakischen Armee, kurdischer Peschmerga-Kämpfe und verbündeter Truppen auf Mossul hatte im Oktober vergangenen Jahres begonnen. Im Januar konnten die Angreifer den Osten der durch den Fluss Tigris geteilten Stadt einnehmen. Im Februar begann der Angriff auf den Westen Mossuls. Flugzeuge der US-geführten internationalen Koalition unterstützten die irakischen Truppen mit Luftschlägen.

Zuletzt hatten die Dschihadisten dem Irak und den USA zufolge bei ihrem Rückzug sogar die symbolträchtige Große Moschee von Mossul gesprengt. Das jahrhundertealte Gebetshaus hatte eine immense symbolische Bedeutung - auch für das vom IS ausgerufene Kalifat. Hier zeigte sich IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi Anfang Juli 2014 bei einer Freitagspredigt erstmals der Öffentlichkeit.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

IS-Kämpfer töten im Irak 27 regierungstreue Kämpfer. Die in Unformen der Armee gekleideten Extremisten hätten die regierungstreuen Kämpfer gestern in einem Ort westlich der Stadt Kirkuk aus einem Hinterhalt angegriffen, teilten die Milizen mit. Danach habe es ein mehr als zweistündiges Gefecht gegeben. Dabei seien auch IS-Anhänger getötet worden. Die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat hat im Irak ihre ehemaliges Herrschaftsgebiet fast vollständig verloren. Bagdad - IS-Anhänger haben bei einem Überfall im Norden des Iraks 27 Kämpfer regierungstreuer schiitischer Milizen getötet. (Politik, 19.02.2018 - 12:50) weiterlesen...

Deutsche IS-Anhängerin Linda W. zu Haft im Irak verurteilt. aus dem sächsischen Pulsnitz ist nach Medienberichten von einem irakischen Gericht zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Wie NDR, WDR und «Süddeutsche Zeitung» aus Justizkreisen in Bagdad erfuhren, wurde die Jugendliche wegen der Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat zu fünf Jahren und darüber hinaus wegen der illegalen Einreise in den Irak zu einem Jahr Haft verurteilt. Eine offizielle Bestätigung des Urteils durch das Auswärtige Amt oder irakische Behörden gab es zunächst nicht. Bagdad - Die 17-jährige deutsche IS-Anhängerin Linda W. (Politik, 18.02.2018 - 15:00) weiterlesen...

Nato bereitet neuen Irak-Einsatz vor. Die Verteidigungsminister der 29 Bündnisstaaten beschlossen in Brüssel, mit konkreten militärischen Planungen für eine neue Ausbildungsmission zu beginnen. Sowohl die irakische Regierung, als auch die US-geführte Anti-IS-Koalition hätten um ein stärkeres Engagement der Nato gebeten, erklärte Generalsekretär Jens Stoltenberg. Brüssel - Die Nato wird ihren Einsatz zur Unterstützung irakischer Sicherheitskräfte ausbauen, um ein Wiedererstarken der Terrormiliz IS zu verhindern. (Politik, 15.02.2018 - 12:02) weiterlesen...

Geber sagen für Irak-Wiederaufbau 30 Milliarden Dollar zu. Unter anderem versprach die Türkei fünf Milliarden Dollar für den Irak-Wiederaufbau, Gastgeber Kuwait sagte zwei Milliarden Dollar zu. Der Irak ist nach dem Kampf gegen die IS-Terrormiliz stark zerstört. Deutschland will den Irak in diesem Jahr wie im Vorjahr mit 350 Millionen Euro unterstützen. Das Geld soll vor allem der humanitären Nothilfe zugute kommen sowie der Errichtung von Schulen, Krankenhäusern und Infrastruktur. Kuwait-Stadt - Bei der internationalen Konferenz zum Wiederaufbau des Iraks sind Zusagen in Höhe von umgerechnet rund 24 Milliarden Euro gemacht worden. (Politik, 14.02.2018 - 16:56) weiterlesen...