Konflikte, Palästinensische Autonomiegebiete

Es wäre das Ende eines zehnjährigen Bruderkriegs: Hamas und Fatah sind aufeinander zugegangen.

12.10.2017 - 14:38:06

Neue Einheitsregierung - Hamas und Fatah unterzeichnen Versöhnungsabkommen. Doch Versöhnungsversuche in der Vergangenheit sind immer wieder gescheitert.

Kairo - Vertreter der rivalisierenden Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah haben nach einem zehnjährigen erbitterten Bruderzwists in Kairo ein Abkommen zur Versöhnung unterzeichnet.

Assam al-Ahmad, Leiter der Fatah-Delegation in Kairo, und Saleh al-Aruri, stellvertretender Vorsitzender des Hamas-Politbüros, unterschrieben ein entsprechendes Papier, wie Videoclips im palästinensischen Fernsehen zeigten.

Am Morgen hatte Hamas-Chef Ismail Hanija mitgeteilt, dass Hamas und Fatah sich in Kairo auf ein Abkommen zur Versöhnung verständigt hätten. Eine zunächst für den Mittag festgesetzte Presse-Konferenz mit beiden Parteien wurde aufgezeichnet, aber zunächst nicht gesendet.

Bei den Gesprächen unter Vermittlung Ägyptens war es darum gegangen, den seit 2007 von der radikalislamischen Hamas beherrschten Gazastreifen unter die Kontrolle der palästinensischen Regierung von Präsident Mahmud Abbas zu stellen. Abbas regiert in dem von Israel besetzten Westjordanland.

Die radikalislamische Hamas ist nach der Fatah die größte Palästinenserorganisation. Sie wird von den USA, der Europäischen Union und Israel als Terrororganisation eingestuft. Vor zehn Jahren hatte sie die Macht im Gazastreifen in einem blutigen Bruderkrieg mit der gemäßigten Fatah an sich gerissen. Die Abbas-Regierung ist international anerkannt.

Die Zukunft des bewaffneten Arms der Hamas, der Kassam-Brigaden, ist noch unklar. Im September hatte die Hamas verkündet, die Verwaltung des Küstengebietes an die Abbas-Regierung abzugeben. Frühere Versöhnungsversuche waren immer wieder gescheitert, zuletzt 2014.

@ dpa.de

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