Konflikte, Atom

Es ist kein einfacher Antrittsbesuch für Mike Pompeo: Inmitten des Handelskonfliktes zwischen den USA und China ist der US-Außenminister in Peking.

14.06.2018 - 09:10:05

Schwierige Mission - US-Außenminister reist zu Gesprächen nach Peking. Beide Länder drohen sich gegenseitig mit Zöllen auf eine ganze Reihe von Produkten - bald läuft eine wichtige Frist dafür aus.

Seoul/Peking - US-Außenminister Mike Pompeo wird an diesem Donnerstag in Peking erwartet, wo er vor dem Hintergrund des Nordkoreagipfels und des Handelskonflikts zwischen den USA und China Gespräche führen will.

Pompeo kommt aus Südkorea, wo er nach dem Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Singapur seine Gespräche über eine atomare Abrüstung des Landes fortgesetzt hatte. Dieses Thema wird auch in Peking im Mittelpunkt stehen. Außerdem dürfte es um den Handelsstreits zwischen China und den USA gehen.

Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt drohen sich gegenseitig mit Zöllen auf eine ganze Reihe von Produkten. Für diesen Freitag hatten die USA eine Liste chinesischer Produkte angekündigt, die mit Zöllen im Gegenwert von insgesamt 50 Milliarden US-Dollar belegt werden könnten. Die Zölle waren ursprünglich im März bekanntgegeben worden. Trump kritisiert seit langem das Handelsdefizit der USA mit China und will es deutlich reduzieren.

Es ist Pompeos erster Besuch in China als Außenminister. Nach Angaben der Agentur Xinhua folgt er einer Einladung seines chinesischen Amtskollegen Wang Yi. China spielt im Atomkonflikt mit Pjöngjang als Schutzmacht Nordkoreas eine zentrale Rolle.

Bei ihrem historischen Treffen in Singapur hatten Trump und Kim Jong Un hatten am Dienstag eine Vereinbarung unterzeichnet, die auch eine atomare Abrüstung Nordkoreas umfassen soll. Es soll maßgeblich Pompeo zufallen, die von vielen Seiten als inhaltlich wertlos kritisierte Vereinbarung nun in Verhandlungen mit Leben zu erfüllen.

Pompeo hatte am Mittwoch in Südkorea deutlich gemacht, dass die USA von einer maßgeblichen atomaren Abrüstung Nordkoreas bis zum Jahr 2020 oder 2021 ausgehen. «Wir hoffen, dass wir etwas in Richtung der nächsten zweieinhalb Jahre erreichen können», sagte Pompeo in Seoul. Das Jahr 2021 läge nach dem Ende der jetzigen Amtszeit Trumps.

Pompeo sagte, Nordkorea sei sich der Tatsache völlig bewusst, dass Abrüstungsschritte eingehend überprüft werden würden. Er sagte nicht, wie das in dem abgeriegelten Polizeistaat vonstatten gehen könnte.

Der Außenminister bestätigte, dass Trump gemeinsame Militärmanöver mit Südkorea ausgesetzt sehen wolle, solange die Verhandlungen mit Pjöngjang «produktiv und in gutem Glauben» vorangingen.

Eine Einstellung der Übungen wäre nach Auffassung vieler Kommentatoren eine enorme Konzession der USA gegenüber dem Machthaber in Pjöngjang. In Japan stieß die Ankündigung umgehend auf Kritik.

Auf die Frage, ob er persönlich nach Singapur nun die nächsten Schritte anführen werde, sagte Pompeo, dies tue Trump selbst. Er fügte aber hinzu: «Ich werde derjenige sein, der den Prozess vorantreibt.» Pompeo sagte, mit Nordkorea sei über sehr viel mehr verhandelt worden, als das die gemeinsame Abschlusserklärung spiegele.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Maas warnt vor Nahost-Region in Flammen. Es bestehe die Gefahr, dass der Iran unter größtmöglichem Druck wieder in ein militärisches Atomprogramm einsteige, sagte Maas in New York. Das würde die ganze Region in Flammen setzen. Deshalb müsse das Abkommen zur Verhinderung der iranischen Atombombe erhalten bleiben. Die USA sind aus dem Abkommen ausgestiegen. New York ? Außenminister Heiko Maas hat zum Auftakt der UN-Generalversammlung eindringlich vor einer Eskalation der Lage im Nahen und Mittleren Osten gewarnt. (Politik, 25.09.2018 - 16:02) weiterlesen...

Atom-Abrüstung bis 2021 - Dialog der USA mit Nordkorea kommt in Fahrt. Nach den Fortschritten auf dem Korea-Gipfel sind rasch weitere Gespräche geplant. Die USA setzen Nordkorea eine Frist zur atomaren Abrüstung: Januar 2021. (Politik, 20.09.2018 - 14:44) weiterlesen...

Nach Korea-Gipfel - Kim wünscht Besuch Pompeos in Nordkorea und Gipfel mit Trump Seoul - Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un wünscht einen baldigen Besuch von US-Außenminister Mike Pompeo in Pjöngjang und einen neuen Gipfel mit US-Präsident Donald Trump. (Politik, 20.09.2018 - 13:08) weiterlesen...

Atom-Abrüstung bis 2021 - USA nehmen Dialog mit Nordkorea wieder auf. Nach dem Korea-Gipfel sind Gespräche in New York und Wien geplant. Die USA setzen Nordkorea eine Frist zur atomaren Abrüstung: Januar 2021. (Politik, 20.09.2018 - 11:33) weiterlesen...

Südkoreas Präsident reist nach Korea-Gipfel zurück. Moon sei nach dem Besuch des von den Koreanern als heilig verehrten Bergs Paektu an der Grenze zu China wieder auf dem Rückflug nach Seoul, sagte ein Sprecher des Präsidenten. Beim dreitägigen Treffen in Pjöngjang hatte Kim neue Abrüstungsangebote im Streit um das Atomwaffenprogramm des Landes gemacht. Pjöngjang - Nach einem gemeinsamen Ausflug zum höchsten Berg auf der koreanischen Halbinsel haben Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und Südkoreas Präsident Moon Jae In ihr drittes Gipfeltreffen beendet. (Politik, 20.09.2018 - 09:58) weiterlesen...

USA nehmen Dialog mit Nordkorea wieder auf. US-Außenminister Mike Pompeo lud seinen Kollegen Ri Yong Ho aus Nordkorea zu einem Treffen nächste Woche am Rande der UN-Vollversammlung in New York ein. Auch sind weitere Gespräche hoher Beamter in Wien geplant. Pompeo setzte eine Frist: Den USA gehe es um eine rasche Denuklearisierung, die bis Januar 2021 abgeschlossen sein solle, so wie es Machthaber Kim Jong Un selbst zugesagt habe. Dann läuft die Amtszeit von US-Präsident Donald Trump ab. Pjöngjang - Die neuen Abrüstungsangebote Nordkoreas auf dem Korea-Gipfel bringen auch den Dialog des Landes mit den USA wieder in Gang. (Politik, 20.09.2018 - 07:52) weiterlesen...