Energie, Umwelt

Es ist eine Zäsur im jahrelangen Kampf der Braunkohlegegner im Hambacher Forst: Die Polizei hat ein erstes Bauwerk der Baumbesetzer geräumt.

13.09.2018 - 12:52:06

Widerstand gegen Braunkohle - Polizei holt ersten Hambach-Aktivisten von Plattform. Die Aktivisten kündigen Aktionen «massenhaften zivilen Ungehorsams» an.

  • Hambacher Forst - Foto: Christophe Gateau

    Seit 2012 ist der Hambacher Forst von Aktivisten besetzt. Foto: Christophe Gateau

  • Kontrolle - Foto: Die Polizei kontrolliert auf einer Landstraße in der Nähe des Hambacher Forstes Fahrzeuge. Foto: Henning Kaiser

    Die Polizei kontrolliert auf einer Landstraße in der Nähe des Hambacher Forstes Fahrzeuge. Foto: Henning Kaiser

  • Räumpanzer und Wasserwerfer - Foto: Oliver Berg

    Räumpanzer und Wasserwerfer stehen bereit. Foto: Oliver Berg

  • Barrikade - Foto: Oliver Berg

    Journalisten stehen an einer Barrikade im Hambacher Forst. Foto: Oliver Berg

  • Polizei - Foto: Oliver Berg

    In der Nähe des Waldgebietes formierte die Polizei massive Einsatzkräfte. Foto: Oliver Berg

  • Polizeifahrzeuge - Foto: Oliver Berg

    Die Bauämter der Stadt Kerpen und des Kreises Düren haben bei der Aachener Polizei um Vollzugshilfe gebeten. Foto: Oliver Berg

  • Hambacher Forst - Foto: Oliver Berg

    Per Megafon wurden die Aktivisten aufgefordert, die Baumhäuser zu verlassen. Foto: Oliver Berg

  • Hambacher Forst - Foto: Ein Umweltaktivist sitzt auf einem Hochsitz. Foto: Christoph Reichwein

    Ein Umweltaktivist sitzt auf einem Hochsitz. Foto: Christoph Reichwein

  • Hubwagen - Foto: Oliver Berg

    Polizisten versuchen mit einem Hubwagen an einen Umweltaktivisten im Baum zu kommen. Foto: Oliver Berg

Hambacher Forst - Foto: Christophe GateauKontrolle - Foto: Die Polizei kontrolliert auf einer Landstraße in der Nähe des Hambacher Forstes Fahrzeuge. Foto: Henning KaiserRäumpanzer und Wasserwerfer - Foto: Oliver BergBarrikade - Foto: Oliver BergPolizei - Foto: Oliver BergPolizeifahrzeuge - Foto: Oliver BergHambacher Forst - Foto: Oliver BergHambacher Forst - Foto: Ein Umweltaktivist sitzt auf einem Hochsitz. Foto: Christoph ReichweinHubwagen - Foto: Oliver Berg

Kerpen - Die Polizei hat im Braunkohlerevier Hambacher Forst einen ersten Aktivisten von einer in der Höhe befestigten Plattform geholt. Der Mann habe keinen Widerstand geleistet und sei auf eine Arbeitsbühne der Polizei-Höhenretter gestiegen, berichtete ein dpa-Reporter.

Das Waldgebiet zwischen Köln und Aachen ist ein Symbol des Widerstands gegen die Braunkohle geworden. Der Energiekonzern RWE will im Herbst mehr als die Hälfte des noch verbliebenen Waldstücks roden, um weiter Braunkohle baggern zu können. Dagegen gibt es seit Langem Proteste.

Mehrere Initiativen kündigten als Reaktion auf den Polizeieinsatz eine «bundesweite Massenmobilisierung» an. Ab dem Wochenende werde es «Aktionen massenhaften zivilen Ungehorsams» geben, sagte Jan Pütz von der Aktion Unterholz. Für die Polizei ist es einer der größten Einsätze in der jüngeren NRW-Geschichte. Wasserwerfer und schweres Räumgerät sind im Einsatz.

Mitarbeiter der zuständigen Stadt Kerpen hatten die Baumbesetzer am Morgen per Lautsprecher über den Räumungsbeschluss informiert und sie aufgefordert, die in den Bäumen errichteten Bauten innerhalb von 30 Minuten zu verlassen. Als die Aktivisten die Frist verstreichen ließen, begann die Polizei mit der Räumung.

Das Waldgebiet zwischen Köln und Aachen ist ein Symbol des Widerstands gegen die Braunkohle geworden. Der Energiekonzern RWE will im Herbst mehr als die Hälfte des noch verbliebenen Waldstücks roden, um weiter Braunkohle baggern zu können. Dagegen gibt es seit Langem Proteste. Aktivisten haben in großer Höhe rund 50 bis 60 Baumhäuser errichtet und halten den Wald damit besetzt.

Bei der Räumung geht es juristisch gesehen gar nicht um RWE und die Braunkohle. Vielmehr argumentiert das NRW-Bauministerium unter anderem mit dem fehlenden Brandschutz in den Baumhäusern. Nach einem Vor-Ort-Termin sei das Ministerium zu der Überzeugung gelangt, dass die Hütten etwa über Rettungstreppen und Geländer verfügen müssten. Außerdem fehlten Rettungswege für Feuerwehr und Krankenwagen. Deshalb ergäben sich «konkrete Gefahren» für die Bewohner und die Baumhäuser seien ohne zeitlichen Aufschub zu räumen.

@ dpa.de

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