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Brände, Katastrophen

Es ist ein verzweifelter Kampf gegen die Flammen: In Griechenland kommt der Feuerwehr Regen beim Löschen zu Hilfe.

12.08.2021 - 08:22:09

Brände im Süden - Griechen feiern erste Regentropfen mit Hupkonzerten. In Italien wird dagegen die höchste Hitzewelle-Stufe für viele Städte ausgerufen.

  • Waldbr?nde in Italien - Foto: Vigili del Fuoco/dpa

    Einsatzkr?fte der italienischen Feuerwehr k?mpfen aus der Luft und am Boden gegen die Br?nde. Foto: Vigili del Fuoco/dpa

  • Waldbr?nde in Griechenland - Foto: Petros Karadjias/AP/dpa

    Blick in ein verbranntes Haus im griechischen Dorf Pefki. Foto: Petros Karadjias/AP/dpa

  • Waldbr?nde in Algerien - Foto: Fateh Guidoum/AP/dpa

    Fassungslosigkeit, Verzweiflung und Entsetzen. Foto: Fateh Guidoum/AP/dpa

  • Waldbr?nde in Griechenland - Foto: Lefteris Pitarakis/AP/dpa

    Ein Hubschrauber wirft Wasser ?ber einem Feuer im Dorf Galatsonas auf der Insel Eub?a ab. Foto: Lefteris Pitarakis/AP/dpa

  • Waldbr?nde in Italien - Foto: ---/Italian Firefighters/AP/dpa

    Feuer-Kulisse: In der N?he von Palermo steht eine Bergkette in Flammen. Foto: ---/Italian Firefighters/AP/dpa

  • Waldbr?nde in Griechenland - Foto: Petros Karadjias/AP/dpa

    Die Insel Eub?a wurde besonders hart von den Feuern heimgesucht. Insgesamt fielen in Griechenland bislang 90.000 Hektar den?Flammen zum?Opfer. Foto: Petros Karadjias/AP/dpa

Waldbr?nde in Italien - Foto: Vigili del Fuoco/dpaWaldbr?nde in Griechenland - Foto: Petros Karadjias/AP/dpaWaldbr?nde in Algerien - Foto: Fateh Guidoum/AP/dpaWaldbr?nde in Griechenland - Foto: Lefteris Pitarakis/AP/dpaWaldbr?nde in Italien - Foto: ---/Italian Firefighters/AP/dpaWaldbr?nde in Griechenland - Foto: Petros Karadjias/AP/dpa

Athen - Regenfälle haben in der Nacht bedeutend beim Kampf gegen die Brände in Griechenland geholfen.

Sowohl auf der zweitgrößten Insel Euböa als auch auf der Halbinsel Peloponnes erloschen nach übereinstimmenden Berichten von Reportern vor Ort viele Feuer. Es sei viel besser, sagten auch mehrere Bürgermeister auf der Halbinsel Peloponnes übereinstimmend im Staatsrundfunk.

In vielen Fällen empfingen Autofahrer die ersten Regentropfen mit Hupkonzerten, wie der Nachrichtensender Skai berichtete. Die Dürre war der Hauptgrund für die verheerenden Brände, bei denen ersten Schätzungen zufolge mehr als 90.000 Hektar Wald und landwirtschaftlich genutztes Land sowie Tausende Häuser zerstört wurden. Unzählige Tiere starben. 

Starke Winde - Gefahr nicht gebannt

Die Feuerwehr warnte jedoch, die Gefahr sei noch nicht vorbei. In vielen Fällen brannte es noch im Unterholz und neue Brände könnten ausbrechen. Zudem wehten landesweit starke Winde.

Der Wetterumschwung hatte auch noch etwas anderes zur Folge: Durch zahlreiche Blitze wurden kleinere Feuer im Westen Athens und auf der Halbinsel Chalkidiki im Norden des Landes entfacht. Diese konnten aber schnell gelöscht oder unter Kontrolle gebracht werden. Alle Feuerwehreinheiten aus mehr als 20 Nationen blieben in höchster Alarmbereitschaft.

An den beiden größten Feuerfronten in Griechenland - im Norden der zweitgrößten Insel Euböa sowie im Westen der Halbinsel Peloponnes - sind mittlerweile Rettungskräfte aus mehr als 20 Staaten im Einsatz, darunter auch Feuerwehrleute und das Technische Hilfswerk aus Deutschland. Zahlreiche Staaten haben Löschflugzeuge und -hubschrauber geschickt.

Algerien

In Algerien hat sich die Zahl der Toten nach den verheerenden Waldbränden im Land weiter erhöht. Mindestens 49 Zivilisten seien in den Flammen gestorben, meldete die staatliche Nachrichtenagentur APS unter Berufung auf den Generalstaatsanwalt der besonders betroffenen Region Tizi Ouzou. Womöglich gebe es demnach auch Hunderte Verletzte. Nach Angaben des staatlichen Fernsehens wurden zudem 28 Soldaten bei Rettungseinsätzen getötet.

Insgesamt waren mehr als 100 Brände in dem nordafrikanischen Land ausgebrochen. Die Regierung geht von Brandstiftung aus.

Menschen, die in den Flammen ihre Häuser verloren haben oder vorsorglich in Sicherheit gebracht wurden, kommen nach Medienberichten vorübergehend in Studentenwohnheimen, Schulen oder bei Gastfamilien unter. Aus der EU sollen heute zwei Löschflugzeuge kommen, die zuvor in Griechenland im Einsatz waren.

Italien

In Italien müssen sich Einwohner und Touristen in vielen Teilen des Landes auf weitere Hitzetage einstellen - nachdem auf der Insel Sizilien möglicherweise bereits ein Wärmerekord gemessen wurde. Das Gesundheitsministerium gab für heute und morgen die höchste Hitzewellen-Stufe drei für viele italienische Städte heraus. Demnach dürfte es etwa in Bari an der südlichen Adriaküste, in der Hauptstadt Rom, Palermo und Triest sehr heiß werden.

Auf Sizilien zeigte gestern in der Provinz um die Stadt Syrakus eine Messstation 48,8 Grad Celsius an, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Der Wert könnte demnach ein europäischer Rekordwert sein - allerdings müsste er dafür offiziell bestätigt werden. 1977 waren in Athen und der rund 30 Kilometer westlich liegenden Stadt Elefsina 48 Grad Celsius gemessen worden.

Die Zahl der Waldbrandtoten in Kalabrien hat sich laut Medienberichten auf vier erhöht. In dem Ort Cardeto in der süditalienischen Region Kalabrien wurde ein vermisster Rentner tot auf seinem Grundstück gefunden, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Der Mann sei an Verbrennungen gestorben. Zuvor war in einem anderen Ort Kalabriens weiter nördlich ebenfalls ein Rentner in den Flammen ums Leben gekommen, als diese sein Grundstück umschlossen. Auf Sizilien verlor ein Mann laut Agenturberichten in der Provinz um die Stadt Catania sein Leben, als er mit seinem Traktor zu einem Brandherd unterwegs war.

Der italienische Zivilschutz erhielt nach eigenen Angaben zehn Anfragen für Luftunterstützung mit Löschflugzeugen aus Kalabrien - so viele wie aus keiner anderen Region an dem Tag. Landesweit brachten die Piloten aus der Luft vier Brände unter Kontrolle oder konnten sie löschen. Bei dreien war demnach keine Luftunterstützung möglich.

Türkei

In der Türkei haben starkre Wind und Temperaturen um die 40 Grad zuletzt wieder Feuer angefacht. In den Bergen der Gemeinde Köycegiz im südwesttürkischen Mugla waren Feuer auch am Abend noch nicht unter Kontrolle. Dörfer waren den Angaben zufolge aber nicht bedroht. Die Brände in dem schwer zugänglichen Gelände würden aus der Luft und mit Kräften am Boden bekämpft.

In der Provinz Antalya kämpften Einsatzkräfte gegen einen neuen Brand in der Nähe eines Wohngebietes der Stadt Manavgat, der laut einer Sprecherin jedoch schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte. In der westtürkischen Provinz Burdur mussten am Mittwoch wegen eines neuen Brandes Häuser evakuiert werden. Zwei Wochen nach Beginn der Brände in der Türkei sind die meisten Feuer zwar unter Kontrolle. Dennoch können Funken immer wieder überspringen und wegen der extremen Trockenheit in Verbindung mit Winden Feuer auslösen.

© dpa-infocom, dpa:210810-99-785682/28

@ dpa.de