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Konflikte, Migration

Erst kürzlich deutete der belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko an, die an der Grenze zu Polen festsitzenden Migranten in wegzubringen.

17.11.2021 - 11:38:10

Belarussisch-Polnische Grenze - Belarus bringt laut Warschau Migranten mit Bussen weg. Nun folgen offenbar den Worten auch Taten.

Warschau/Minsk - Belarus hat nach Angaben der polnischen Regierung damit begonnen, die am geschlossenen Grenzübergang Kuznica-Brusgi campierenden Migranten mit Bussen an einen anderen Ort zu bringen.

«Ich habe die Information bekommen, dass Lukaschenko erste Busse bereitgestellt hat, in die die Migranten einsteigen und wegfahren. Das Zeltlager bei Kuznica leert sich», sagte Polens Vize-Innenminister Maciej Wasik dem Sender TV Republika. «Es sieht danach aus, dass Lukaschenko diese Schlacht um die Grenze verloren hat.»

Staatsnahe belarussische Medien veröffentlichten Videos von vier Reisebussen. Diese sollten einige der Migranten «an andere Orte» bringen, hieß es unter Berufung auf das Rote Kreuz. So solle vermieden werden, dass es in dem neuen Nachtlager zu voll werde. Nach Schätzungen des polnischen Grenzschutzes von Dienstag sind bei Kuznica rund 2000 Migranten zusammengekommen.

Gestern war es bei Kuznica zu Auseinandersetzungen zwischen Flüchtligen und polnischen Sicherheitskräften gekommen. Polen setzte Wasserwerfer ein. Die Migranten warfen nach polnischen Angaben mit Steinen, Flaschen und Erdklumpen. Sie seien außerdem mit Knallgranaten und Steinschleuder ausgerüstet gewesen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen, da Polen keine Medien in die Grenzregion hineinlässt.

An Polens Grenze zu Belarus harren auf der belarussischen Seite seit mehreren Tagen Tausende Migranten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in provisorischen Camps aus. Die polnische Regierung und die EU werfen dem autoritären belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko vor, gezielt Menschen aus Krisenregionen einfliegen zu lassen, um sie dann in die EU zu schleusen.

© dpa-infocom, dpa:211117-99-29224/5

@ dpa.de