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Unfälle, Verkehr

Erneut werden Teile des Landes von heftigen Gewittern getroffen.

13.06.2019 - 12:14:04

Es blitzte und donnerte - Sturmtief «Klaus»: 21 Verletzte, Feuerwehr im Dauer-Einsatz. Herabstürzende Äste verletzten mehrere Menschen, Blitzeinschläge lösen Brände aus.

  • Feuerwehrleute im Einsatz - Foto: Julian Stähle

    Die heftigen Sommergewitter mit Starkregen, Überflutungen und Verkehrsbehinderungen hinterlassen ihre Spuren. Foto: Julian Stähle

  • Gewitter über Brandenburg - Foto: Patrick Pleul

    Blitze erhellen den Abendhimmel im Landkreis Märkisch-Oderland in Ostbrandenburg. Foto: Patrick Pleul

Feuerwehrleute im Einsatz - Foto: Julian StähleGewitter über Brandenburg - Foto: Patrick Pleul

Berlin - Mit Gewittern und Windböen ist Sturmtief «Klaus» über Deutschland hinweggezogen. Mindestens 21 Menschen wurden verletzt.

Allein in Blankensee in Mecklenburg-Vorpommern mussten drei Frauen und vier Männer mit schweren Verletzungen in Krankenhäuser gebracht werden, nachdem ein Ast auf eine Hochzeitsgesellschaft gestürzt war. Ein weiterer Mann erlitt leichte Blessuren. Bei einem ähnlichen Unfall in Oranienburg bei Berlin wurden elf Menschen verletzt. Die Grünen fordern einen besser auf den Klimawandel abgestimmten Bevölkerungsschutz.

Es sei «wissenschaftlich unstrittig, dass Extremwetter bei global steigenden Temperaturen immer häufiger werden», sagte der forschungspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Kai Gehring, der Deutschen Presse-Agentur. Die Ergebnisse der Klimafolgenforschung müssten systematisch in die Bedrohungsszenarien des Bevölkerungsschutzes einbezogen werden. Das passiere bisher viel zu wenig.

«Wo steigt in Zukunft die Hochwasser- oder Waldbrandgefahr? Wie können wir vor allem ältere Menschen und Kinder vor extremer Hitze in Städten schützen?» Solche ortsspezifischen Forschungsergebnisse seien auch für die Einsatzkräfte unerlässlich und müssten in jeder Kommune verfügbar sein, sagte Gehring. Die Bundesregierung habe zwar ein Forschungsrahmenprogramm für die zivile Sicherheit aufgelegt, doch die veränderte Gefahrenlage durch die Klimakrise spiele darin keine Rolle.

Von Tief «Klaus» wurde die Osthälfte Deutschlands besonders stark erwischt. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) fielen in Waren an der Müritz (Mecklenburg-Vorpommern) in zwei Stunden rund 35 Liter Regen pro Quadratmeter, in Gera in Thüringen waren es 45 Liter pro Quadratmeter, allerdings in drei Stunden.

Windböen mit einer Geschwindigkeit von rund 110 Kilometern pro Stunde peitschten über Berlin. Die Feuerwehr verzeichnete rund 320 Unwetter-Einsätze in der Hauptstadt. Straßen wurden zeitweise überflutet, auf dem Wannsee kenterten Boote, und ein Baum fiel auf ein Cabrio - die Insassen wurden dabei leicht verletzt. Mancherorts fiel seit Dienstag so viel Regen wie sonst in einem ganzen Monat.

Für knapp zwei Stunden mussten am Abend alle Fernzüge am Berliner Hauptbahnhof stehen bleiben, wie eine Bahn-Sprecherin sagte. Durch das Gewitter seien technische Anlagen beschädigt worden. Umgerissene Bäume fielen auf Gleise. Auch am Donnerstag fuhren S-Bahnlinien noch unregelmäßig. Im Fernverkehr seien hingegen alle Strecken wieder frei, sagte eine Sprecherin am Morgen.

In der Nähe von Magdeburg wurde ein Einfamilienhaus vom Blitz getroffen. Der Dachstuhl wurde in Brand gesetzt, laut Polizei ist das Gebäude nicht mehr bewohnbar.

Das Wetter bleibt teils stürmisch, wie der DWD mitteilte. Vor allem im Nordwesten und Westen des Landes sei an diesem Freitag zeitweise schauerartiger Regen, teils mit Blitz und Donner zu erwarten. Im Osten und Südosten soll es überwiegend trocken bleiben, dort rechnen die Experten aber mit heißen Temperaturen von bis zu 34 Grad.

Auch im Ausland machten Wetterextreme den Menschen zu schaffen. So kämpfen Rettungskräfte im österreichischen Tirol mit starkem Hochwasser - Ursache ist viel Schmelzwasser aus den Bergen. In Sautens stürzte ein Radfahrer in die Ötztaler Ache. Der Mann wurde weiter vermisst, seine Identität war zunächst nicht bekannt. Auch in Schwaz bei Innsbruck wurde eine Suchaktion gestartet, nachdem vermutlich eine leblose Person im Inn gesehen wurde. Vielerorts wurden Straßen und Brücken gesperrt.

In Litauen macht vor allem die Hitze den Menschen zu schaffen. Mit 35,7 Grad wurde in Kaisiadorys am Mittwoch ein neuer landesweiter Spitzenwert für Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in dem baltischen EU-Land gemessen, wie ein Meteorologe des nationalen Wetterdienstes am Donnerstag der Agentur BNS sagte. Wegen der Hitze haben mehrere Schulen den Unterricht bereits verkürzt oder hitzefrei gegeben. Wie der litauische Rundfunk berichtete, kamen allein am Mittwoch sechs Menschen bei Badeunfällen ums Leben.

@ dpa.de

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