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Unwetter, Regen

Erneut suchen die Naturgewalten Japan heim und sorgen für Chaos und Zerstörung.

03.07.2021 - 20:40:09

Viele Vermisste - Gewaltige Schlammlawine zerstört Häuser in Japan. Eine Schlammlawine reißt zahlreiche Häuser mit sich. Mindestens zwei Menschen sterben.

  • Erdrutsch in Japan - Foto: Naoya Osato/Kyodo News/AP/dpa

    Eine Stra?e im japanischen Atami ist nach starkem Regen mit Schlamm, Ger?ll und Tr?mmern bedeckt. Foto: Naoya Osato/Kyodo News/AP/dpa

  • Erdrutsch in Japan - Foto: -/kyodo/dpa

    Zwei Frauen, die mit ?Herz- und Atemstillstand? gefunden worden waren, wurden f?r tot erkl?rt. Foto: -/kyodo/dpa

Erdrutsch in Japan - Foto: Naoya Osato/Kyodo News/AP/dpaErdrutsch in Japan - Foto: -/kyodo/dpa

Tokio - Mit donnerndem Getöse rauschen gewaltige Schlammmassen den Abhang hinab und walzen alles nieder, was ihnen in den Weg kommt: Strommasten, Autos, ganze Wohngebäude, die wie Kartenhäuser einstürzen.

Straßen versinken im Morast. Mindestens zwei Menschen sterben, rund 20 weitere werden noch vermisst, wie örtliche Medien aus der südwestlich von Tokio gelegenen Präfektur Shizuoka berichteten. Die Bilder aus dem für seine heißen Onsen-Bäder bekannten japanischen Küstenort Atami vom Samstag erinnern an Szenen wie bei einer Tsunami-Katastrophe. Zwei Frauen, die mit «Herz- und Atemstillstand» gefunden worden waren, wurden später für tot erklärt.

Zwei Kilometer lange Lawine

Die Rettungs- und Bergungsarbeiten wurden durch die widrigen Wetterumstände erschwert. «Die Erde rutschte bis zur Vorderseite des Ladens. Es klang wie ein Bagger, der ein Haus zertrümmert», sagte der Mitarbeiter eines Glasstudios in Atami zu Reportern. Davor geparkte Autos seien weggespült worden. Die Schlammlawine hatte eine Geschwindigkeit von geschätzt rund 40 Kilometern in der Stunde, erklärte Professor Motoyuki Ushiyama vom Zentrum für Forschung und Bildung zu Naturgefahren der Universität Shizuoka der Agentur Kyodo. Sie erstreckte sich über eine Länge von rund zwei Kilometern, rutschte bis nahe an die Küste. Die Toten wurden in der Nähe eines Hafens gefunden.

Rettungskräfte suchten mit Unterstützung von herbeigerufenen Soldaten nach den Vermissten. Wegen der widrigen Wetterbedingungen könnten jedoch derzeit keine Hubschrauber bei der Such- und Bergungsoperation eingesetzt werden, erklärte Ministerpräsident Yoshihide Suga. Er hatte zuvor in der Hauptstadt einen Krisenstab einberufen. Mindestens zehn Wohnhäuser wurden zerstört. Nach Angaben des Bürgermeisters von Atami, Sakae Saito, wurden bis zu 300 Gebäude beschädigt.

Tausende Haushalte ohne Strom

Die Behörden gaben die höchste Warnstufe aus und riefen rund 25.000 Haushalte auf, sich in Sicherheit zu bringen. Die meteorologische Behörde in Tokio warnte auch für die nächsten Tage in weiten Gebieten des Landes vor schweren Regenfällen. In Tausenden von Haushalten war die Stromversorgung unterbrochen. Das japanische Fernsehen verbreitete Aufnahmen von Bürgern, die den Moment auf Twitter festhielten, als gegen 10.30 Uhr Ortszeit die schwarze Schlammwelle von einem Abhang durch Häuser bricht und alles mit sich reißt.

Die Unglückstelle befinde sich nahe einem Vulkan und weise Ablagerungen von vulkanischer Asche und Auswurf auf, erläuterte Professor Susumu Yasuda von der Tokyo Denki University in der Zeitung «Asahi Shimbun». Bei dem betroffenen Abhang sei es denn auch wahrscheinlich gewesen, dass er wie jetzt geschehen abgehen könnte. Auch an anderen Orten entlang der Pazifikküste des Landes wurden Bewohner unterdessen gewarnt, sich vor anschwellenden Flüssen, Überflutungen und möglichen Erdrutschen in Sicherheit zu bringen.

Die heftigen Niederschläge führten auch zu Unterbrechungen im Bahnverkehr. Der Betrieb von Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszügen zwischen Tokio und Shin-Osaka fiel für kurze Zeit aus. In Atami begannen Menschen noch am selben Tag mit Aufräumarbeiten.

Im Zuge der globalen Klimaerwärmung verzeichnet Japan immer mehr starke Regenfälle, wodurch es auch immer öfter zu Erdrutschen kommt. In den zurückliegenden zehn Jahren gingen nach amtlichen Angaben jährlich im Schnitt fast 1500 Erdrutsche in dem bergigen Inselreich ab - das sind fast doppelt so viele wie in den zehn Jahren zuvor.

© dpa-infocom, dpa:210703-99-244010/12

@ dpa.de

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