Konflikte, Syrien

Erneut erschüttert eine Autobombe das Bürgerkriegsland.

16.04.2017 - 16:02:06

Opfer vor allem Kinder - 126 Tote bei Anschlag auf Busse in Syrien. Diesmal trifft sie Syrer, die ihre Heimatorte nach monatelanger Belagerung verlassen mussten.

Aleppo die Zivilbevölkerung in Syrien einsetzen, die Opfer eines Krieges geworden sind, der nicht aufhört, Horror und Tod zu säen.»

An Bord der Busse waren rund 5000 Menschen, die zuvor im Zuge eines Abkommens aus den von Rebellen belagerten Orten Fua und Kafraja gebracht worden waren. Sie mussten in Al-Raschidin stundenlang warten, weil die Umsetzung des Abkommens stockte.

Die Einigung sieht vor, dass im Gegenzug etwa 2220 Menschen die von Regierungskräften eingeschlossenen Orte Madaja und Sabadani verlassen. Der Iran als Verbündeter der Regierung und Katar als Unterstützer der Rebellen hatten das Abkommen zwischen den Kriegsparteien vermittelt.

Unter den Toten seien 98 Menschen aus Fua und Kafraja, erklärten die Menschenrechtsbeobachter weiter. Die Rettungsorganisation Weißhelme hatte die Zahl der Toten am Samstagabend auf 100 beziffert. Nach der Explosion wurde der Transport der umgesiedelten Syrer fortgesetzt.

Auch das Auswärtige Amt verurteilte das Attentat. Die Nachricht von dem Anschlag sei «tief erschütternd», erklärte ein Sprecher in. «Erneut sind Menschen in Syrien Opfer eines hinterhältigen Attentats geworden. Unser Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen.»

Kritiker verurteilen die Einigung über den Abzug von Tausenden Menschen aus den vier Orten als Zwangsbevölkerungsaustausch. In den vergangenen Monaten waren nach Abkommen zwischen Regierung und Rebellen bereits mehrere von der Regierung belagerte Orte evakuiert worden. Die Opposition wirft den Regierungskräften vor, diese Gebiete durch Aushungern und Bombardierungen zur Aufgabe gezwungen zu haben.

@ dpa.de

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