Kriminalität, Berlin

Ermittler in Berlin haben kriminelle Teile arabischer Großfamilien zuletzt stark unter Druck gesetzt.

10.09.2018 - 17:54:05

Opfer aus arabischem Clan - Tödliche Schüsse auf Intensivtäter - Rache oder Rivalität?. Wohnungen wurden durchsucht, Immobilien und Waffen beschlagnahmt, Haftbefehle vollstreckt. Nun muss die Polizei den gewaltsamen Tod eines Kriminellen aufklären.

  • Berlin-Neukölln - Foto: Paul Zinken

    Am Tempelhofer Feld wurde der Mann durch Schüsse lebensgefährlich verletzt. Foto: Paul Zinken

  • Benjamin Franklin Klinikum - Foto: Paul Zinken

    Zahlreiche Menschen haben sich vor dem Benjamin Franklin Klinikum versammelt. Foto: Paul Zinken

  • Spurensicherung - Foto: Paul Zinken

    Ein Kriminaltechniker sichert am Tatort Spuren. Foto: Paul Zinken

  • Razzia gegen Clan-Mitglied - Foto: Paul Zinken

    Einsatzkräfte vor einem Kiosk in Neukölln: Die Berliner Polizei geht schärfer gegen kriminelle arabische Großfamilien vor. Foto: Paul Zinken

  • Polizeiaktion gegen Clan-Mitglieder - Foto: Polizeiaktion gegen Clan-Mitglieder in Berlin. Foto: Paul Zinken/Archiv

    Polizeiaktion gegen Clan-Mitglieder in Berlin. Foto: Paul Zinken/Archiv

Berlin-Neukölln - Foto: Paul ZinkenBenjamin Franklin Klinikum - Foto: Paul ZinkenSpurensicherung - Foto: Paul ZinkenRazzia gegen Clan-Mitglied - Foto: Paul ZinkenPolizeiaktion gegen Clan-Mitglieder - Foto: Polizeiaktion gegen Clan-Mitglieder in Berlin. Foto: Paul Zinken/Archiv

Berlin - Nach den tödlichen Schüssen auf einen Intensivtäter aus einer arabischstämmigen Großfamilie will die Berliner Polizei Racheakte verhindern.

Man habe «exzellente Szenekenntnisse», doch Gewaltexzesse ließen sich nicht immer verhindern, sagte der Leiter der Abteilung Organisierte Kriminalität im Landeskriminalamt, Sebastian Laudan, am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses.

In dem konkreten Fall stünden die Ermittlungen erst am Anfang. «Wir müssen Licht ins Dunkel bringen.» Das Tatmotiv war noch unklar - zu hören waren aber Spekulationen über Rivalitäten konkurrierender Familien und persönliche Rache.

Nidal R. war am Sonntag gegen 17.40 Uhr im Berliner Stadtteil Neukölln niedergeschossen worden, wo er mit seiner Familie unterwegs war. Anschließend flüchteten laut Polizei mehrere Menschen mit einem Auto vom Tatort. Zeugen alarmierten Polizei und Rettungskräfte. Der Angeschossene wurde am Tatort reanimiert und in ein Krankenhaus gebracht, wo er seinen schweren Verletzungen erlag.

Von der Polizei hieß es zur Identität des Opfers nur, der Mann sei im Libanon geboren. Vor dem Krankenhaus, in das der angeschossenen Mann gebracht worden war, hatte sich am Sonntagabend eine aufgebrachte Menge versammelt. Mit einem Großaufgebot bewachte die Polizei das Gebäude.

Nidal R. soll bereits im Alter von zehn Jahren erste Straftaten verübt haben, war damals aber noch strafunmündig. Seit seinem 15. Lebensjahr stand er immer wieder vor Gericht. Anklagen lauteten auf Körperverletzung, Raub, Bedrohung, Nötigung, Drogendelikte sowie Fahren ohne Führerschein, Gefährdung des Straßenverkehrs und Unfallflucht. Eine Abschiebung in den Libanon scheiterte 2004 wegen ungeklärter Staatsbürgerschaft.

@ dpa.de

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