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EU, Brexit

Einen Tag vor der Abstimmung über den Brexit-Deal gilt eine Niederlage der Regierung schon als ausgemacht.

14.01.2019 - 15:26:05

Klare Absage an Verschiebung - May kämpft mit neuen Zusagen aus Brüssel für Brexit-Deal. Weit weniger klar scheint, wie es danach weitergeht.

  • Brexit - Foto: Jonathan Brady/PA

    Ein pro-europäischer Demonstrant vor dem Parlament. Foto: Jonathan Brady/PA

  • Brexit - Foto: Gareth Fuller/PA Wire

    Fähren im Ärmelkanal: Die britische Regierung hat Verträge mit Reedereien abgeschlossen, um mögliche Engpässe nach dem Brexit mithilfe von gecharterten Fähren abzufedern. Foto: Gareth Fuller/PA Wire

  • Brexit - Foto: Gareth Fuller/PA Wire

    Lastwagen verlassen eine Fähre im Hafen von Dover. Die britische Regierung hat Verträge mit Reedereien abgeschlossen, um mögliche Engpässe nach dem Brexit abzufedern. Foto: Gareth Fuller/PA Wire

  • Hafen von Dover - Foto: Gareth Fuller/PA Wire

    Im Hafen von Dover droht bei einem ungeregelten Brexit das blanke Chaus. Foto: Gareth Fuller/PA Wire

  • Brexit - Foto: Lastwagen auf der A526 außerhalb von Dover: Die britiscche Regierung testet jede Möglichkeit, das Brexit-Chaos zu begrenzen. Foto: Gareth Fuller/PA Wire

    Lastwagen auf der A526 außerhalb von Dover: Die britiscche Regierung testet jede Möglichkeit, das Brexit-Chaos zu begrenzen. Foto: Gareth Fuller/PA Wire

  • Brexit - Foto: Gareth Fuller/PA Wire

    Im Hafen von Dover droht nach einem ungegeregelten Brexit das blanke Chaos. Foto: Gareth Fuller/PA Wire

  • Britische Grenze - Foto: Andrew Cowie

    Noch ist das Reisen einfach: Grenzbeamte am Londoner Flughafen Heathrow unter einem Grenzschild. Foto: Andrew Cowie

  • Container im Hafen - Foto: Christian Charisius

    Container-Lagerplatz am Containerterminal Burchardkai im Hamburger Hafen. Großbritannien ist der fünftgrößte Exportmarkt Deutschlands. Foto: Christian Charisius

  • Manston International Airport - Foto: Victoria Jones/PA Wire

    Der ehemalige Flugplatz in Manston könnte genutzt werden, um etwa 6000 Lastwagen zu parken, um die erwartete Überlastung der Häfen nach einem harten Brexit zu verringern. Foto: Victoria Jones/PA Wire

  • Dover - Foto: Gareth Fuller/PA Wire

    An den Docks von Dover droht das totale Chaos, falls Großbritannien einen Rückzug aus der EU ohne Abkommen vollzieht. Foto: Gareth Fuller/PA Wire

  • Jacob Rees-Mogg - Foto: Stefan Rousseau/PA Wire

    Jacob Rees-Mogg ist einer der ärgsten innerparteilichen Geggner der britischen Premierministerin Theresa May. Foto: Stefan Rousseau/PA Wire

  • Meerenge von Dover - Foto: NASA/GSFC/MITI/ERSDAC/JAROS

    Die Straße von Dover aus der Satellitenperspektive: Nur 32 Kilometer trennen die britische Insel (l.) vom europäischen Festland. Foto: NASA/GSFC/MITI/ERSDAC/JAROS

  • Brexit - Foto: Silvia Kusidlo

    Ein Lastwagen im Hafen von Dover: Bei einem harten Brexit mit Zollkontrollen wird hier das Chaos herrschen. Foto: Silvia Kusidlo

  • Brexit - Foto: Silvia Kusidlo

    Ein Lastwagen im Hafen von Dover: Bei einem harten Brexit mit Zollkontrollen wird hier das Chaos herrschen. Foto: Silvia Kusidlo

Brexit - Foto: Jonathan Brady/PABrexit - Foto: Gareth Fuller/PA WireBrexit - Foto: Gareth Fuller/PA WireHafen von Dover - Foto: Gareth Fuller/PA WireBrexit - Foto: Lastwagen auf der A526 außerhalb von Dover: Die britiscche Regierung testet jede Möglichkeit, das Brexit-Chaos zu begrenzen. Foto: Gareth Fuller/PA WireBrexit - Foto: Gareth Fuller/PA WireBritische Grenze - Foto: Andrew CowieContainer im Hafen - Foto: Christian CharisiusManston International Airport - Foto: Victoria Jones/PA WireDover - Foto: Gareth Fuller/PA WireJacob Rees-Mogg - Foto: Stefan Rousseau/PA WireMeerenge von Dover - Foto: NASA/GSFC/MITI/ERSDAC/JAROSBrexit - Foto: Silvia KusidloBrexit - Foto: Silvia Kusidlo

London/Brüssel - Mit neuen Zusicherungen der Europäischen Union kämpft die britische Premierministern Theresa May um Unterstützung ihres Parlaments für den Brexit-Vertrag.

Nur die Zustimmung zum Austrittsabkommen am Dienstagabend könne einen chaotischen EU-Austritt oder den Stopp des Brexits verhindern, sagte May am Montag. Dennoch war keine Mehrheit für den Vertrag im Unterhaus in Sicht. Die EU hält nun über das vorgesehene Datum 29. März hinaus für möglich.

Doch gibt die EU-Seite auch die Hoffnung nicht auf, dass Großbritannien doch noch Mitglied bleibt. Mehr als 100 Europaabgeordnete richteten in einem offenen Brief einen emotionalen Appell an die Briten: «Wir bitten darum, im Interesse der nächsten Generation den Austritt zu überdenken.» Bei einer Abkehr vom Brexit würde man zusammen daran arbeiten, «die Europäische Union zu reformieren und zu verbessern, so dass sie besser im Sinne aller Bürger funktioniert», heißt es in dem Papier.

May will aber keine Abkehr vom Brexit und auch keine Verschiebung. Stattdessen bewegte sie EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und Ratspräsident Donald Tusk zu neuen Zusicherungen, die für die Ratifizierung des Brexit-Vertrags in Großbritannien hilfreich sein sollen. Juncker und Tusk schickten am Montag einen langen Brief nach London.

Enthalten sind zwei wichtige Punkte: Die in Großbritannien umstrittene Garantie für eine offene Grenze, der sogenannte Backstop, wird als reine Rückversicherung dargestellt, die möglichst nie genutzt werden solle - und wenn doch, dann nur übergangsweise, bis eine bessere Lösung gefunden sei. Und die EU bestätigte, dass diese Zusicherungen «juristischen Wert» haben, was May wichtig war.

In der Substanz ändert der neue EU-Brief allerdings nichts. Denn Juncker und Tusk halten gleich zu Beginn fest: «Wie Sie wissen, sind wir nicht in der Lage, irgendetwas zuzustimmen, das das Austrittsabkommen ändert oder nicht mit ihm übereinstimmt.» Man sei aber bereit, die Interpretation des Abkommens zu bekräftigen.

May räumte in einer Rede Stoke-on-Trent ein, dass die von Kritikern im Parlament gewünschte nicht möglich gewesen sei. Dennoch seien wichtige Punkte erreicht worden. Darunter sei die Zusage, dass die Verhandlungen über die künftige Partnerschaft Großbritanniens mit der EU bereits vor dem Austrittsdatum am 29. März beginnen könnten. Junckers und Tusks Zusagen seien «rechtswirksam».

Trotz Mays Appellen in letzter Minute sah aber auch ihre Regierung einen Tag vor der Abstimmung , wie Handelsminister Liam Fox am Montag in der BBC eingestand. Spekuliert wurde eigentlich nur noch darüber, wie schlimm die Niederlage für May ausfällt und wie es danach weitergeht.

Sollte das Parlament das Abkommen am Dienstag mit großer Mehrheit ablehnen und sich auch in den kommenden Wochen nicht auf ein weiteres Vorgehen einigen, droht ein Austritt ohne Abkommen mit dramatischen Konsequenzen für die Wirtschaft und viele andere Lebensbereiche.

Möglich ist aber, dass das Parlament am Dienstag selbst schon einen Ausweg weist. Die Beschlussvorlage kann noch vor der eigentlichen Abstimmung abgeändert werden. Solche Änderungen könnten am Ende sogar die eigentliche Abstimmung stoppen. Nach einer Niederlage der Regierung könnte es auch zu einem Misstrauensvotum kommen. Allerdings wird nicht damit gerechnet, dass die Regierung damit zu Fall gebracht werden kann.

In ihrer Rede lehnte May eine Verschiebung des Brexits erneut explizit ab. EU-Diplomaten hatten zuvor bestätigt, dass man in Brüssel einen britischen Antrag auf Verlängerung der Austrittsfrist nach Artikel 50 der EU-Verträge für möglich hält. Eine «technische» Verlängerung bis Juli wäre ein erster Schritt, um May Extrazeit zu geben. Noch gebe es aber einen solchen Antrag nicht, und nötig wäre für seine Billigung Einstimmigkeit der 27 übrigen EU-Staaten.

Die deutsche Wirtschaft warnte erneut vor den negativen Folgen im Falle eines Brexits ohne Abkommen. «Ohne Deal würden zusätzlich Millionen an Zollanmeldungen und Milliarden an Zöllen fällig», sagte der Präsident des Deutschen Industrie-und Handelskammertages, Eric Schweitzer, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). Zudem würden Just-in-time-Produktionen und Lieferketten unterbrochen.

Er wies abermals darauf hin, dass in Deutschland ungefähr 750 000 Arbeitsplätze vom Handel mit Großbritannien abhingen. Großbritannien ist Deutschlands fünftwichtigster Handelspartner. Das Handelsvolumen beträgt 122 Milliarden Euro. Die deutsche Außenwirtschaft äußerte sich ebenfalls besorgt und warnte vor Milliardenkosten.

@ dpa.de

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