Kriegsfolgen, Carsten Breuer

Eine neue Sicherheitslage in Europa schürt Angst und sorgt für Verunsicherung, auch bei Bundeswehr-General Carsten Breuer.

09.10.2022 - 01:47:02

General Breuer: Jedes Kraftwerk kann attackiert werden. Anschläge aus dem Ausland könnten seiner Meinung nach zunehmen.

Bundeswehr-General Carsten Breuer hat vor zunehmenden Angriffen auf die Infrastruktur in Deutschland gewarnt.

«Jede Umspannstation, jedes Kraftwerk, jede Pipeline kann attackiert werden, kann ein mögliches Ziel sein», sagte der Befehlshaber des Territorialen Führungskommandos der Bundeswehr der «Bild am Sonntag». «Wir stellen uns hier im Kommando vor allem auf hybride Bedrohungen ein. Das ist der Zustand zwischen nicht mehr ganz Frieden, aber auch noch nicht richtig Krieg.»

Hintergrund sei der Angriff Russlands auf die Ukraine und die neue Sicherheitslage in Europa. «Der Krieg Russlands hat dazu geführt, dass unser Schwerpunkt wieder auf der Landes- und Bündnisverteidigung liegt. Dem ganzen Land ist klar geworden: Krieg in Europa ist wieder möglich.»

Anschläge auf Infrastruktur und Cyberangriffe

Anschläge und Einflussnahmen aus dem Ausland könnten zunehmen. «Es geht hier nicht um eine feindliche Armee mit Soldaten und Panzern, die unser Land angreift», betonte Breuer. «Aber es gibt Einflussnahmen, mit Anschlägen auf Infrastruktur und mit Cyberangriffen, oder zum Beispiel Aufklärungsflüge mit Drohnen über Kasernen. Also Nadelstiche, die in der Bevölkerung, die bei uns Verunsicherung schüren und das Vertrauen in unseren Staat erschüttern sollen.» Die Sicherheitsbehörden müssten sich auf diese Bedrohungslage einstellen, sagte Breuer der Zeitung.

«Hysterie ist ein schlechter Ratgeber», gab der Bundeswehr-General zu bedenken. Allerdings sollte jedem Bürger klar sein, «dass er sein individuelles Verhalten ändern sollte» - dazu gehöre zum Beispiel die mentale Einstellung oder auch die Anschaffung einer Taschenlampe und eines Radios mit ausreichend Batterien für zu Hause, also unabhängig von der Stromversorgung aus der Steckdose.

@ dpa.de