Kriminalität, Terrorismus

Eine brutale Gewalttat erschüttert Neuseeland: Bei einem Angriff auf zwei Moscheen sterben in der Stadt Christchurch mindestens 40 Menschen.

15.03.2019 - 09:33:21

Terrorakt - Mindestens 49 Tote bei Angriff auf Moscheen in Neuseeland. Die Regierung spricht von Terrorismus.

  • Rettungskräfte vor Ort - Foto: Martin Hunter/SNPA

    Ein Verletzter wird nach dem Angriff in einen Krankenwagen verladen. Foto: Martin Hunter/SNPA

  • Tätervideo - Foto: Tätervideo

    Im Internet kursierte ein Video des Angfriffs, das von einem Täter stammen soll. Offenbar trug er dabei eine Helmkamera. Foto: Tätervideo

  • Zeugen des Angriffs - Foto: Mark Baker/AP

    Polizisten begleiten Zeugen des Angriffs. Foto: Mark Baker/AP

  • Spezialkräfte der Polizei am Tatort - Foto: Martin Hunter/SNPA

    Spezialkräfte der Polizei sichern den Tatort. Foto: Martin Hunter/SNPA

  • Polizei sichert Straßenzüge - Foto: Mark Baker/AP

    Die Polizei sichert Straßenzüge rund um den Tatort im Ortsteil Linwood. Foto: Mark Baker/AP

  • Masjid Al Noor Moschee in Christchurch - Foto: Martin Hunter/SNPA

    Archivbild der Masjid-Al-Noor-Moschee in Christchurch. Foto: Martin Hunter/SNPA

  • Polizei vor der Moschee in Linwood - Foto: Mark Baker/AP

    Angriff in Christchurch: Polizisten vor der Moschee im Ortsteil Linwood. Foto: Mark Baker/AP

  • Gläubige vor der Masjid Al Noor Moschee - Foto: Martin Hunter/SNPA

    Gläubige nach dem Angriff vor der Masjid Al Noor Moschee. Foto: Martin Hunter/SNPA

Rettungskräfte vor Ort - Foto: Martin Hunter/SNPATätervideo - Foto: TätervideoZeugen des Angriffs - Foto: Mark Baker/APSpezialkräfte der Polizei am Tatort - Foto: Martin Hunter/SNPAPolizei sichert Straßenzüge - Foto: Mark Baker/APMasjid Al Noor Moschee in Christchurch - Foto: Martin Hunter/SNPAPolizei vor der Moschee in Linwood - Foto: Mark Baker/APGläubige vor der Masjid Al Noor Moschee - Foto: Martin Hunter/SNPA

Christchurch - Bei einem mutmaßlichen Terror-Angriff auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch sind mindestens 49 Menschen getötet worden. 

Das sagte der zuständige Polizei-Chef Mike Bush in der Hauptstadt Wellington. Zudem wurden durch Schüsse in den beiden Gotteshäusern mehrere Dutzend muslimische Gläubige verletzt.

Die Gesundheitsbehörden teilten mit, 48 Menschen mit Schusswunden würden in verschiedenen Krankenhäusern behandelt. Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern sprach von einem «terroristischen Angriff». Die Polizei nahm drei Verdächtige fest, darunter auch einen Australier. Zuvor war noch vier Verdächtigen die Rede gewesen.

Der genaue Ablauf der Attacke war auch nach Stunden noch unklar. Für den Pazifikstaat ist es eine der schlimmsten Gewalttaten der jüngeren Geschichte. Aus Sorge vor weiteren Angriffen riegelte die Polizei Schulen und andere öffentliche Gebäude stundenlang ab. An die Bevölkerung - insbesondere an Muslime - appellierte sie, zuhause zu bleiben: «Unter keinen Umständen sollte irgendjemand im Land jetzt zu einer Moschee gehen.»

Chef-Ermittler Bush sagte, einem Verdächtige, der Ende 20 sei, werde Mord vorgeworfen, er werde bereits an diesem Samstag einem Richter vorgeführt. Er betonte, die Polizei habe im Vorfeld der Tat keine Fehler gemacht. Ardern hatte zuvor gesagt, die Verdächtigen hätten auf keiner Gefährderliste gestanden.

Australiens Premierminister Scott Morrison bestätigte, dass einer der Verdächtigen Australier ist. Er sprach von einem «rechtsextremistischen gewalttätigen Terroristen». Im Internet kursierte ein Video der Tat, das von dem 28-Jährigen stammt. Offenbar trug er dabei eine Helmkamera.

Nach Augenzeugenberichten begann der Angriff gegen 13.45 Uhr (1.45 Uhr MEZ). Ein bewaffneter Mann drang in eine Moschee in der Innenstadt ein, wo sich zur Mittagsstunde mehr als 300 Menschen zum Freitagsgebet versammelt hatten, und schoss mit einer Schnellfeuerwaffe um sich. Zeugen zufolge handelt es sich bei dem Täter um einen weißen Mann, der Helm und kugelsichere Weste trug. Später fielen auch noch in einer anderen Moschee Schüsse.

Einer der überlebenden Gläubigen, Mohan Ibrahim, berichtete der Zeitung «New Zealand Herald» von einem «Schockmoment». «Dann haben alle Leute angefangen davonzulaufen.» Ein anderer Zeuge, Ahmad Al-Mahmoud, sagte: «Es fielen mindestens 50 Schüsse, sehr schnell hintereinander. Können auch Hunderte gewesen sein.» Nach der Tat sperrte die Polizei das Gelände um die Moschee weiträumig ab.

Die Polizei nahm insgesamt vier Verdächtige fest: drei Männer und eine Frau. Auf einem Video ist zu sehen, wie mehrere bewaffnete Beamte einen Mann aus einem weißen Auto ziehen, das zuvor offensichtlich gerammt wurde. Nach Angaben von Polizeisprecher Mike Bush wurden an mehreren Autos Sprengsätze entdeckt.

In Neuseeland ist nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung muslimischen Glaubens. Insgesamt gibt es dort etwa 50 000 Muslime, viele davon Einwanderer aus Staaten wie Pakistan oder Bangladesch. Größte Religionsgruppe in Neuseeland ist das Christentum. Die Stadt Christchurch hat 350 000 Einwohner und liegt auf der Südinsel des Pazifikstaats. Bürgermeisterin Lianne Dalziel sagte: «Alle sind geschockt. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas hier passieren kann.»

@ dpa.de

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