Kriminalität, Kinder

Ein Sexualstraftäter zieht zu einer Familie bei Freiburg - trotz Gerichtsverbot.

13.01.2018 - 16:08:05

Partner der Mutter vorbestraft - Kind für Sex verkauft: Hauptverdächtiger hatte Kontaktverbot. Nach einem anonymen Hinweis wird klar: Der Junge der Familie soll im Internet gegen Geld für Sex vermittelt worden sein. Die Behörden müssen sich auf kritische Fragen einstellen.

Freiburg - Einer der mutmaßlichen Hauptdrahtzieher im Fall des vermutlich jahrelang sexuell missbrauchten Jungen aus dem Breisgau hätte keinen Kontakt mit Kindern haben dürfen. Gegen den wegen Missbrauchs von Minderjährigen vorbestraften Mann habe ein Kontaktverbot zu unter 18-Jährigen bestanden.

Das sagte Oberstaatsanwalt Michael Mächtel. Zuvor hatten darüber auch «Badische Zeitung», «Stuttgarter Zeitung» und «Stuttgarter Nachrichten» berichtet. Der 39-Jährige soll im Herbst 2016 zur Mutter des Opfers gezogen sein - dies sei ein Verstoß gegen Gerichtsauflagen gewesen, sagte Mächtel.

Die 47-Jährige soll ihren Sohn seit 2015 für tausende Euro im Internet für Sex angeboten haben: Sieben Männer zwischen 32 bis 49 Jahren sitzen wegen Kindesmissbrauchs und Vergewaltigung in Untersuchungshaft. In einem Fall ist bereits Anklage erhoben worden.

Bei den Vorwürfen handelt es sich nach Ermittlerangaben um den schwerwiegendsten Fall des sexuellen Missbrauchs von Kindern, der vom Landeskriminalamt bislang bearbeitet wurde. Im vergangenen September konnte der Junge aus seiner Familie befreit werden.

Unklar ist, warum dies nicht viel früher geschah. Das Jugendamt hatte die Familie seit Jahren im Blick. Nach Polizeihinweisen auf eine sexuelle Gefährdung des Schülers konnte er im März 2017 zeitweise in Obhut genommen werden. Das Familiengericht schickte ihn laut Landratsamt wieder nach Hause, das eingeschaltete Oberlandesgericht habe diese Entscheidung bestätigt. Erst im September wurde er nach einem anonymen Hinweis endgültig aus der Hand seiner mutmaßlichen Peiniger befreit.

Der Lebensgefährte der Mutter durfte seit 2014 keinen Kontakt zu Kindern haben. Das Landgericht Freiburg hatte später laut Mächtel seinen Antrag abgelehnt, zur Mutter des Neunjährigen zu ziehen. Er habe dies dennoch getan. Wegen dieses Verstoßes sei er im Sommer 2017 zu vier Monaten Haft verurteilt worden. Das Amtsgerichtsurteil sei aber noch nicht rechtskräftig, erklärte Mächtel, weil der 39-Jährige Berufung dagegen eingelegt habe.

Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat mittlerweile gegen einen der Verdächtigen Anklage erhoben, wie der Oberstaatsanwalt sagte. Nun müsse das Landgericht entscheiden, ob es zum Prozess komme. Um wen es sich bei dem Angeklagten handelt, wollte er nicht sagen. Die Anklage laute auf schweren sexuellen Missbrauch von Kindern und Vergewaltigung. «In diesem Fall konnten wir die Ermittlungen schon abschließen.»

Ob einer der sechs Verdächtigen, die in Freiburg in Untersuchungshaft sitzen - darunter die Mutter und deren Partner -, die Vorwürfe eingeräumt hat, sagte Mächtel nicht. «Es gibt Angaben von einzelnen Personen», sagte er lediglich. Zwei weitere Verdächtige sind auf Betreiben der Staatsanwaltschaften in Karlsruhe und Kiel in U-Haft.

Die Staatssekretärin von Baden-Württembergs Sozialministerium, Bärbl Mielich (Grüne), kann nach ihren eigenen Worten nicht nachvollziehen, warum das Kind trotz Warnung der Polizei weiter bei seiner Familie wohnte. «Ich bin fassungslos», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Leider stehe das Elternrecht familienrechtlich an erster Stelle - womöglich hätten die Gerichte deshalb befunden, den Jungen im Frühjahr wieder nach Hause zu lassen. «Ich kann mir nichts anderes vorstellen.» In Baden-Württemberg seien Kinderrechte in der Landesverfassung verankert. Diese sollte auch im Bund gestärkt werden, forderte Mielich, Abgeordnete des Wahlkreises Breisgau.

Der Experte Johannes-Wilhelm Rörig sieht auch Schulen in der Pflicht, Kindesmissbrauch frühestmöglich zu erkennen und so zu verhindern. «Die Schule ist der einzige Ort, wo wir wirklich alle Kinder erreichen können», sagte der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs - ein Amt der Bundesregierung - der Deutschen Presse-Agentur.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Angekettet und fast verhungert - US-Horrorhaus: Paar mit 13 Kindern weist Schuld von sich. Die Vorwürfe der 13 misshandelten Kinder sind erdrückend, doch die Eltern streiten eine Schuld ab. Die Staatsanwaltschaft klagt sie wegen Folter an. Mehr grausige Details aus dem Horrorhaus in Kalifornien kommen ans Licht. (Politik, 19.01.2018 - 17:44) weiterlesen...

Kalifornien - US-Horrorhaus: Paar mit 13 Kindern weist Vorwürfe zurück. Die Vorwürfe der 13 misshandelten Kinder sind erdrückend, doch die Eltern streiten diese ab. Die Staatsanwaltschaft klagt sie wegen Folter an. Mehr grausige Details aus dem Horrorhaus in Kalifornien kommen ans Licht. (Politik, 19.01.2018 - 09:04) weiterlesen...

Eltern von 13 Kindern wegen Folter angeklagt. Die Eltern hätten auf «nicht schuldig» plädiert, teilte die Staatsanwaltschaft in Riverside mit. Der nächste Gerichtstermin wurde für Ende Februar festgesetzt. Das Paar aus der Stadt Perris südöstlich von Los Angeles war unter anderem wegen Folter, schwerer Misshandlung und Kindesgefährdung angeklagt worden. Im Falle einer Verurteilung droht beiden lebenslängliche Haft. Riverside - Ein kalifornische Ehepaar, das seine 13 Kinder unter grausamen Bedingungen gefangengehalten haben soll, hat die Vorwürfe bei der Anklage vor Gericht zurückgewiesen. (Politik, 19.01.2018 - 00:48) weiterlesen...

13 gefangene Kinder - Eltern in Kalifornien angeklagt. Das teilte die Staatsanwaltschaft mit. Das Paar aus der Stadt Perris südöstlich von Los Angeles wird unter anderem wegen Folter, schwerer Misshandlung und Kindesgefährdung vor Gericht gestellt. Die Eltern sollen heute erstmals vor Gericht erscheinen. Im Falle einer Verurteilung in allen Anklagepunkten drohen den Eltern jeweils 94 Jahre bis lebenslängliche Haft. Riverside - Das kalifornische Ehepaar, das seine 13 Kinder unter grausamen Bedingungen gefangengehalten haben soll, ist wegen zahlreicher Vergehen angeklagt worden. (Politik, 18.01.2018 - 21:54) weiterlesen...

Nach Missbrauchsfall: Behörden wollen Vorgehen aufarbeiten. Dabei werde auch die Frage der Kontrolle gerichtlicher Auflagen analysiert, teilte das Amtsgericht Freiburg mit. Das Ergebnis werde veröffentlicht. Der Fall war vorige Woche bekannt geworden. Den Ermittlungen zufolge hatten die Mutter und ihr Lebensgefährte den neunjährigen Jungen im Internet für Vergewaltigungen angeboten. Dabei hätte der einschlägig vorbestrafte Mann gar keinen Kontakt zu Minderjährigen haben dürfen. Freiburg - Im Fall des jahrelangen Kindesmissbrauchs im Raum Freiburg wollen die Behörden nach massiver Kritik ihr Vorgehen aufarbeiten. (Politik, 18.01.2018 - 18:08) weiterlesen...

13 gefangen gehaltene Kinder - Horrorhaus: US-Paar muss am Donnerstag vor Gericht. Das berichtete CNN am späten Dienstagabend (Ortszeit). Perris - Das kalifornische Ehepaar, das seine 13 Kinder unter grausamen Bedingungen gefangen gehalten haben soll, soll am Donnerstag vor Gericht erscheinen. (Politik, 17.01.2018 - 10:14) weiterlesen...