Notfälle, Brände

Ein mehr als 850 Jahre altes Bauwerk wieder aufbauen - das kostet richtig Geld.

17.04.2019 - 13:24:05

Wiederaufbau in fünf Jahren? - Schon fast eine Milliarde Euro Spenden für Notre-Dame. Eine Versicherung zahlt jedoch nicht für die Brandschäden von Notre-Dame. Dennoch muss nicht der Staat allein für den Wiederaufbau aufkommen.

  • «Fürchterlicher Brand» - Foto: Matthias Wagner

    Die Bürgermeisterin der französischen Hauptstadt spricht von einem «fürchterlichen Brand». Foto: Matthias Wagner

  • Riesige Rauchsäule - Foto: Juan Cristobal Cruz Revueltas

    Eine riesige Rauchsäule steht über einem der berühmtesten Wahrzeichen der Welt - der Pariser Kathedrale Notre-Dame. Foto: Juan Cristobal Cruz Revueltas

  • Notre-Dame steht in Flammen - Foto: Thibault Camus/AP

    Verheerender Brand in einem der berühmtesten Wahrzeichen der Welt, der Pariser Kathedrale Notre-Dame. Foto: Thibault Camus/AP

  • Notre-Dame steht in Flammen - Foto: Thibault Camus/AP

    Ein kleiner Spitzturm in der Mitte des Daches stürzte bereits ein. Foto: Thibault Camus/AP

  • Riesige Rauchsäule - Foto: Christian Böhmer

    Eine riesige Rauchsäule steht über der Pariser Kathedrale Notre-Dame. Foto: Christian Böhmer

  • Kampf gegen die Flammen - Foto: Michael Euler/AP

    Ein Feuerwehrmann versucht, das Feuer in der Kathedrale Notre-Dame zu löschen. Foto: Michael Euler/AP

  • Notre-Dame brennt - Foto: Julien Mattia/Le Pictorium Agency via ZUMA

    Flammen und Rauch steigen aus der Kathedrale Notre-Dame auf. Foto: Julien Mattia/Le Pictorium Agency via ZUMA

  • Notre-Dame steht in Flammen - Foto: Michael Euler/AP

    Feuerwehrleute versuchen das Feuer in der Kathedrale Notre-Dame zu löschen. Foto: Michael Euler/AP

  • Feuer unter Kontrolle - Foto: Gareth Fuller/PA Wire

    Das Feuer in Notre-Dame ist unter Kontrolle. Foto: Gareth Fuller/PA Wire

  • Nach dem Feuer - Foto: Gareth Fuller/PA Wire

    Die Feuerwehr hat den verheerenden Brand nach mehrstündigen Löscharbeiten unter Kontrolle gebracht. Foto: Gareth Fuller/PA Wire

  • Notre-Dame - Foto: Thibault Camus/AP

    Der Blick vom Bürogebäude Montparnasse auf die ausgebrannte Kathedrale Notre-Dame. Foto: Thibault Camus/AP

  • Notre-Dame - Foto: Christophe Petit Tesson/EPA Pool

    Notre-Dame von innen: Der Dachstuhl der weltberühmten Kathedrale ist weg. Foto: Christophe Petit Tesson/EPA Pool

  • Notre-Dame - Foto: Diana Ayanna/AP

    Rauch und Flammen steigen von der Kathedrale Notre-Dame auf und lassen den kleinen Spitzturm einstürzen. Foto: Diana Ayanna/AP

  • Trümmerteile und verkohlte Holzbalken - Foto: Christophe Petit Tesson/EPA POOL/AP

    Trümmerteile und verkohlte Holzbalken liegen im Inneren der Kathedrale Notre-Dame. Foto: Christophe Petit Tesson/EPA POOL/AP

  • TV-Ansprache - Foto: Yoan Valat/EPA POOL/AP

    Notre-Dame solle innerhalb der nächsten fünf Jahre wieder aufgebaut werden und dann noch schöner sein als vorher, sagte Macron in einer TV-Ansprache. Foto: Yoan Valat/EPA POOL/AP

  • Brand von Notre-Dame - Foto: Thierry Mallet/AP

    Flammen und Rauch schlagen aus der Kathedrale Notre Dame auf, der kleine Spitzturm (M) beginnt einzustürzen. Foto: Thierry Mallet/AP

«Fürchterlicher Brand» - Foto: Matthias WagnerRiesige Rauchsäule - Foto: Juan Cristobal Cruz RevueltasNotre-Dame steht in Flammen - Foto: Thibault Camus/APNotre-Dame steht in Flammen - Foto: Thibault Camus/APRiesige Rauchsäule - Foto: Christian BöhmerKampf gegen die Flammen - Foto: Michael Euler/APNotre-Dame brennt - Foto: Julien Mattia/Le Pictorium Agency via ZUMANotre-Dame steht in Flammen - Foto: Michael Euler/APFeuer unter Kontrolle - Foto: Gareth Fuller/PA WireNach dem Feuer - Foto: Gareth Fuller/PA WireNotre-Dame - Foto: Thibault Camus/APNotre-Dame - Foto: Christophe Petit Tesson/EPA PoolNotre-Dame - Foto: Diana Ayanna/APTrümmerteile und verkohlte Holzbalken - Foto: Christophe Petit Tesson/EPA POOL/APTV-Ansprache - Foto: Yoan Valat/EPA POOL/APBrand von Notre-Dame - Foto: Thierry Mallet/AP

Paris - Für den Wiederaufbau der schwer beschädigten Pariser Kathedrale Notre-Dame ist schon fast eine Milliarde Euro an Spenden zusammengekommen.

«Heute Morgen waren es fast 900 Millionen. Ich denke, wir werden heute noch die Milliardengrenze überschreiten», sagte der Fernsehmoderator Stéphane Bern, der im Auftrag von Staatschef Emmanuel Macron für die Renovierung historischer Baudenkmäler in Frankreich zuständig ist, am Mittwoch dem Sender RMC. «Die ganze Welt ist an unserer Seite», sagte Bern. Er erhalte Spenden aus vielen Ländern für die berühmte Kathedrale im Herzen von Paris, in der am Montagabend ein heftiges Feuer ausgebrochen war.

Kurz nach dem Ausbruch des Feuers hatte Macron schon versprochen, wieder aufzubauen. In einer Fernsehansprache am Dienstag kündigte er an, dass dies binnen fünf Jahren passieren sollte. Er nannte die Franzosen ein «Volk von Baumeistern». Macron fügte hinzu: «Im Laufe unserer Geschichte haben wir Städte, Häfen und Kirchen gebaut. Viele sind verbrannt oder zerstört worden (...). Jedes Mal, haben wir sie wieder aufgebaut.»

Schnell kam in Frankreich die Frage nach den Kosten für dieses gewaltige Projekt auf - und wer diese trägt. Die Kathedrale sei im staatlichen Besitz und somit nicht im klassischen Sinne versichert, berichtete die Zeitung «Le Monde» unter Berufung auf den französischen Versicherungsverband. Der Staat sei in diesem Falle sein eigener Versicherer.

Zwar, so die Zeitung weiter unter Berufung auf einen Experten, seien viele Gebäude wie etwa der Eiffelturm auf Teilschäden versichert. Die Schadensdeckung liege aber deutlich unter den maximalen Kosten, die ein Schaden verursachen könne. Außerdem wären die zu zahlenden Versicherungsprämien für derartige Kulturdenkmäler exorbitant hoch.

Mehrere französische Milliardärsfamilien hatten kurz nach dem Brand Spenden über Hunderte Millionen Euro versprochen - darunter die Familien Arnault, Bettencourt und Pinault. Die französische Kulturerbe-Stiftung Fondation du Patrimoine hat eine Spendensammlung gestartet und eine entsprechende Webseite eingerichtet. Sie brach zwischenzeitlich zusammen. Dort waren am Mittwochvormittag schon fast elf Millionen Euro zusammengekommen.

Neben Geldspenden gab es auch die Aussicht auf Sachspenden für den Wiederaufbau der Kathedrale. Die Versicherungsgesellschaft Groupama kündigte etwa an, 1300 hundertjährige Eichen zu spenden. Sie sollen aus Wäldern in der Normandie kommen, die der Gesellschaft gehören. Der bei dem Brand zerstörte Dachstuhl war eine riesige Holzkonstruktion. Die Holzindustrie schlug vor, dass jeder private Waldbesitzer eine Eiche spenden soll.

Der Kunsthistoriker Stephan Albrecht von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg sieht diese Wiederaufbau-Pläne mit Skepsis. «Es gibt nur vage Zeichnungen, wie das ausgesehen hat», sagte Albrecht der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Er könne sich daher nicht vorstellen, dass der Dachstuhl wieder aus Holz aufgebaut wird.

Der Pariser Erzbischof Michel Aupetit rief dazu auf, nicht nur die Kathedrale wiederaufzubauen, sondern auch «unsere Kirche», deren Gesicht verwundet sei. Er spielte damit auf Skandale der jüngsten Zeit an - so war der Erzbischof von Lyon, Philippe Barbarin, von einem Gericht wegen Vertuschung von Missbrauch verurteilt worden. Aupetit lud Gläubige zu einer vorösterlichen Messe in der Pariser Kirche Saint-Sulpice am Abend ein. In Saint-Sulpice sollen laut Medien während der Osterfeiertage Gottesdienste stattfinden, die eigentlich für Notre-Dame vorgesehen waren.

@ dpa.de

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