Brände, Notfälle

Ein Großbrand in Südafrikas historischem Parlamentsgebäude gilt nach stundenlangen verzweifelten Löschversuchen zunächst als gelöscht.

03.01.2022 - 17:04:09

Unfälle - Brand in Südafrikas Parlament richtet schwere Schäden an. Doch plötzlich lodern am Abend erneut die Flammen über dem Dach.

Kapstadt ? Der Großbrand in Südafrikas Parlamentsgebäude vom Neujahrswochenende hat die Kap-Nation auch am Montag weiter in Atem gehalten.

Nachdem das Feuer am Vormittag als weitgehend gelöscht galt, waren am Abend im Dachbereich erneut lodernde Flammen und dichte Rauchschwaden über dem historischen Gebäude zu sehen. Das zunächst auf ein Dutzend Feuerwehrleute verringerte Löschpersonal wurde umgehend wieder aufgestockt. Die zuständige Ministerin Patricia de Lille hatte eine knappe Stunde zuvor erklärt, die enorme Hitze in dem Gebäude sei von 400 Grad Celsius auf 100 Grad gesunken. Eine Begehung der Ruine durch Ermittler sei noch nicht möglich.

Die Parlamentsbibliothek konnte gerettet werden

Die Kosten für einen Wiederaufbau des historischen Gebäudes dürften nach ersten Schätzungen enorm sein. «Wir werden mehrere hundert Millionen, wenn nicht sogar Milliarden Rands für den Wiederaufbau benötigen», sagte Kapstadts Sicherheitsbeauftragter Jean-Pierre Smith am Montag dem Nachrichtensender eNCA. Dies entspräche mehreren hundert Millionen Euro.

Am Montag waren nach Behördenangaben noch diverse Feuerwehrleute damit beschäftigt, Brandnester in dem teilweise knapp 150 Jahre alten Gebäude zu bekämpfen. Die Parlamentsbibliothek mit wertvollen Büchern konnte wegen der feuersicheren Mauern dort vor den Flammen gerettet werden. Zudem konnten elektronisch gespeicherte Daten gesichert werden.

Smith sprach vor laufender Kamera von schweren Mängeln, die auf mangelhafte Wartung zurückzuführen sein könnten. So habe sich das Elektrizitätssystem nicht automatisch ausgeschaltet und die Belüftungsanlagen weiter laufen lassen. Auch sei der automatische Feueralarm erst mit großer Verspätung ausgelöst worden.

In der Touristenmetropole Kapstadt hatten mehr als 70 Feuerwehrleute am frühen Sonntagmorgen versucht, den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Die Flammen haben unter anderem auch den Plenarsaal der Nationalversammlung sowie zahlreiche Büros zerstört. Das Feuer war zunächst an der Rückseite des Gebäudekomplexes ausgebrochen, der die Alte Versammlungskammer und den Nationalrat der Provinzen beherbergt, wie Ministerin Patricia de Lille erklärte.

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