Notfälle, Erdbeben

Ein Erdloch hat sich aufgetan, es könnte mehr als 1000 Menschen verschluckt haben.

05.10.2018 - 14:58:05

Noch viele Menschen vermisst - Eine Woche nach dem Tsunami: Opferzahl könnte enorm steigen. Noch eine Woche danach kommen schlimme Folgen der Naturkatastrophe ans Licht.

  • Nach dem Erdbeben in Indonesien - Foto: Tatan Syuflana/AP

    Aus den Trümmern des eingestürzten Hotels «Roa Roa» wurden am Donnerstag noch einmal acht Leichen gezogen. Foto: Tatan Syuflana/AP

  • Hilfsgüter - Foto: Tatan Syuflana/AP

    Indonesische Soldaten entladen am Flughafen Mutiara Sis Al-Jufri Hilfsgüter aus einem Frachtflugzeug der Luftstreitkräfte von Singapur. Foto: Tatan Syuflana/AP

  • Ausweise - Foto: Hariandi Hafid/SOPA Images via ZUMA Wire

    Ein Regierungsbeamter sammelt Ausweise von Opfern des Erdbebens und des Tsunami. Das ganze Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht abzusehen. Foto: Hariandi Hafid/SOPA Images via ZUMA Wire

  • Wasser - Foto: Gründlich waschen: Vielen Menschen auf Sulawesi fehlt es weiterhin am Nötigsten, doch manche Bewohner bemühen sich um ein Stück Normalität. Foto: Tatan Syuflana/AP

    Gründlich waschen: Vielen Menschen auf Sulawesi fehlt es weiterhin am Nötigsten, doch manche Bewohner bemühen sich um ein Stück Normalität. Foto: Tatan Syuflana/AP

  • Verladung - Foto: Indonesische Soldaten helfen am Flughafen Mutiara Sis Al-Jufri bei der Verteilung von Hilfsgütern. Foto: Tatan Syuflana/AP

    Indonesische Soldaten helfen am Flughafen Mutiara Sis Al-Jufri bei der Verteilung von Hilfsgütern. Foto: Tatan Syuflana/AP

  • Warten - Foto: Menschen warten am Flughafen Mutiara Sis Al-Jufri darauf, mit einem Frachtflugzeug des Militärs ausgeflogen zu werden. Foto: Tatan Syuflana/AP

    Menschen warten am Flughafen Mutiara Sis Al-Jufri darauf, mit einem Frachtflugzeug des Militärs ausgeflogen zu werden. Foto: Tatan Syuflana/AP

  • Massengrab in Palu - Foto: Tatan Syuflana/AP

    Massenbestattung: Die indonesische Polizei bringt die Leiche eines Tsunami-Opfers zu weiteren Leichensäcken. Foto: Tatan Syuflana/AP

  • Gestrandet - Foto: Tatan Syuflana/AP

    Unwirklich nahe: Im indonesischen Ort Donggala hat der Tsunami ein Schiff wie Spielzeug an an Land gespült. Foto: Tatan Syuflana/AP

  • Krankenstation - Foto: Fauzy Chaniago/AP

    Menschen, die während des Tsunamis verletzt wurden, werden in Palu in einem provisorischen Krankenhaus behandelt. Foto: Fauzy Chaniago/AP

Nach dem Erdbeben in Indonesien - Foto: Tatan Syuflana/APHilfsgüter - Foto: Tatan Syuflana/APAusweise - Foto: Hariandi Hafid/SOPA Images via ZUMA WireWasser - Foto: Gründlich waschen: Vielen Menschen auf Sulawesi fehlt es weiterhin am Nötigsten, doch manche Bewohner bemühen sich um ein Stück Normalität. Foto: Tatan Syuflana/APVerladung - Foto: Indonesische Soldaten helfen am Flughafen Mutiara Sis Al-Jufri bei der Verteilung von Hilfsgütern. Foto: Tatan Syuflana/APWarten - Foto: Menschen warten am Flughafen Mutiara Sis Al-Jufri darauf, mit einem Frachtflugzeug des Militärs ausgeflogen zu werden. Foto: Tatan Syuflana/APMassengrab in Palu - Foto: Tatan Syuflana/APGestrandet - Foto: Tatan Syuflana/APKrankenstation - Foto: Fauzy Chaniago/AP

Palu - Auch eine Woche nach den Erdbeben und dem Tsunami in Indonesien zeichnet sich erst allmählich das ganze Ausmaß der Schäden ab. Die Zahl der bestätigten Todesopfer lag laut Katastrophenschutz vom Freitag bei 1571. Es wurde aber auch bekannt, dass diese Zahl noch um mehr als 1000 steigen könnte.

In der Stadt Palu seien im Ortsteil Balaroa nach den Beben am 28. September rund 1000 Häuser in einer Art Erdloch verschwunden, sagte der Sprecher des nationalen Rettungsdienstes, Yusuf Latief, am Freitag. Der Ortsvorsteher von Balaroa habe angegeben, es könne dort noch mehr als 1000 Vermisste geben.

In zwei Teilen der 350.000-Einwohner-Hafenstadt Palu hatte die Erde nicht nur gebebt, sondern sich auch noch in einen Brei verwandelt - ein Phänomen, das als Bodenverflüssigung bekannt ist. Die Erde hatte alles aufgesaugt und durcheinander gewirbelt.

Während dringend benötigte Hilfsgüter aus dem Ausland die gebeutelte Insel Sulawesi allmählich erreichen und es teilweise wieder Strom und Handy-Empfang gibt, laufen die Bergungsarbeiten weiter. Manche betroffene Gebiete hätten die Helfer aber noch gar nicht erreicht, sagte am Freitag Iris van Deinse, Sprecherin der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften, auf Sulawesi. Es sei unklar, wie es dort aussehe.

Im Ort Jo Oge war eine Kirche mit 200 Bibelschülern vom Schlamm überrollt worden. Er wisse bislang nur, dass sich einer von ihnen habe retten können und 40 Leichen geborgen worden seien, sagte der Bezirksvorsteher Ruslan im örtlichen Fernsehen.

Am Freitag lief eine vorläufige Frist für die Rettungseinsätze ab. Seit Tagen wurden keine Überlebenden mehr unter den Trümmern entdeckt. Nach einer Woche gelten die Chancen als verschwindend gering, noch lebende Opfer zu bergen.

Mehr als 190.000 Menschen auf Sulawesi sind nach UN-Schätzungen mindestens für die nächsten drei Monate auf Hilfe angewiesen. Das UN-Büro für humanitäre Hilfe (Ocha) braucht dafür 50,5 Millionen Dollar (44 Millionen Euro), wie es in Genf berichtete. Man will damit Straßen, Trinkwasser- und Abwassersysteme sowie Häuser reparieren oder neu bauen, vorübergehende Auffanglager für Obdachlose betreiben und Menschen medizinisch und mit Nahrungsmitteln versorgen.

@ dpa.de