Kriminalität, Parlament

Ein britischer Abgeordneter wird bei einem Messerangriff getötet.

15.10.2021 - 18:44:09

Großbritannien - Bestürzung nach tödlicher Attacke auf Tory-Abgeordneten. Die Polizei nimmt einen 25-Jährigen fest, doch die Hintergründe bleiben zunächst unklar. Der Fall weckt böse Erinnerungen.

  • Polizei - Foto: Nick Ansell/PA/dpa

    Schwerbewaffnete Polizeibeamte am Tatort in der N?he der Belfairs Methodist Church, wo der konservative Abgeordnete David Amess zum Opfer eines Messerangriffs wurde. Foto: Nick Ansell/PA/dpa

  • David Amess - Foto: Geoff Caddick/PA Wire/dpa/Archivbild

    Der konservative Abgeordnete David Amess mit seinen M?psen Lily und Boat im Jahr 2013. Foto: Geoff Caddick/PA Wire/dpa/Archivbild

Polizei - Foto: Nick Ansell/PA/dpaDavid Amess - Foto: Geoff Caddick/PA Wire/dpa/Archivbild

Leigh-on-Sea - Der britische Abgeordnete David Amess von den regierenden Konservativen ist bei einem Messerangriff getötet worden. Das bestätigte die Polizei in der englischen Grafschaft Essex am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Ein entsprechender Notruf sei um kurz nach 12.00 Uhr mittags eingegangen, teilte die Polizei mit. «Trotz größter Bemühungen der Sanitäter starb er leider noch vor Ort.»

Mehrfach auf das Opfer eingestochen

Die Polizei bestätigte, dass ein 25 Jahre alter Mann wegen des Verdachts auf Mord festgenommen wurde. Nach weiteren Verdächtigen werde nicht gesucht, hieß es weiter. Am Tatort wurde zudem ein Messer sichergestellt. Über die möglichen Hintergründe der Tat gab es zunächst keine Informationen.

Medien berichteten, der Angreifer habe mehrfach auf den 69-Jährigen Abgeordneten eingestochen. Der Vorfall soll sich während einer Bürgersprechstunde in dem Ort Leigh-on-Sea in der Grafschaft Essex abgespielt haben.

Premierminister Boris Johnson brach einen Kabinettsausflug nach Bristol ab und kehrte in den Regierungssitz Downing Street zurück. Erwartet wurde, dass er sich noch am Abend an die Öffentlichkeit wendet.

Amess hinterlässt eine Frau und fünf Kinder. Der Katholik galt als erzkonservativer Brexit-Befürworter, der sich gegen das Recht auf Abtreibung und für Tierrechte einsetzte.

Der Fall erinnert an den Mord an der Labour-Abgeordneten Jo Cox 2016. Cox wurde ebenfalls bei einer Bürgersprechstunde in ihrem Wahlkreis von einem Rechtsextremisten mit einer Schusswaffe und einem Messer angegriffen. Sie starb kurz darauf an ihren Verletzungen. Der Mord an Cox ereignete sich nur wenige Wochen vor dem Brexit-Referendum.

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