9-Euro-Ticket, Verkehrsminister

Ein 49-Euro-Ticket als Nachfolger für das 9-Euro-Ticket: Darauf verständigen sich die Verkehrsminister von Bund und Ländern.

13.10.2022 - 17:28:44

Kofinanziertes 49-Euro-Ticket laut Verkehrsministern möglich. Eine Einführung soll schnellstmöglich erfolgen.

Die Länder sind bereit zur Kofinanzierung eines 49-Euro-Tickets im Nahverkehr als Nachfolger des 9-Euro-Tickets. Das sagte Bremens Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) als Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz in Bremerhaven.

Bayern hält allerdings trotz der grundsätzlichen Einigung von Bund und Ländern zur Einführung eines 49-Euro-Tickets im Nahverkehr an der Forderung nach mehr Geld vom Bund fest. «Das ist die Bedingung, ohne die ein 49-Euro-Ticket nicht kommen wird. Ich erwarte, dass der Bund seine konkreten Lösungsvorschläge spätestens bei der Ministerpräsidentenkonferenz erklärt», sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU). «In diesen Krisenzeiten brauchen wir Geld vom Bund, damit auch morgen noch Busse und Bahnen fahren und nicht wegen der explodierenden Energiepreise abbestellt werden müssen.»

Aus Sicht der Linken ist das 49-Euro-Ticket für viele zu teuer. «Ein bundesweit gültiges Nahverkehrsticket ist ein wichtiger Schritt voran», sagte Parteichefin Janine Wissler nach der grundsätzlichen Einigung der Verkehrsminister. «Leider wird es weiter viele Menschen geben, die sich dieses Ticket nicht leisten können.» So werde vielen Menschen mit niedrigem Einkommen das Recht auf Mobilität vorenthalten. Wissler bekräftigte die Forderung, perspektivisch zu einem kostenfreien Nahverkehr zu kommen und diesen gleichzeitig auszubauen.

Die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) habe den Ball in Richtung Verkehrsminister geschossen, diese hätten nun geliefert, so Schaefer. Die MPK müsse nun den «Elfmeter» versenken. Die Ministerpräsidenten haben sich mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) bisher nicht auf Finanzfragen einigen können. Das Ticket solle deutschlandweit gültig sein und schnellstmöglich eingeführt werden.

Im Beschlusspapier heißt es, der Bund stelle für ein 49-Euro-Ticket ab 2023 pro Jahr 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Länder seien zur Kofinanzierung bereit. Ziel des Bundes sei eine Finanzierung durch die Länder in gleicher Höhe. «Die Länder sind unter der Bedingung einer Verständigung über die Regionalisierungsmittel zur Kofinanzierung bereit.»

@ dpa.de