Prozesse, Kriminalität

Drastische Bilder aus einer Flüchtlingsunterkunft in Nordrhein-Westfalen lösten 2014 Entsetzen aus.

08.11.2018 - 11:38:05

Skandal von Burbach - Flüchtlinge misshandelt: Prozessbeginn gegen 30 Angeklagte. Wachleute und Personal aus der Heimleitung sollen Schutzsuchende gequält und misshandelt haben. 30 Angeklagte stehen nun in einem Mammutprozess vor Gericht.

  • Gerichtssaal - Foto: Henning Kaiser

    Die unter anderem wegen Freiheitsberaubung, gefährlicher Körperverletzung und Diebstahls Angeklagten und ihre Anwälte sitzen vor Beginn ihres Prozesses in einem Saal in der Siegerlandhalle. Foto: Henning Kaiser

  • Großer Andrang - Foto: Henning Kaiser

    Viele wollen den Prozess mitverfolgen. Laut Anklage geht es unter anderem um fahrlässige und gefährliche Körperverletzung, Nötigung oder Diebstahl. Foto: Henning Kaiser

  • Siegerlandhalle - Foto: Das Landgericht Siegen verhandelt wegen des erwarteten großen öffentlichen Andrangs in einem Tagungszentrum. Foto:_Henning Kaiser

    Das Landgericht Siegen verhandelt wegen des erwarteten großen öffentlichen Andrangs in einem Tagungszentrum. Foto:_Henning Kaiser

  • Prozess um Burbach-Skandal startet - Foto: Federico Gambarini/Archiv

    Das Flüchtlingsheim auf dem Gelände der ehemaligen Siegerland-Kaserne. Vor gut vier Jahren war bekannt geworden, dass in dem Heim Sicherheitspersonal Flüchtlinge misshandelt und gedemütigt haben soll. Foto: Federico Gambarini/Archiv

Gerichtssaal - Foto: Henning KaiserGroßer Andrang - Foto: Henning KaiserSiegerlandhalle - Foto: Das Landgericht Siegen verhandelt wegen des erwarteten großen öffentlichen Andrangs in einem Tagungszentrum. Foto:_Henning KaiserProzess um Burbach-Skandal startet - Foto: Federico Gambarini/Archiv

Siegen - Rund vier Jahre nach Auffliegen des Skandals um misshandelte Flüchtlinge in einem Heim in Nordrhein-Westfalen hat der Prozess gegen 30 Angeklagte begonnen.

Mitarbeiter der Heimleitung, Betreuer und Wachleute sollen in der Gemeinde Burbach systematisch und über Monate hinweg Asylbewerber eingesperrt, geschlagen und gequält haben. Zu Beginn des Mammutverfahrens in Siegen nahmen die Angeklagten in acht Reihen in einem Tagungszentrum Platz, wo das Landgericht wegen des großen Andrangs verhandelt.

Zu den Schikanen und Misshandlungen soll es vor allem in sogenannten «Problemzimmern» gekommen sein, in welche die Opfer oft tagelang eingesperrt waren. Drastische Bilder und ein Video von gedemütigten Flüchtlingen - teilweise mit posierenden, grinsenden Wachmännern - hatten bundesweit entsetzt.

Die Beschuldigten sind in rund 50 Fällen unter anderem wegen Freiheitsberaubung, gefährlicher Körperverletzung und Diebstahls angeklagt. Auch die stellvertretende Heimleiterin steht einem Gerichtssprecher zufolge vor Gericht. Zudem wird zwei Mitarbeitern der Bezirksregierung Arnsberg Freiheitsberaubung durch Unterlassen vorgeworfen. Sie sollen von den Zuständen in der Notaufnahme-Einrichtung des Landes NRW gewusst haben, aber nicht eingeschritten sein.

Der Skandal hatte auch eine politische Diskussion um Qualität und Standards in der Flüchtlingsunterbringung ausgelöst und die damalige rot-grüne NRW-Regierung von Hannelore Kraft (SPD) stark unter Druck gesetzt. Der private Heimbetreiber war sofort abgelöst worden, Teams zur Kontrolle in den Unterkünften wurden eingesetzt.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Dritter Berliner Prozess gegen Ku'damm-Raser beginnt. Berlin - Nach einem illegalen Autorennen mit tödlichen Folgen auf dem Berliner Kurfürstendamm stehen ab heute erneut zwei Raser vor dem Landgericht. Es ist bereits der dritte Prozess in Berlin gegen die mittlerweile 29 und 27 alten Männer. Sie sollen in der Nacht zum 1. Februar 2016 einen unbeteiligten 69-Jährigen totgefahren haben. Die Anklage lautet wiederum auf Mord. Der Bundesgerichtshof hatte bereits ein Urteil kassiert, weil die Karlsruher Richter den Tötungsvorsatz als nicht ausreichend belegt ansahen. Der Fall wurde zur Neuverhandlung nach Berlin zurückverwiesen. Dritter Berliner Prozess gegen Ku'damm-Raser beginnt (Politik, 19.11.2018 - 03:40) weiterlesen...

Im Prozess um Anschlag auf BVB Plädoyers erwartet. Den Auftakt soll vor dem Dortmunder Schwurgericht Oberstaatsanwalt Carsten Dombert machen. Er hat den 29-jährigen, in Russland geborenen Deutschen Sergej W. wegen versuchten Mordes angeklagt. Die Staatsanwaltschaft hatte im Verfahren immer wieder deutlich gemacht, dass sie diesen Vorwurf durch die rund elfmonatige Beweisaufnahme als erwiesen ansieht. Dortmund - Im Prozess um den Bombenanschlag auf die Fußballmannschaft von Borussia Dortmund werden heute die Plädoyers erwartet. (Politik, 19.11.2018 - 03:40) weiterlesen...

Missbrauchsprozess gegen Schwimmlehrer Plädoyers und Urteil. Dem 34-Jährigen wird vor dem Landgericht Baden-Baden vorgeworfen, sich während der Schwimmkurse an seinen Opfern vergangen zu haben. Die Taten geschahen laut Anklage im Schwimmbecken oder in der Umkleidekabine. Ein Sachverständiger bescheinigte dem Angeklagten pädophile Neigungen und volle Schuldfähigkeit. Die schweren Übergriffe filmte der Mann zum Teil mit einer Unterwasserkamera. Baden-Baden - Im Prozess gegen einen Schwimmlehrer, der fast 40 Mädchen missbraucht haben soll, werden heute Plädoyers und Urteil erwartet. (Politik, 19.11.2018 - 00:38) weiterlesen...

Kein Ende in Kinderporno-Prozess «Elysium» in Sicht. Die Kammer plane weitere Verhandlungstage bis in den März hinein, teilte ein Sprecher mit. Das Gericht hatte zunächst nur Termine bis Ende November vorgesehen. Angeklagt sind vier Männer aus Hessen, Baden-Württemberg und Bayern, die zur Führungsriege der Plattform gehört haben sollen. Limburg - Der Prozess um die riesige Kinderpornografie-Plattform «Elysium» wird sich am Landgericht Limburg voraussichtlich bis ins kommende Jahr ziehen. (Politik, 18.11.2018 - 06:02) weiterlesen...

Prozessbeginn in Bielefeld - Pausenbrote vergiftet: Motiv weiter unklar. Jetzt muss sich ein 57-jähriger Mann vor dem Landgericht Bielefeld verantworten. Die Anklage: versuchter Mord. Das Motiv: ein Rätsel. Heimlich hat er drei Arbeitskollegen vergiftet. (Politik, 15.11.2018 - 17:56) weiterlesen...

Prozessbeginn - Mann soll Kollegen Gift auf Pausenbrote gestreut haben. Nun beginnt der Prozess wegen versuchten Mordes. Doch die ganze Dimension des mutmaßlichen Verbrechens lässt sich nur schwer ermitteln. Ein Mann soll seine Arbeitskollegen heimlich vergiftet haben. (Politik, 15.11.2018 - 09:40) weiterlesen...