Konflikte, Präsident

Donald Trump hat der syrischen Regierung wegen eines mutmaßlichen Giftgasangriffs mit militärischen Schritten gedroht.

10.04.2018 - 23:06:06

Mutmaßlicher Giftgasangriff - Eskalation in der Syrien-Krise? - Trump sagt Reise ab. Nun sagt er wegen der Krise eine Reise ab. Macron nennt bereits mögliche Ziele. Der UN-Sicherheitsrat zeigt sich erneut blockiert.

  • Konflikt in Syrien - Foto: Ein Soldat der syrischen Armee beobachtet die Kampfhandlungen in Duma. Foto: Ammar Safarjalani/XinHua

    Ein Soldat der syrischen Armee beobachtet die Kampfhandlungen in Duma. Foto: Ammar Safarjalani/XinHua

  • Trump im Weißen Haus - Foto: US-Präsident Donald Trump sagt seine Südamerikareise ab. Foto: Evan Vucci/AP

    US-Präsident Donald Trump sagt seine Südamerikareise ab. Foto: Evan Vucci/AP

  • Mutmaßlicher Giftgasangriff - Foto: Syrian Civil Defense White Helmets/AP

    Dieses vom Syrischen Zivilschutz zur Verfügung gestellte Bild zeigt einen Jungen in Duma, der durch ein Beatmungsgerät Luft holt. Foto: Syrian Civil Defense White Helmets/AP

  • Konflikt in Syrien - Foto: Ammar Safarjalani/XinHua

    Rauch steigt nach dem Einschlag einer Rakete der syrischen Armee über Duma auf. Foto: Ammar Safarjalani/XinHua

  • Mutmaßlicher Giftgasangriff in Syrien - Foto: Ein Sanitäter hält einem Kleinking in Duma nach dem Angriff ein Beatmungsgerät über den Mund. Foto: AP

    Ein Sanitäter hält einem Kleinking in Duma nach dem Angriff ein Beatmungsgerät über den Mund. Foto: AP

  • US-Militäreinsatz - Foto: US-Flagge auf einem Panzerfahrzeug in Syrien. Foto: Hussein Malla/AP

    US-Flagge auf einem Panzerfahrzeug in Syrien. Foto: Hussein Malla/AP

  • Emmanuel Macron - Foto: Manish Swarup

    Hält Angriffe auf «chemische Kapazitäten» des syrischen Regimes für möglich: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Foto: Manish Swarup

Konflikt in Syrien - Foto: Ein Soldat der syrischen Armee beobachtet die Kampfhandlungen in Duma. Foto: Ammar Safarjalani/XinHuaTrump im Weißen Haus - Foto: US-Präsident Donald Trump sagt seine Südamerikareise ab. Foto: Evan Vucci/APMutmaßlicher Giftgasangriff - Foto: Syrian Civil Defense White Helmets/APKonflikt in Syrien - Foto: Ammar Safarjalani/XinHuaMutmaßlicher Giftgasangriff in Syrien - Foto: Ein Sanitäter hält einem Kleinking in Duma nach dem Angriff ein Beatmungsgerät über den Mund. Foto: APUS-Militäreinsatz - Foto: US-Flagge auf einem Panzerfahrzeug in Syrien. Foto: Hussein Malla/APEmmanuel Macron - Foto: Manish Swarup

Washington/Damaskus - Nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien hat US-Präsident Donald Trump Spekulationen über einen baldigen Militärschlag der USA befeuert.

Trump sagte am Dienstag überraschend eine geplante Reise nach Südamerika ab. Die syrische Armee und ihre Verbündeten im Land wurden schon in der Nacht in volle Alarmbereitschaft versetzt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte, Angriffe auf «chemische Kapazitäten» in Syrien seien möglich. Frankreich tausche sich mit Partnern aus, vor allem mit den USA und mit Großbritannien. «Wir werden unsere Entscheidung in den kommenden Tagen mitteilen.»

Die Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) kündigte an, in Kürze Experten in die syrische Stadt Duma zu schicken, um einen möglichen Angriff mit Chemiewaffen zu untersuchen.

Im UN-Sicherheitsrat blockierten sich der Westen und Russland unterdessen erneut gegenseitig. Zunächst verhinderte Russland bei der Sitzung am Dienstag in New York per Veto einen Entwurf der USA zu der Frage, wie genau der Einsatz von Chemiewaffen in Syrien untersucht werden soll. Danach stimmten unter anderem die USA und Großbritannien gegen einen russischen Resolutionsentwurf, der zudem insgesamt nicht ausreichend Ja-Stimmen einsammeln konnte.

Die USA machen die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad für den Angriff verantwortlich. Russland erklärte hingegen, die Rebellen hätten den Angriff lediglich inszeniert. Moskau ist im Bürgerkrieg ein enger Verbündeter der syrischen Regierung.

Bei dem gemeldeten Giftgaseinsatz auf die von Rebellen kontrollierte Stadt in Ost-Ghuta am Samstag sollen nach neuen, korrigierten Angaben der Hilfsorganisation Weißhelme mindestens 42 Menschen getötet worden sein. Mehr als 500 Personen wurden demnach in Krankenhäusern behandelt. Das US-Außenministerium teilte am Abend mit, Kenntnis von mindestens 85 Todesopfern zu haben. Die Vereinten Nationen sprachen unter Berufung auf Berichte von mutmaßlich 49 Getöteten und Hunderten Verletzten. Auf welche Berichte sich das UN-Büro für Abrüstung dabei berief, war aber unklar.

Trump schloss militärische Schritte gegen die syrische Regierung nicht aus. Am Montag sagte er, seine Regierung werde in den nächsten 24 bis 48 Stunden eine Entscheidung über die Reaktion der USA treffen. Er erklärte, dass alle Optionen in Betracht gezogen würden.

Das Weiße Haus sagte die für Ende der Woche geplante Reise des Präsidenten nach Peru und Kolumbien ab. Trump bleibe in den Vereinigten Staaten, um sich um die Reaktion der USA auf den mutmaßlichen Giftgasangriff zu kümmern, teilte seine Sprecherin Sarah Sanders mit. Stattdessen werde Vizepräsident Mike Pence nach Südamerika reisen.

Trump telefonierte wegen der Krise erneut mit Macron. Dabei bekräftigten beide ihren Wunsch nach einer entschlossenen Reaktion der internationalen Gemeinschaft, wie der Élyséepalast mitteilte. Trump telefonierte auch mit Großbritanniens Premierministerin Theresa May. Die beiden hätten sich darauf geeinigt, dass es keine weiteren Einsätze chemischer Waffen in Syrien geben dürfe, hieß es aus dem Weißen Haus.

Macron hatte bereits im März den tödlichen Einsatz von Chemiewaffen als «rote Linie» bezeichnet und mit «gezielten Schlägen» gedroht, falls Beweise für einen solchen Fall vorliegen. Trump sprach am Montag von einer «heftigen» Reaktion seiner Regierung.

UN-Mitarbeiter in Syrien konnten die Berichte über den Angriff bislang nicht bestätigen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden in den vergangenen Tagen in der Region Menschen mit Atembeschwerden behandelt. Ob diese durch chemische Waffen ausgelöst wurden, könnten die Mitarbeiter im Land aber nicht beurteilen, sagte WHO-Sprecherin Fadela Chaib in Genf.

Die UN-Mitarbeiter seien selbst nicht in der betroffenen Region, betonte ein Sprecher des UN-Nothilfebüros. Das Gebiet Ost-Ghuta sei nach wie vor belagert, UN-Mitarbeiter hätten außer bei den selten erlaubten Konvois mit Hilfslieferungen keinen Zugang.

@ dpa.de

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