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Konflikte, Donald Trump

Die US-Soldaten haben in Bunkern vor den iranischen Raketen Schutz gesucht.

09.01.2020 - 11:00:06

Raketenangriff in Bagdad - US-Verteidigungsminister Esper: Iran muss deeskalieren. Schlag, Gegenschlag - aber nun stehen politisch die Zeichen auf Deeskalation. Doch in Bagdad schlagen erneut Raketen ein.

Washington/Teheran - Nach dem iranischen Vergeltungsangriff auf amerikanische Truppen im Irak hat US-Verteidigungsminister Mark Esper den Iran zur Deeskalation aufgefordert.

Alle US-Soldaten seien unverletzt geblieben, aber das US-Militär bleibe «wachsam», erklärte Esper am Mittwochabend (Ortszeit) nach einer Unterrichtung von Abgeordneten im Kongress.

Zuvor hatte Präsident Donald Trump als Reaktion auf Irans Angriff neue Wirtschaftssanktionen angekündigt, . «Wir hoffen, der Iran wird die Chance zur Deeskalation der Spannungen ergreifen», sagte Esper.

Bei dem iranischen Angriff habe es nach bisherigen Erkenntnissen nur geringe Schäden an Zelten, Rollfeldern, Parkplätzen und einen Schaden an einem Hubschrauber gegeben, sagte Esper. Das Frühwarnsystem der Stützpunkte habe gut funktioniert und die Soldaten hätten unter anderem Bunker genutzt, um sich in Sicherheit zu bringen, sagte Generalstabschef Mark Milley. Die Angriffe seien allerdings so nahe an wichtigen Einrichtungen gewesen, dass er davon ausgehe, dass die Iraner damit Flugzeuge beschädigen und auch Soldaten töten wollten.

Die Lage im Irak blieb unterdessen angespannt. Am späten Mittwochabend schlugen in der hoch gesicherten Grünen Zone in Bagdad erneut zwei Raketen des Typs Katjuscha ein, wie das irakische Militär mitteilte. Verletzte habe es nicht gegeben.

Bereits am Sonntag waren zwei Raketen desselben Typs in der sogenannten «Green Zone» niedergegangen. In und nahe der Grünen Zone geschah dies in den vergangenen Monaten und Jahren mehrfach. Dabei wurden auch Menschen getötet oder verletzt. Solche Angriffe sind häufig das Tun örtlicher Milizen, von den manche auch vom Iran unterstützt werden.

Die Lage am Persischen Golf war zuletzt innerhalb weniger Tage eskaliert, nachdem die USA vergangene Woche bei einem Drohnenangriff in der irakischen Hauptstadt Bagdad gezielt getötet hatten. Trump hatte den Iranern danach mit drastischen Konsequenzen im Falle eines Gegenangriffs gedroht.

Bei dem Vergeltungsschlag der Iraner in der Nacht zum Mittwoch waren nach US-Angaben aus dem Iran abgefeuerte ballistische Raketen im Luftwaffenstützpunkt Ain al-Assad westlich von Bagdad und fünf in Erbil eingeschlagen. Die Iraker sprachen von 22 Raketen. Alle gingen demnach über Standorten der von den USA angeführten nieder.

Der direkte Angriff aus dem Iran markierte eine neue Stufe der Eskalation in dem seit Monaten dauernden Konflikt zwischen Washington und Teheran. US-Stützpunkte im Irak waren zwar zuletzt häufiger Ziel von Angriffen, allerdings wurden diese mit technisch einfacheren Raketen von örtlichen schiitischen Milizen verübt. Im Irak sind auf mehreren Stützpunkten rund 5000 US-Soldaten stationiert.

Deutschen Bundeswehr-Kräften im nordirakischen Erbil passierte bei dem Angriff nichts. Im nordirakischen Kurdengebiet sind noch mehr als 100 deutsche Soldaten im Einsatz. Da einer der Angriffe einem Ziel im bislang als relativ sicher geltenden Nordirak galt, prüft die Bundesregierung jetzt auch einen Teilrückzug der Soldaten dort. Im Bundestag soll am Donnerstag der Verteidigungsausschuss zu einer Sondersitzung zum Irak-Einsatz zusammentreffen.

In seiner Rede an die Nation sagte Trump, es sehe danach aus, als würde der Iran auf Zurückhaltung setzen, «was eine gute Sache für alle Beteiligten und eine sehr gute Sache für die Welt ist». Trump betonte allerdings: «So lange ich Präsident der Vereinigten Staaten bin, wird dem Iran nie erlaubt werden, eine Atomwaffe zu besitzen.» Der Iran müsse seine atomaren Ambitionen und seine Unterstützung für Terrorismus beenden. Trump sagte, , die USA wollten aber keinen Krieg.

Der Iran kündigte zunächst keine neuen Angriffe an. Präsident Hassan Ruhani sagte: «Falls die Amerikaner weitere Angriffe und Verbrechen gegen den Iran planen sollten, werden wir eine Antwort geben, die noch härter ist als der heutige Angriff.» Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei hatte den Angriff gegen die US-Militärstützpunkte als «Ohrfeige für die Amerikaner» bezeichnet.

@ dpa.de