Konflikte, International

Die türkische Marine hindert seit Tagen ein Bohrschiff vor Zypern davor nach Erdgas zu suchen.

13.02.2018 - 12:54:05

Streit um Erdgasvorkommen - Zwischenfall im Mittelmeer: Erdogan warnt Zypern. Staatspräsident Erdogan warnt nun vor weiteren Erkundungen. Etwas weiter nördlich rammt ein Küstenwachenboot der Türkei ein Boot der griechischen Küstenwache.

Athen seien Schäden am Heck des griechischen Bootes entstanden; es sei aber niemand der 27 Besatzungsmitglieder verletzt worden. Dies berichteten die halbamtliche griechische Nachrichtenagentur ANA MPA und der griechische Rundfunk (ERT).

Der griechische Regierungssprecher Dimitris Tzanakopoulos bestätigte den Zwischenfall, ohne Details zu nennen. Es gebe in der letzten Zeit rund um die Türkei eine allgemeine Destabilisierung. «Und das Nachbarland trägt mit seinem Verhalten nicht dazu bei, die Turbulenzen zu überwinden. Ganz im Gegenteil», sagte er dem griechischen Nachrichtensender Real FM.

Es ist der zweite Zwischenfall dieser Art: Bereits am 17. Januar waren ein Schnellboot der griechischen Kriegsmarine und ein Patrouillenboot der türkischen Küstenwache im Südosten der Ägäis leicht seitlich kollidiert.  

Die beiden Nachbarstaaten streiten sich seit Jahrzehnten um Hoheitsrechte in der Ägäis. 1996 hatte der Streit um die unbewohnten Felseninseln die beiden Nato-Staaten an den Rand eines Krieges gebracht. Ein bewaffneter Konflikt konnte im letzten Moment nach einer diplomatischen Intervention der USA abgewendet werden. Danach bemühten sich Athen und Ankara um Entspannung.

Zypern ist nach einem griechischen Putsch und dem Einmarsch des türkischen Militärs seit 1974 geteilt. Im Norden gibt es die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern. Die gesamte Inselrepublik ist seit 2004 EU-Mitglied. Die Regierung in Nikosia kontrolliert aber nur den Südteil der Insel. Das Nato-Land Türkei erkennt das EU-Land Zypern nicht an.

@ dpa.de

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