Parteien, Klöckner

Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Kl√∂ckner hat sich gegen eine Doppelspitze, aber f√ľr die Trennung von Partei- und Fraktionsvorsitz ausgesprochen.

24.10.2021 - 01:03:46

Klöckner lehnt CDU-Doppelspitze ab

Eine klare F√ľhrung "geht am besten mit einer Person an der Spitze der Bundespartei", sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben). "Hingegen halte ich es nicht f√ľr zwingend n√∂tig, dass Parteivorsitz und Oppositionsf√ľhrung im Deutschen Bundestag in einer Hand sind."

Im Parlament m√ľsse die Union erst in die Rolle einer starken Opposition finden, und die Bundespartei m√ľsse sich auf ihre Erneuerung konzentrieren. Das sei "ziemlich viel und mit unterschiedlichen Schwerpunkten verbunden", so die scheidende Bundeslandwirtschaftsministerin. Beide Funktionen in eine Hand zu legen, "muss nicht unbedingt klug sein in dieser Situation". Auf die Frage, ob sie selbst wieder f√ľr das Pr√§sidium kandidiere, sagte Kl√∂ckner: "Das schlie√üe ich nicht aus." Zugleich sprach sich Kl√∂ckner f√ľr eine Frauenquote in der CDU aus. "Wenn Frauen in unserem Land mehr als die H√§lfte der Bev√∂lkerung ausmachen, dann ist es verwunderlich und nicht gut, wenn sie nur zu einem Bruchteil in der CDU zu finden sind", sagte sie. "Nat√ľrlich sind Quoten Kr√ľcken und Br√ľcken - die wir aber brauchen auf dem Weg hin zur Normalit√§t." Die CDU-Spitze hatte sich im vergangenen Jahr darauf geeinigt, dass bis 2025 schrittweise eine Frauenquote eingef√ľhrt werden soll, beginnend bei Vorstandswahlen auf Kreisebene. Dazu ist noch die Zustimmung eines Parteitags n√∂tig. Kl√∂ckner warf die Frage auf, warum die Politik "vielleicht zu unattraktiv f√ľr die meisten Frauen" sei. Als einen Grund nannte sie die familienung√ľnstigen Sitzungszeiten. "Hier m√ľssen wir Abhilfe schaffen und Unterst√ľtzung bieten, wo immer es geht." Kl√∂ckner sprach sich grunds√§tzlich f√ľr eine Beteiligung der Mitglieder an der Wahl des n√§chsten CDU-Vorsitzenden aus. Die Frage sei aber die genaue Ausgestaltung: "Gibt es ein Mitgliedervotum oder w√§hlen auch rund 400.000 Mitglieder, jeder und jede einzelne, den Vorsitzenden?" Das Parteiengesetz gebe letzteres bisher nicht her. Die stellvertretende Parteivorsitzende verwies darauf, dass die 1.001 Mitglieder des CDU-Bundesparteitas "aus allen Landesverb√§nden und dort wiederum aus allen Kreisverb√§nden und dort dann wiederum aus den Ortsverb√§nden" k√§men.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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