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Kriminalität, Julian Assange

Die schwedische Staatsanwaltschaft ermittelt wieder gegen Julian Assange.

13.05.2019 - 12:34:06

Politischer Druck? - Schweden nimmt Untersuchungen im Fall Assange wieder auf. Dem Wikileaks-Gründer wird vorgeworfen, eine Frau vergewaltigt zu haben. Er hat die Vorwürfe stets bestritten.

  • Julian Assange - Foto: Matt Dunham/AP

    Julian Assange nach einem Gerichtstermin in London am 1. Mai. Foto: Matt Dunham/AP

  • Eva-Marie Persson - Foto: Anders Wiklund/TT News Agency

    Eva-Marie Persson, stellvertretende Chefanklägerin, spricht auf einer Pressekonferenz. Foto: Anders Wiklund/TT News Agency

Julian Assange - Foto: Matt Dunham/APEva-Marie Persson - Foto: Anders Wiklund/TT News Agency

Stockholm - Die schwedische Staatsanwaltschaft nimmt ihre Voruntersuchungen zu Vergewaltigungsvorwürfen gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange wieder auf. Dies gab die Vize-Chefin der Behörde, Eva-Marie Persson, am Montag bekannt.

Assange wird vorgeworfen, 2010 eine Frau in Schweden vergewaltigt zu haben. Er hat die Vorwürfe stets bestritten. Andere Vorwürfe sind inzwischen verjährt.

Als Großbritannien 2012 beschloss, Assange nach Schweden auszuliefern, war er in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet, wo er sieben Jahr blieb. 2017 wurden die Voruntersuchungen in Schweden eingestellt, weil die Staatsanwaltschaft keine Möglichkeit sah, die Ermittlungen voranzubringen. Die Schuldfrage sei damit aber nicht geklärt, sagte die Anklägerin damals.

Im April wurde Assange nun in der Botschaft in London festgenommen und zu 50 Wochen Haft verurteilt, weil er gegen Kautionsauflagen verstoßen und sich jahrelang dem Zugriff der Polizei entzogen hatte. Die USA wollen, dass der Australier an sie ausgeliefert wird.

Die USA werfen Assange Verschwörung mit der Whistleblowerin Chelsea Manning vor. Manning hatte Wikileaks 2010 - damals noch als Bradley Manning - Hunderttausende geheime Militärdokumente zukommen lassen. Es geht dabei um die US-Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan.

Wikileaks-Chef Kristinn Hrafnsson vermutet Druck von außen hinter den neu aufgenommenen Voruntersuchungen in Schweden. «Es ist unbestreitbar, dass politischer Druck auf Schweden zur Wiederaufnahme des Falles geführt hat», sagte er der Deutschen Presse-Agentur kurz nach der Ankündigung der schwedischen Anklagebehörde. Der ganze Fall sei von Anfang bis Ende politisch ausgeschlachtet worden.

Für den Fall, dass Assange nach Schweden ausgeliefert wird, sagte Hrafnsson: «Es gäbe Assange die Gelegenheit, seine Unschuld zu beweisen.» Assange habe immer gesagt, er sei bereit, sich den Vorwürfen zu stellen - vorausgesetzt, die schwedischen Behörden garantierten, dass er von dort nicht in die USA ausgeliefert werde.

@ dpa.de