Luftverkehr, Deutschland

Die Piloten der Air Berlin sind sauer auf ihr Management, aber auch auf die Lufthansa.

27.10.2017 - 17:02:05

Weitere Karriere unbekannt - Piloten nehmen Abschied von Air Berlin. Bei deren Tochter Eurowings sollen sie sich neu bewerben - auf ihre alten Jobs.

Berlin/Frankfurt - Nein, eine Beschäftigungsgesellschaft war für die Piloten der Air Berlin nie eine Option.

Die Jobaussichten der Frauen und Männer ganz vorne im Flugzeug sind ungleich besser als die vieler Verwaltungsmitarbeiter oder Flugzeugtechniker der nun untergehenden Fluggesellschaft. In den einschlägigen Portalen sind zahlreiche Stellenanzeigen für Airbus-Piloten zu finden - meistens, aber durchaus nicht nur bei Gesellschaften des Lufthansa-Konzerns.

Bei den Piloten herrscht dennoch eine Mischung aus Enttäuschung, Wut - und Wehmut, erzählt ein junger Co-Pilot der Deutschen Presse-Agentur. «Es ist gerade sehr emotional. Uns wird bewusst, dass es nun zu Ende geht. Wir bedauern das alle sehr. Keiner weiß so richtig, wie es weitergeht.» Man fühle sich im Stich gelassen. «Wir rechnen am Freitag oder Montag mit der Kündigung.»

Bis zum bitteren Ende hat die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit den Air-Berlin-Flugzeugführern geraten, sich nicht auf die ausgeschriebenen Stellen bei der Lufthansa-Tochter Eurowings zu bewerben, die mit 81 Flugzeugen den Großteil des Nachlasses übernehmen wird - sofern denn die Kartellbehörden mitspielen. Dies geschieht durch die Übernahme der nicht insolventen AB-Töchter Niki und LG Walter, deren rund 1700 Leute einfach zu den bisherigen Bedingungen weiter machen können. 1300 weitere, darunter auch 400 Piloten, sollten sich bei der Eurowings neu bewerben.

Anders als die für das Kabinenpersonal zuständigen Gewerkschaften Verdi und Ufo hat die VC es lange abgelehnt, mit der Eurowings eine Vereinbarung zu den Aufnahmeregeln zu treffen. Eigentlich hält man den ganzen Deal für einen Betriebsübergang, bei dem die Beschäftigten einen Anspruch auf Weiterbeschäftigung hätten. Nach entsprechenden Kündigungsschutzklagen wird das sicherlich noch von Gerichten überprüft. Der Gesprächsfaden für eine vorläufige Auffanglösung ist Kreisen zufolge dennoch nicht komplett abgerissen, so dass auch jetzt noch eine Lösung möglich scheint.

Je nach vorheriger Stellung müssten die AB-Piloten Gehaltseinbußen bei einem Wechsel hinnehmen. Die Angaben dazu schwanken zwischen 10 (Eurowings-Chef Thorsten Dirks) und 40 Prozent (VC). «Der Lufthansa-Konzern nutzt die Air Berlin-Pleite, um die Tarifbedingungen in breiter Front nach unten zu drücken», sagt ein Langstrecken-Kapitän, der noch zu LTU-Tarifkonditionen eingestellt wurde und damit bislang so gut verdient wie bei der Lufthansa. Auch Berufsjahre und Betriebsrenten stünden auf dem Spiel.

Der junge Copilot sagt der Deutschen Presse-Agentur: «Ich würde bei Eurowings die Hälfte weniger verdienen.» Bisher komme er auf ein Monatseinkommen von 7000 brutto - bei Eurowings wären es laut den angebotenen Verträgen 3500 Euro. Bewerben müsste er sich bei Eurowings Europe mit Sitz in Wien. Dazu solle es eine Probezeit geben, und die Piloten sollen einen Piloteneignungstest machen.

«Von 1300 Piloten bei Air Berlin haben sich zehn bei Eurowings beworben», erzählt der 34-Jährige. In Internet-Foren beschwören sich die Piloten gegenseitig, nicht die Nerven zu verlieren. VC-Sprecher Markus Wahl geht von höchstens 30 bis 50 aus, während Lufthansa-Chef Carsten Spohr bereits Bewerbungen von 300 AB-Piloten im Haus haben will. Insgesamt hätten sich auf die 400 ausgeschriebenen Stellen bei der Eurowings Europe in Wien rund 1000 Kandidaten beworben.

Aktuell hat die Eurowings aber noch ziemlich große Personallücken. Weil sie zu wenige eigene Crews und auch noch nicht genug fertig übertragene A320-Jets besitzt, mietet sie eine zweistellige Zahl von Flugzeugen samt Besatzungen auf dem freien Markt an. Außerdem setzt sie 17 kleine Propeller-Maschinen der von AB zu übernehmenden LG Walter auf Eurowings-Strecken ein, obwohl sie nur halb so viele Plätze bieten wie ein Airbus A 319. Damit wird ein Folge-Konkurs dieser einstigen AB-Tochter vermieden, die im übrigen auch händeringend neue Piloten sucht.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Knall und Rauch sorgen für Schrecken am Flughafen. Am Morgen hatte vermutlich eine E-Zigarette im Rucksack eines Mannes den Lärm und die Rauchentwicklung ausgelöst. Daraufhin sperrte die Polizei die Zone ab. Das Boarding wurde in diesem Bereich für eine Stunde unterbrochen. Davon waren rund 1000 Passagiere betroffen. Verletzt wurde durch den Vorfall niemand. Frankfurt/Main - Ein Knallgeräusch und eine Rauchwolke haben an der Sicherheitskontrolle des Frankfurter Flughafens für Unruhe gesorgt. (Politik, 18.05.2018 - 15:06) weiterlesen...

Lufthansa-Maschine Richtung USA nach Frankfurt zurückgekehrt. Hintergrund waren vermutete technische Probleme. Die Piloten hatten Vibrationen an einem Triebwerk festgestellt. Bei der Untersuchung des Flugzeugs vom Typ Airbus 340 stellte sich heraus, dass wohl Vögel in das Triebwerk geraten waren. Die 13-köpfige Crew und die Passagiere konnten am Nachmittag an Bord eines Ersatzflugzeuges nach San Diego starten - gut fünf Stunden nach dem ursprünglichen Reisebeginn. Frankfurt/Main - Eine Lufthansa-Maschine mit 265 Passagieren an Bord ist auf dem Weg in die USA nach Frankfurt zurückgekehrt. (Politik, 17.05.2018 - 16:44) weiterlesen...

Geschäftszahlen - Easyjet startet in Berlin-Tegel mit hohen Anlaufverlusten. Das angepeilte Wachstum auf 18 Millionen Passagiere in Deutschland hat seinen Preis. Nach der Pleite von Air Berlin ist die britische Easyjet groß am Flughafen Tegel eingestiegen. (Wirtschaft, 15.05.2018 - 11:42) weiterlesen...