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Kriminalität, Polizei

Die Operation gegen die Drogenszene war nach Angaben von Europol einzigartig.

08.06.2021 - 10:46:42

Kriminalität - Festnahmen nach internationaler Razzia gegen Drogenszene. Allein in Deutschland durchsuchen Ermittler über 100 Objekte. Nun werden Details mitgeteilt.

Den Haag - Internationale Ermittler haben nach Angaben von Europol bei einem Einsatz gegen das Organisierte Verbrechen mehr als 800 Verdächtige in über 100 Ländern festgenommen. Es sei eine der bislang größten Polizei-Operationen gewesen, teilte Europol am Dienstag in Den Haag mit.

Allein in Deutschland hatten die Einsatzkräfte der Polizei am Montag über 100 Wohnungen, Lagerhallen und Geschäftsräumen durchsucht. Der Schwerpunkt der Ermittlungen in Deutschland lag in Hessen. Das hessische Landeskriminalamt (LKA) berichtet von Festnahmen, nannte aber ansonsten noch keine Details.

Ermittler sprechen von internationalem Krypto-Netzwerk

Ausgangspunkt für die weltweiten Razzien war nach Angaben des LKA die Auswertung von verschlüsselter, internetbasierter Kommunikation durch Spezialisten der Polizei. Die Kriminellen hatten so ihre illegalen Geschäfte betrieben. Die Ermittler sprachen von einem sogenannten Krypto-Netzwerk, das international genutzt worden sei.

Durchsuchungen hatte es sowohl in Europa unter der Koordination von Europol als auch außerhalb Europas gegeben. An der Pressekonferenz in Den Haag werden daher Vertreter von Europol, dem amerikanischen FBI sowie der Polizei aus den Niederlanden, Schweden und Australien teilnehmen.

Durchsuchungen auch in Australien und Neuseeland

Nach Angaben der australischen Bundespolizei AFP gab es in dem Land bisher mehr als 200 Festnahmen. Rund 3,7 Tonnen Drogen, Mehr als 100 Waffen und 45 Millionen australische Dollar (etwa 22 Millionen Euro) in bar seien beschlagnahmt worden. Die Ermittlungen, bei denen die Kommunikation zwischen Mitgliedern der organisierten Kriminalität in Zusammenarbeit mit dem FBI überwacht wurde, dauerten demnach seit rund drei Jahren. Auch in Neuseeland wurden den dortigen Behörden zufolge 35 Menschen festgenommen.

Die Ermittlungsergebnisse für Deutschland sollen laut LKA nicht auf einer Pressekonferenz, sondern schriftlich mitgeteilt werden. Die hessische Kriminalbehörde ist federführend bei den Ermittlungen in Deutschland.

© dpa-infocom, dpa:210608-99-901417/8

@ dpa.de