Bundesregierung, Konflikte

Die neue deutsche Außenministerin Annalena Baerbock ist zum Antrittsbesuch in Washington.

05.01.2022 - 19:46:09

Außenminister - Ukraine-Krise: Baerbock und Blinken warnen Russland. Mit ihrem US-Amtskollegen spricht sie vor allem über den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine.

  • Baerbock in Washington - Foto: Kay Nietfeld/dpa

    Au?enministerin Annalena Baerbock beim Antrittsbesuch bei ihrem US-Amtskollegen Antony Blinken. Foto: Kay Nietfeld/dpa

  • Antrittsbesuch - Foto: Kay Nietfeld/dpa

    Baerbock ist am Mittwoch in Washington eingetroffen. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Baerbock in Washington - Foto: Kay Nietfeld/dpaAntrittsbesuch - Foto: Kay Nietfeld/dpa

Washington - Die USA und Deutschland haben im Ukraine-Konflikt den Schulterschluss gegenüber Russland geübt.

«Das russische Handeln ist mit einem klaren Preisschild gekennzeichnet», sagte Außenministerin Annalena Baerbock am Mittwoch bei ihrem ersten Besuch in Washington seit ihrer Amtsübernahme. Eine erneute Verletzung der ukrainischen Souveränität hätte «schwere Konsequenzen» für Russland. US-Außenminister Antony Blinken sagte vor einem Verhandlungsmarathon mit Moskau, sowohl Deutschland als auch die USA sähen im Vorgehen Russlands gegenüber der Ukraine «eine unmittelbare und dringende Herausforderung für Frieden und Stabilität in Europa».

Blinken drohte Russland im Fall einer militärischen Eskalation mit harten Wirtschaftssanktionen. «Und das ist nicht nur die Position der Vereinigten Staaten und Deutschlands. Es ist die kollektive Position vieler Länder, Verbündeter und Partner, die sich zusammengeschlossen haben», sagte er. Baerbock betonte, es könne «keine Entscheidung über Sicherheit in Europa ohne Europa» geben.

Differenzen zeigten sich erneut in der Frage der militärischen Aufrüstung der Ukraine. Baerbock machte deutlich, dass die Bundesregierung keine Waffenexporte in Erwägung zieht. Die Grünen-Politikerin betonte, dass Deutschland die Ukraine etwa beim Aufbau eines Militärkrankenhauses unterstützt habe. Blinken sagte, die USA würden der Ukraine weiter Defensivwaffen liefern. Im Fall einer russischen Invasion würden die USA die Ukraine noch weiter als bislang geplant mit solchen Waffen aufrüsten.

In der kommenden Woche - am 10. Januar - sind Gespräche der USA mit Russland in Genf geplant. Am 12. Januar ist eine Sitzung des Nato-Russland-Rates angesetzt - die erste seit zweieinhalb Jahren. Zudem soll es am 13. Januar Gespräche der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) geben. Die USA werfen Russland seit Wochen einen Truppenaufbau in Gebieten an der Grenze zur Ukraine vor. Befürchtet wird, dass russische Truppen in der Ex-Sowjetrepublik einmarschieren könnten. Russland bestreitet solche Pläne.

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